Tag-Archiv für 'mao'

Stellungnahme der Gruppe Revolutionäre Perspektive Berlin (RPB) zur Programm- und Organisierungsdebatte

Mitte der Feb. erhielten wir von der Gruppe Revolutionäre Perspektive Berlin (RPB), die wir – wie verschiedene andere Gruppen – zur Beteiligung an der hiesigen Programm- und Organisierungsdebatte eingeladen hatten, eine mail. Im Anschluß an unsere unten als Kommentar veröffentlichte Antwort, erklärte sich die Gruppe nun mit einer Veröffentlichung ihres Textes in dem blog einverstanden:

Liebe GenossInnen.

Entschuldigt, dass wir erst jetzt auf eure E-Mail antworten. Eigentlich wollen wir uns nicht in die Debatte auf dem arschhochblog einschalten, wollen Euch aber dennoch eine Antwort oder Erklärung dazu geben.

Wir haben uns bereits vor einigen Jahren entschieden, den notwendigen Organisierungsprozess nicht über theoretische Debatten, sondern primär über eine gemeinsame Praxis in die Gänge zu bringen. Zugegeben, das macht den Prozess nicht weniger problematisch und auch nicht schneller, aber sicherlich handfester. Das theoretische Ringen mit zur Identität gewordenen Positionen sind Windmühlenkämpfe, die in der Praxis kein Fundament für eine revolutionäre Organisierung herstellen können. Sie werden immer potenzielle Spaltungsmomente sein, weil sie als geistiges Eigentum funktionieren. Eigentum, das sich aus der Interpretation von historischen Kämpfen und Bedingungen gebildet hat. Da zurzeit keine politische Kraft durch eine überzeugende revolutionäre Gegenmacht zu einer „Enteignung“ des geistigen Eigentums in der Lage ist, sehen wir nur den Weg, über die Praxis wieder zu einem kollektiven Verständnis von einer revolutionären Strategie zu kommen, die den heutigen Bedingungen entspricht.
Schauen wir uns die Orgas und Einzelpersonen an, die sich in der Debatte teilweise redlich um den Zusammenschluss der „subjektiven RevolutionärInnen“ bemühen, ist es einfach nicht zu übersehen, dass die ideologischen Probleme und Fixpunkte der alten 70er/80er Jahre Linken in der Diskussion zur Endlosschleife werden.

Für uns ist es wichtig, die Fehler in der kommunistischen Bewegung zu analysieren, die Spuren zu suchen, an die wir heute anknüpfen können und negative Tendenzen zu kritisieren und zu verwerfen, um heute glaubhaft für den Kommunismus als Perspektive einzutreten. Uns interessieren aber einfach nicht mehr die alten Kontroversen zwischen den „Stalinisten“, „Trotzkisten“, „Leninisten“ etc. (mehr…)

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Die Annäherung und möglichst Vereinigung der subjektiven RevolutionärInnen – eine auch 2012 noch aktuelle Aufgabe

Vier Fragen an Tino P. und alle anderen an der Debatte Beteiligten sowie einige ergänzende Anmerkungen

[Der folgende Text als .pdf-Datei.]

I. Pappkamerad „revolutionär-marxistisch[er]“ Perfektionismus
Tino schrieb am 17. Dezember unter der Überschrift „Zwischen Skylla und Charybdis“ in diesem blog:

„Das heisst, wir brauchen eine breitere Organisation, mit einem nicht allumfassenden Minimalkonsens, nämlich ‚nur’ klarer Antikapitalismus, radikal demokratisches Funktionieren, Einheitsfrontmethode und minimale Verbindlichkeit im Rahmen einer Organisation, das heisst minimaler Zentralismus und nicht die scheinbar perfekte revolutionär-marxistisch-sozialistische Organisation.“

Nun, wer/welche es nicht schon vorher wußte, kann es jedenfalls seit Lenins Schrift über den „Linke[n] Radikalismus“ als „Kinderkrankheit im Kommunismus“ wissen:
Es gibt keinen „perfekten“ Weg zur Revolution!

„Einen mächtigeren Gegner kann man nur unter größter Anspannung der Kräfte und nur dann besiegen, wenn man unbedingt aufs angelegentlichste, sorgsamste, vorsichtigste, geschickteste sowohl jeden, selbst den kleinsten ‚Riß‘ zwischen den Feinden, jeden Interessengegensatz zwischen der Bourgeoisie der verschiedenen Länder, zwischen den verschiedenen Gruppen oder Schichten der Bourgeoisie innerhalb der einzelnen Länder als auch jede, selbst die kleinste Möglichkeit ausnutzt, um einen Verbündeten unter den Massen zu gewinnen, mag das auch ein zeitweiliger, schwankender, unsicherer, unzuverlässiger, bedingter Verbündeter sein. Wer das nicht begriffen hat, der hat auch nicht einen Deut vom Marxismus und vom wissenschaftlichen, modernen, Sozialismus überhaupt begriffen. Wer nicht während einer recht beträchtlichen Zeitspanne und in recht verschiedenartigen politischen Situationen praktisch bewiesen hat, daß er es versteht, diese Wahrheit in der Tat anzuwenden, der hat noch nicht gelernt, der revolutionären Klasse in ihrem Kampf um die Befreiung der gesamten werktätigen Menschheit von den Ausbeutern zu helfen. […]. Unsere Theorie ist kein Dogma, sondern eine Anleitung zum Handeln, pflegten Marx und Engels zu sagen, […]. ‚Die politische Tätigkeit ist nicht das Trottoir des Newski-Prospekts‘ (das saubere, breite, glatte Trottoir der schnurgeraden Hauptstraße Petersburgs), pflegte schon N.G. Tschernyschewski, der große russische Sozialist der vormarxschen Periode, zu sagen.“ (http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1920/linksrad/kap08.html)

Selbst Genosse Systemcrash plädiert in unserer Debatte zwar für eine „revolutionär-marxistische“ Organisation, aber daß diese „perfekt“ sein könne oder solle, ist auch ihm nicht über die Lippen gekommen.
Und ich plädiere für eine revolutionäre Organisation, die sowohl revolutionäre MarxistInnen als auch revolutionäre AnarchistInnen umfaßt – denn alle Fragen, die sich nach einer antikapitalistischen Revolution stellen, werden alle GenossInnen, die evtl. in nächster Zeit eine Organisationen gründen, aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr in ihrer politischen Praxis beantworteten können / nicht mehr in ihrer politischen Praxis beantworten müssen!

II. Die Unklarheit des ‚Klaren’: Welcher Kapitalismus? Welcher Antikapitalismus?

Wenn also eine „perfekte revolutionär-marxistisch-sozialistische Organisation“ ein Pappkamerad ist, der augenscheinlich nur aufgebaut wurde, um ihn umhauen zu können, dann lautet die wirkliche Frage also: Was sollen wir unter einer „breitere[n] Organisation, mit […] klare[m] Antikapitalismus“ verstehen, zu deren Charakterisierung Tino das Wort „revolutionär“ nicht verwendet?!

Daraus ergeben sich die in der Unterüberschrift dieses Artikels angekündigten vier Fragen an Tino und alle anderen an der hiesigen Debatte Beteiligten: (mehr…)

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3 Videos zur Geschichte zur Geschichte des Kommunistischen Bundes und des AK

Entdinglichung verlinkt drei Videos zur Geschichte des Kommunistischen Bundes (KB) und des AK bzw. ak (vormals: Arbeiterkampf; heute: analyse & kritik):

Die bei Georg Fülberth und Frank Deppe entstandene Dissertation von Michael Steffen zum gleichen Thema (Geschichten vom Trüffelschwein. Politik und Organisation des Kommunistischen Bundes 1971 bis 1991, Uni Marburg, 2002) ist online zugänglich: http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2002/0060/pdf/z2001-0060.pdf.

Cover_Trüffelschwein

Darin befindet sich – als Teil des I. Kapitels – ein Abschnitt zum Maoismus des KB:

2. Zum chinesischen Bezugsmodell (Exkurs)

  • 1 Volkskriegskonzept
  • 2 Partei und Massen
  • Massenlinie
    Einheit, Kritik, Einheit

  • 3 Klassenkampf im Sozialismus, Kulturrevolution
  • 4 Trikontparadigma
  • 5 Konvergenztheorem
  • 6 Revisionismuskritik
  • Partei- und Staatsfrage
    Stalinfrage
    Friedliche Koexistenz
    Friedlicher Übergang“

    Gedruckt ist die Untersuchung bei Assoziation A erschienen: Berlin, 2002, ISBN 3-935936-07-9.

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    Veranstaltungen mit SIB-Beteiligung

    1. HEUTE, Mo., den 3. Okt., 19:00 h, Tritezza, Pannierstr. 5 (U-Bhf. Hermannplatz)

    Veranstaltung, Mo., 3.10.: Perspektiven feministischer Organisierung nach dem Slutwalk

    mehr Infos:
    http://arschhoch.blogsport.de/2011/09/14/va-3-10-perspektiven-feministischer-organisierung-nach-dem-slutwalk/.

    2. In 14 Tagen (Mo., den 17.10.), 20 h, Zielona Gora, Grünberger Str. 72, Berlin-Friedrichshain

    Eine Mitglied des Netzwerkes für die Freiheit der politischen Gefangenen referiert über u.a. über die aktuelle Repression gegen Mitglieder der Rote Hilfe International (RHI) in Spanien und ein SIB-Mitglied über Geschichte und Strategie der (wiedergegründeten) Kommunistischen Partei Spaniens [PCE(r)] und der Antifaschistischen Widerstandsgruppen 1. Oktober (GRAPO)

    Veranstaltung, Mo., 17.10.: Geschichte und Strategie von GRAPO und PCE(r)

    Mehr Infos:
    http://international.blogsport.eu/2011/09/27/17-10-2011-veranstaltung-die-vergessenen-gefangenen.

    Der Vortrag des SIB-Mitgliedes wird sich ungefähr wie folgt gliedern: (mehr…)

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    Neues und altes zum Verhältnis von Feminismus und Marxismus:

    Robert Schlosser schreibt in seinem neuen, vergangenes Wochenende bei „trend. onlinezeitung“ erschienenen Papier „Sortieren oder diskutieren?“ (s. dazu auch den hiesigen Beitrag von Frank Braun: „Geduldig zuhören“):

    „Es geht gerade nicht darum, ‚Kapitalismus- und Patriarchatskritik wieder zusammen zu bringen', sondern sie deutlich zu unterscheiden!!! Nur so kann deutlich werden, dass die Herrschaft des Mannes über die Frau nicht durch Klassenkampf zwischen Lohnarbeit und Kapital aufzuheben ist. Die Autonomie der Frauenbewegung muss anerkannt, durchgesetzt und gewahrt bleiben, auch mit eigenen Zielen und Programm!“

    Ich setze in meinem blog Theorie als Praxis die Doku-Serie „Als es noch einen revolutionären Feminismus gab…“ fort – diesmal mit einem Papier Schweizer Feministinnen von 1990 (und einer Antwort von Frauen aus der radikal): (mehr…)

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    Von der Philosophie zur Politik

    Noch mal zu Postmoderne und Leninismus –

    oder: Antwort1 auf das „Quietscheentchen“-Papier (SIBS v. 28.7.) (mehr…)

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    Diskussion mit Klandestinen Militanten

    Seit dem Sommer 2009 erscheint die linksradikale Zeitschrift radikal, die seit ihrer Gründung im Jahre 1976 verschiedene Transformationen durchgemacht hat, als „publikation der revolutionäre linken“. Diese Ausgabe, es war die Nr. 161, rezensierte ich in meinem blog Theorie als Praxis in vier Teilen.1
    Der vierte Teil davon wurde in der Ausgabe Nr. 162 (Winter 2010) von der radikal nachgedruckt.2 Nun antworten in der kürzlich erschienen Ausgabe Nr. 164 (Sommer 2011) Klandestine Militante auf den fraglichen Teil meiner damaligen Rezension.3 (mehr…)

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    Noch mal: Diversity-Management statt Klassenkampf?

    Detlef Georgia Schulze schreibt zur Kontroverse Prütz/Schilwa vs. Seibert:

    Kein Zweifel: „Diversity-Management statt Klassenkampf“ – das wäre kein Mottto, das Zustimmung verdienen würde. Doch trotzdem impliziert die von Prütz/Schilwa aus der jungen Welt übernommene Überschrift eine gewisse Schieflage: Sie scheint einen exklusiven Widerspruch zwischen „Diversity-Management“ einerseits und „Klassenkampf“ andererseits zu implizieren. Prütz/Schilwa sprechen dann zwar auch vom Geschlechterkampf, der durch die Rede über Identitäten „ersetzt“ werde. Schließlich zitieren sie aber doch wieder zustimmend Ellen Meiksins Wood mit den Worten: Der Postmodernismus entwaffne und zersetze „den Widerstand gegen den Kapitalismus“ (meine Hervorhebung), womit dann erneut der Klassenkampf bzw. Kapitalismus als Hauptgesichtspunkt behauptet ist.

    Mal abgesehen von der Frage, ob das, was Prütz/Schilwa zurecht kritisieren, – ohne nähere Differenzierung – treffend als „Postmodernismus“ zu bezeichnen ist: Jene laxe Haltung, die sich m.E. in der Tat besser als diversity management bezeichnen läßt, steht nicht nur revolutionärer antikapitalistischer, sondern auch revolutionärer feministischer und antirassistischer Politik entgegen. (mehr…)

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    Zehn Punkte, über die wir diskutieren sollten

    schlägt Detlef Georgia Schulze im Blog Theorie als Praxis vor.

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    „Antikapitalistisch ist nicht revolutionär genug!“

    … antwortet Detlef Georgia Schulze im Blog Theorie als Praxis

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