Tag-Archiv für 'geschlecht'

Noch zwei feministische Veranstaltungen

Do., den 15.03., 20:00 h

Queer Theory gegengelesen: Judith Butler und ihre Positionierung zu sozialen Problematiken

Judith Butler gehört zu den meistzitierten Queer-Theoretiker_innen, für manche ist sie die Ikone des Third-Wave-Feminismus – einer Bewegung, der gerne ihre Konsumfreude und politische Beliebigkeit vorgeworfen wird. In der Veranstaltung soll der Fokus dagegen auf Butlers Analysen sozialer Konflikte gerichtet werden und den politischen Handlungsoptionen, die sie postuliert.

Bandito Rosso, Lottumstraße 10a, 10119 Berlin-Prenzlauer Berg (U-Bhf. Rosa-Luxemburg-Platz [U 2] und Rosenthaler Platz [U 8] sowie – mit etwas längerem Fußweg – S-Bhf. Hackescher Markt)

Weitere Infos:
http://nea.antifa.de/lokales/8maerz2012.html (auch mit Hinweisen auf weiteren VA rund um den 8. März)

Fr., den 16. – 18.3. 2012

Kolonialismus und Neokolonialismus- Bruch oder Kontinuum?

WARUM NUR FRAUEN*? (mehr…)

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Termine – 8. März und M31-Mobi-VA

Mo., den 5.3., 19 h
TREND-Gespräch Nr. 4 zu „Programm & Organisation“: Keine Revolution ohne Dekonstruktion?!
Café Commune, Reichenberger Str. 157 in 10999 Berlin-Kreuzberg (U-Bhf. Kottbusser Tor)
Weitere Infos:
http://www.trend.infopartisan.net/trd0312/t220312.html

Mi., den 7.3., 20 h
Roter Abend: Economy is a Gender Issue
Während feministische Kritik und Politik in den vergangenen zwanzig Jahren von queer- und trans-Anliegen relativiert, modifiziert und teilweise auch angegriffen wurden, gibt es nun eine Tendenz zurück zur – oftmals auf Klassenverhältnisse reduzierten – Auseinandersetzung mit strukturellen Herrschaftsverhältnissen und polit-ökonomischen Fragestellungen. Dieser Reduzierung will die Gruppe Internationale KommunistInnen mit der Veranstaltung etwas entgegensetzen und zeigen, daß auch economy ein gender – und nicht nur ein classissue ist.
Zielona Gora, Grünberger Str. 73, 10245 Berlin-Friedrichshain (Bus 240, U-Bhf. Samariterstr. oder – mit etwas längerem Fußweg – S-Bhf. Warschauer Str.)
Weitere Infos:
http://arschhoch.blogsport.de/2012/02/21/economy-is-a-gender-issue/

Do., den 8.3., 16 h
FLT-only Demonstration: Grenzenloser Widerstand, unversöhnlich mit den herrschenden Verhältnissen
ab: Familienministerium Glinkastr. 24, 10117 Berlin (U-Bhf. Französische Str. [U 6], U- und S-Bhf. Brandenburger Tor, U-Bhf. Mohrenstr. [U 2])
Abschlußkonzert mit Wonderska und Respect my fist
Aufruf: http://frauenlesbentrans.wordpress.com/2011/11/20/aufruf-zum-8-marz-2012-frauenkampftag/

Fr., den 09.03.2012, 15:00 h
Mitmach-Kundgebung: Kristina Schröder. Extrem unsozial. Extrem anti-feministisch. Extrem reaktionär.
Spreewaldplatz, 10999 Berlin-Kreuzberg (U-Bhf. Görlitzer Bahnhof)
Aufruf mit Fußnoten :-) : http://fels.nadir.org/de/termine/2012/02/kristina-schroeder-extrem

Di., den 13.3. ab 18 h
Veranstaltung: Arbeitskämpfe und Solidarität gegen das Diktat von EU und Finanzmärkten
mit einen Kollegen aus dem seit vier Monaten bestreikten Stahlwerk Elliniki Chalywurgia, der Journalistin Daskalopoulou von der seit Dez. 2011 bestreikten Zeitung Eleftherotypia, Prof. Kapsalis vom wissenschaftlichen Institut der griechischen Gewerkschaften, Dierk Hirschel (ver.di Vorstand, Betriebsleiter Wirtschaftspolitik) und Gregor Kritidis (Sozialwissenschaftler)
IG Metall-Haus, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin (U-Bhf. Hallesches Tor)
Ankündigungs-Flugblatt: http://arschhoch.blogsport.de/images/VeranstGriechenland.pdf

Mi., den 14.3., 19 h
Buchvorstellung: Der Kampf um Gleichberechtigung von Frauen heute. Es muß nicht bleiben wie es ist!
Verein iranischer Flüchtlinge, Reuterstr. 52, 12047 Berlin (U Hermannplatz)
Weitere Infos: http://sav-berlin.blogspot.com/2012/03/buchvorstellung-es-muss-nicht-bleiben.html

Fr., den 16.3., 19 h
Veranstaltung: Der Protest in der Krise
Eingeladen sind verschiedene politische Gruppen und soziale Netzwerke, um gemeinsam über linke außerparlamentarische Strategien in der Krise zu diskutieren: Was ist eure Position zum M31? Was erhofft ihr euch von dieser oder anderen Demos? Welche Aktionsformen sind sinnvoll außer Demonstrationen? Was könnten die nächsten Schritte angesichts der Krise sein? Was bedeutet internationale Solidarität praktisch? Wie lassen sich längerfristige Bündnisse oder Netzwerke bilden und mit welchen Zielen? Wieso interessieren sich so wenige hier in Berlin bisher für die Krisenproteste?
FAU-Lokal, Lottumstr.11, 10119 Berlin (U-Bhf. Rosa-Luxemburg-Platz [U 2] und Rosenthaler Platz [U 8] sowie – mit etwas längerem Fußweg – S-Bhf. Hackescher Markt)
Weitere Infos: http://m31berlin.blogsport.de/2012/02/25/veranstaltung-der-protest-in-der-krise/

Sa., den 17.3., 18 h
Workshop: Zur Aktualität des Feminismus (mehr…)

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Economy is a gender issue

Roter Abend, Mi., d. 7.3., 20 h zu Geschlecht & Krise

Seitdem sich die kapitalistische Produktionsweise mal wieder in einer ihrer periodischen Krisen befindet, ist wieder mehr von Kapitalismus, Kapitalismuskritik und teilweise auch Klassenkampf die Rede. Damit wird nunmehr – mit neu-alter Motivlage – eine bereits in den 1990er Jahren einsetzende Entwicklung verstärkt: Während feministische Kritik und Politik in den vergangenen zwanzig Jahren von queer- und trans-Anliegen relativiert, modifiziert und teilweise auch angegriffen wurden, gibt es nun eine Tendenz zurück zur – oftmals auf Klassenverhältnisse reduzierten – Auseinandersetzung mit strukturellen Herrschaftsverhältnissen und polit-ökonomischen Fragestellungen.
Dieser Reduzierung wollen wir mit unserer Veranstaltung etwas entgegensetzen und zeigen, dass auch economy ein gender – und nicht nur ein classissue ist. (mehr…)

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Heraus zum 8. März!

Aufruf der Berliner FrauenLesbenTrans*-Vollversammlung (FLT-VV) zum 8. März 2012:

Grenzenloser Widerstand, unversöhnlich mit den herrschenden Verhältnissen
Aufruf zum 8. März – Internationaler Frauenkampftag 2012

Seit langer Zeit kämpfen Feministinnen überall auf der Welt für ihre Befreiung. Der 8. März, seit 1911 internationaler Frauenkampftag, ist zum Symbol dieser Auseinandersetzung geworden. In den letzten 101 Jahren wurden viele Kämpfe geführt, angefangen bei denen der Textilarbeiterinnen in New York, der Suffragetten in England, der weltweiten Frauenbewegungen der 70er und 80er Jahre und der Roten Zora in der BRD, bis hin zu den heutigen Kämpfen der Textilarbeiter_innen in Bangladesh, der Frauen in den kurdischen und philippinischen Guerillabewegungen sowie in den Aufständen des Arabischen Frühlings.
In der BRD ist von formaler Gleichstellung in Bezug auf Zugangsmöglichkeiten zu Bildung, Beruf und Politik die Rede. Jedoch sind wir heutzutage immer noch mit der Tatsache konfrontiert, dass es ein gravierender Unterschied ist, ob man als Frau oder Mann in dieser Welt lebt. Das hierarchische Geschlechterverhältnis bleibt in der formal geschlechterblinden kapitalistischen Gesellschaft bestehen und feministische Kritik wird inzwischen als überholt abgetan. Diese Kritik ist aber alles andere als überholt. Sie ist brandaktuell und notwendig! Dies zeigt bereits ein kurzer Blick auf die gesellschaftliche Situation von FrauenLesbenTrans* in der BRD:
Fangen wir beim Offensichtlichen an: Frauen erhalten immer noch 26% weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Auch die Doppel- und Dreifachbelastung gehört nicht der Vergangenheit an: Hausarbeit und Kindererziehung werden auch in der modernen flexiblen Familie von den Frauen übernommen. Familienministerin Kristina Schröder tut ihr Bestes, um diese Situation durch Einsparungen im Bereich der Familienpolitik (z.B. Elterngeld) weiter zuzuspitzen. Sie redet von Männerdiskriminierung; von Frauen, die an ihren schlecht bezahlten Jobs selbst schuld sind und propagiert die Rückkehr der bürgerlichen Kleinfamilie inklusive der sogenannten Herdprämie.

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Geschlecht der/und Krise – Termine

1. Fr., den 17. Feburar, 19 h

Wir möchten Euch herzlich zu einem feministischen Salon mit der Gruppe Feminist Fightback aus London einladen (http://www.feministfightback.org.uk/). Der Salon findet im Rahmen eines Austausches mit dem Berliner Feminismus AK der NFJ statt (http://naturfreundejugend-berlin.de/). Feminist Fightback haben im vergangenen Jahr insbesondere zu den lokalen Auswirkungen der Krisenpolitik in Großbritannien gearbeitet und dabei vor allem auch Erfahrungen in Bündnisarbeit gesammelt. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind u.a. Fürsorgearbeit und reproduktive Arbeit, sie arbeiten zudem zu Abtreibung und Sexismus.
Der Abend ist nicht als Input-Veranstaltung geplant, sondern als offene Diskussion um verschiedene Fragestellungen, die wir und ihr zu Beginn des Abends generieren werden. Insofern wäre es toll, wenn Ihr Fragen mitbringt, die Euch wichtig sind oder Euch schon länger beschäftigen – beispielsweise zu möglichen politischen Strategien und Praxen, aber auch zu theoretischen Überlegungen die im Zusammenhang mit feministisch motivierten Diskussionen um Arbeitsformen im Kapitalismus, sozialen und Arbeitskämpfen oder allgemeiner: Ausbeutung und Geschlechterherrschaft stehen. Der Salon soll dem Austausch und der Vernetzung dienen – Feminist Fight back und wir freuen uns über in Gruppen organisierte Menschen wie über free floating feminists oder interessierte Einzelpersonen. Zum krönenden Abschluss gibt es für die Sinne Musik, Tanz und Trunk.
All genders welcome! Kommt zahlreich – wir freuen uns!
Euer Ak Feminismus der NFJ
17.2.2012// 19:00 Uhr// f.a.q.// Jonasstr. 40// Der Laden liegt zwischen U8-Leinestr. und S/U-Hermannstr.
http://as-laden.info

(Quelle:
http://naturfreundejugend-berlin.de/node/438)

2. Fr., den 2. März, 19 h (FrauenLesbenTrans* only)

Titel: Finanzkrise? Kapitalismuskritik? – Wir verstehen nichts ohne feministische Analysen!
Vortrag von Tove Soiland mit anschließenden Arbeitsgruppen
Wann: Fr. 2.3. 19 Uhr
Wo Mehringhof, Versammlungsraum, Gneisenaustr. 2a
Für wen? flt*

(Quelle:
mail)

3. Mi., den 7. März, 20 h

Mi. 7.3. Roter Abend: FeministInnen zur Krise im Zielona Gora

(Quelle:
http://frauenlesbentrans.wordpress.com/2012/01/14/termine-um-den-8-marz-herum/)

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Zu den Fragen des revolutionären Feminismus heute

Poststrukturell?

Eine erkennbare Wirklichkeit zu leugnen ist eine Ausrede, sich nicht bewegen zu müssen. Ohne Erkenntnisse und ohne Analyse fehlt auch eine Perspektive, wie mensch es „besser machen“ könnte und somit der Grund zum Handeln. Wer keine Kategorien mehr definieren mag, kann auch keine Kategorie der Unterdrückten erkennen und somit keinen Kampf für die Emanzipation führen. Da es aber eindeutig ist, dass die Gesamtsituation nicht unverändert weiter bestehen sollte, bleibt nichts anderes übrig, als einen Standpunkt einzunehmen und mit der Analyse zu beginnen.

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Kommunistische Organisierungsdebatte? Na endlich!

Ein Beitrag der internationalen Kommunist_innen zum aktuellen Stand der Organisierungsdebatte

Mit dem Beitrag der „Sozialistischen Initiative Berlin“ (SIB) hat die Debatte um eine „Neue Antikapitalistische Organisation“1, die bei Trend schon seit längerer Zeit geführt wird, deutlich an Lebendigkeit gewonnen. Inzwischen gibt es eine Reihe von Beiträgen, die sich an der Debatte beteiligen.
Wir begrüßen die Tatsache an sich, dass nun ein paar Gruppen und Einzelpersonen die Notwendigkeit einer verbindlichen antikapitalistischen Organisierung2 zur Intervention und Zuspitzung gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und zur Formierung grundsätzlicher und fundierter Gesellschaftskritik betonen. Und wir begrüßen, dass sich bereits über die Rahmenbedingungen eines antikapitalistischen Organisierungsprozesses ausgetauscht wird. An diesem Punkt möchten wir uns ebenfalls einklinken.
Unserer Meinung nach hat die Debatte eine Reihe von Fragen und Problemen aufgeworfen, weshalb wir uns jetzt mit diesem Beitrag zum aktuellen Stand der Diskussion positionieren und einige der Fragen aufgreifen wollen. Diesen Beitrag verstehen wir nicht als Grundsatzpapier. Wir wollen jedoch zu gegebener Zeit einen längeren inhaltlichen Text veröffentlichen.

1. Was wollen wir überhaupt für eine Art von Organisierung?

Das Ziel der aktuellen Debatte war es ursprünglich eigentlich, eine „Neue Antikapitalistische Organisation“ zu gründen, zumindest wurde dies von der SIB in ihrem Papier so formuliert. In der derzeitigen Diskussion scheinen sich jedoch zwei gegensätzliche Ansätze herauszukristallisieren:
a.) Antikapitalistische Organisierung, was aus unserer Perspektive eine kommunistische Orientierung impliziert
b.) Organisierung auf klassenkämpferischer Grundlage=“Klassenlinke“ (Ablehnung von Sozialpartnerschaft, keine Mitverwaltung der Krise und allgemeine sozialistische Orientierung ohne explizit revolutionäre Politik, diffuser Antikapitalismus)

2. Worin bestehen die Unterschiede zwischen einer antikapitalistischen Organisierung und einer Organisierung auf klassenkämpferischer Grundlage? (mehr…)

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Die ‚langen’ 90er Jahre beenden!

khs hat das Talent, sich auch seinem neuen Text auf ein Zitat zu berufen, dessen Aussage weitgehend unumstritten ist. Diesmal ist es ein Lukács-Zitat: „Es wäre eine völlig undialektische, unhistorische Denkungsweise, die aus der Feststellung, daß der Sozialismus nur als bewußte Umwandlung der ganzen Gesellschaft verwirklicht werden kann, zu der Forderung käme, dies müsse auf einen Schlag und nicht prozeßartig geschehen.“ (mehr…)

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Für eine neue Internationale Arbeiterassoziation? Oder für einen Bund der RevolutionärInnen?

[der folgende Text als .pdf-Datei]

Im Spätsommer fanden sich einige NutzerInnen des Marx-Forums zusammen, um ein – dann „Bochumer Programm“ genannten – Beitrag zur auch hier geführten Programm- und Organisierungsdebatte zu schreiben. Darüber hatte ich hier am 19. September – auch mit einigen knappen kommentierenden Anmerkungen versehen – berichtet. Rund einen Monat später äußerte ich anhand von weiteren Äußerungen aus dem Bochumer AutorInnenkreis (1 und 2) die Vermutung, daß hinter dem Programm-Entwurf eine gradualistische Konzeption der Gesellschaftsveränderung (= Vorstellung, eine qualitative Veränderung der Gesellschaftsstruktur sei – ohne revolutionären Bruch – durch eine Anhäufung einer Reihe von mehr oder minder radikalen Reformen möglich) stehe, und habe diese als illusorisch kritisiert. Außerdem äußerte ich mich in zwei weiteren Kommentaren (1 und 2) beiläufigen kritisch zu dem Bochumer Programm-Entwurf. – Darauf antwortet nun einer der Entwurfs-Autoren, Wal Buchenberg, im Marx-Forum.

Dort schreibt er:

1.

„Das Bochumer Programm zielt […] nicht nur auf einen Zusammenschluss der trotzkistischen Strömung in der Linken, sondern auf einen Zusammenschluss aller Kommunisten, Sozialisten und Anarchisten zunächst in Deutschland, dann in Europa. Vorbild für das Bochumer Programm ist deshalb nicht das ‚Kommunistische Manifest’ oder irgend ein späteres Parteiprogramm, sondern die Gründungsdokumente der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA) von 1864.
Im Rückblick auf die IAA schrieb F. Engels 1887: ‚Als Marx die Internationale gründete, hat er die Allgemeinen Statuten so abgefasst, dass ihr alle proletarischen Sozialisten jener Zeit beitreten konnten … selbst der weiter fortgeschrittene Teil der englischen Gewerkschaftler; und nur dank dieser Breite ist die Internationale das geworden, was sie war, das Mittel zur allmählichen Auflösung und Aufsaugung all jener kleineren Sekten… Hätten wir von 1864 – 1873 darauf bestanden, nur mit denen zusammenzuarbeiten, die offen unsere kommunistische Plattform anerkannten wo wären wir heute? Ich denke, unsere ganze Praxis hat bewiesen, dass es wohl möglich ist, mit der allgemeinen Bewegung der Arbeiterklasse in jeder einzelnen Etappe zusammenzuarbeiten, ohne unsere eigene aparte Stellung oder gar Organisation aufzugeben oder zu verbergen …’ F. Engels an Kelley-Wischnewetzky (1887), MEW 36, 598.

Mit dem Engels-Zitat ist schon gesagt, warum ich mit der Bochumer Konzeption nicht einverstanden bin. Engels schrieb: „Ich denke, unsere ganze Praxis hat bewiesen, dass es wohl möglich ist, mit der allgemeinen Bewegung der Arbeiterklasse in jeder einzelnen Etappe zusammenzuarbeiten, ohne unsere eigene aparte Stellung oder gar Organisation aufzugeben oder zu verbergen …“ (meine Hv.)
Wenn „Sozialisten“ das Bochumer Wort für GradualistInnen ist, während AnarchistInnen und KommunistInnen RevolutionärInnen sind, dann werde ich jedenfalls keine gemeinsame Organisation mit „Sozialisten“ gründen, bevor nicht eine einigermaßen flächendeckend handlungsfähige Organisation der RevolutionärInnen existiert.
Ohne an dieser Stelle die Frage diskutieren zu wollen, ob denn für die Zusammenarbeit mit der „allgemeinen Bewegung der Arbeiterklasse“ – um Engels (dem Stand der Debatte nur noch teilweise gerecht werdende) Formulierung aufzugreifen – eine gemeinsame Organisation überhaupt die geeignete Form ist oder dafür nicht eher Bündnisse und Netzwerke in Betracht kommen,
war jedenfalls der grundlegende Fehler der ökosozialistischen Strömung bei den Grünen (und ist heute in abgeschwächter Form der Fehler der isl innerhalb der Linkspartei [vgl. dort]) auf eigene, auch nach außen handlungs- und bündnisfähige Organisationsstrukturen zu verzichten und in dem Bündnis mit GradualistInnen und ReformistInnen aufzugehen.
Der Fehler war also, das nicht zu machen, was Lenin mit Recht für unabdingbar erklärt hat: nämlich „in jeder Situa­tion – auch einer so schlechten wie heute –„revolutionäre Arbeit zu leisten“ (LW 31, 239 [engl.]). Statt dessen war die weitgehende Praxis des linken Flügels der Grünen und ist heute weitgehend die Praxis des linken Flügels der Linkspartei und der sozialen Bewegungen, nicht nur Bündnisse mit GradualistInnen und ReformistInnen einzugehen – was richtig ist, sondern sich selbst auf reformistische Arbeit zu beschränken, also die revolutionären Praxis aufzugeben und die „revolutionäre Arbeit […] durch reformistische [zu] ersetzen“ (vgl. krit. LW 23, 197 [engl.] – jew. meine Hv.), was falsch ist.
Der historische Bedeutung des „Na endlich“-Papiers liegt darin, vorzuschlagen, diese Selbstaufgabe der RevolutionärInnen, die zunächst Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre die K-Gruppen, dann nach 1989 auch die autonome und antiimperialistische Szene und die Stadtguerillagruppen erfaßte, beenden zu wollen: (mehr…)

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„Antiimperialismus“ und Geschlechterverhältnis

Zwei Zitate zum Thema:

1.

[…]. Eine Schwäche in dieser Phase der Intifada lag jedoch darin, daß die Organisationen der PLO (Fatah, DFLP, PFLP..) in den Volkskomitees nicht eine Politik betrieben, die Beteiligung der Massen auszuweiten und zu stärken, sondern daß sie die Macht der Basis faktisch einschränkten. So wurden die Frauen beispielsweise zurückgedrängt in Bereiche, die sich mit der traditionellen Rolle der palästinensischen Frau gut vertragen. Frauen organisierten nunmehr hauptsächlich den illegalen Schulunterricht und die häusliche Ökonomie; nicht vertreten jedoch waren sie bezeichnenderweise in den entstehenden Popular Annies, den sogenannten Schlagenden Truppen. […].
In dieser Phase sind Entwicklungen durchgesetzt worden, bzw. konnten aufgrund mangelnder Organisierung nicht verhindert werden, die für die Frauen von entscheidender Bedeutung waren: Schon zu Beginn war die klassische gesellschaftliche Arbeitsteilung nicht in Frage gestellt oder angegriffen worden. Zwar haben sich die Frauen in Frauen- und Volkskomitees organisiert und zahlreiche andere Aufgaben übernommen, aber die Arbeit zu Hause, sprich Reproduktions- und Subsistenzarbeit, lastete weiter auf ihren Schultern. Diese Arbeitsteilung setzte sich dann in der oben erwähnten Aufgabenteilung in der Intifada fort. Den Frauenorganisationen ist es nicht gelungen, diesen gesellschaftlichen Zustand theoretisch und praktisch in Frage zu stellen. Dazu gehört auch die Bedeutung der Ehre der Frau in der palästinensischen Gesellschaft und die Funktion von Frauen als Mütter, die möglichst viel ‚Nachschub’ für die Intifada gebären sollen. Die PLO inklusive der PFLP untersagt(e) Abtreibung und Geburtenkontrolle; es sei Pflicht der palästinensischen Frau, Kinder zu gebären. […].
Das Zurückdrängen der Frauen war möglich, weil zum einen die nationalen Organisationen die Befreiung der Frauen weder praktisch, noch theoretisch in ihrem Programm haben, bzw. diese nach ihrer Ideologie erst nach der Revolution durchgesetzt werden kann, und zum anderen, weil sich die Frauen nicht für ihre eigenen Rechte organisiert und keine eigenen Konzepte für ihren Kampf um Befreiung entwickelt hatten. […].
George Habash hat vor internationationalem Publikum behauptet: (mehr…)

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ORGANISIERUNGSDEBATTE: