Tag-Archiv für 'ellen-wood'

Von Quietscheenten, Liebesbeziehungen und »Fidelio« – zum Stand der ökumenischen Initiative aus dem Ratskeller Schöneberg

Ehrlich gesagt, liegt offenbar in uns Deutschen eine gewisse Trägheit und Unbehülflichkeit des Geistes für das praktische Leben und eine grenzenlose Zufriedenheit mit unseren bloßen Theorien und Projekten. Wie der Strauß seine Eier in den Sand, legen wir unsere Ideen auf das Papier, ohne uns darum zu kümmern, ob diese je ins Leben treten werden.
(Frühsozialist Ludwig Gall 1826)

Die Reaktionen auf unser »Na endlich«-Papier haben uns mehrheitlich positiv überrascht, die Debatte hat mittlerweile ganz schön Fahrt aufgenommen und es wird wohl Zeit, dass wir uns mal wieder kollektiv zu Wort melden. (mehr…)

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Noch mal: Diversity-Management statt Klassenkampf?

Detlef Georgia Schulze schreibt zur Kontroverse Prütz/Schilwa vs. Seibert:

Kein Zweifel: „Diversity-Management statt Klassenkampf“ – das wäre kein Mottto, das Zustimmung verdienen würde. Doch trotzdem impliziert die von Prütz/Schilwa aus der jungen Welt übernommene Überschrift eine gewisse Schieflage: Sie scheint einen exklusiven Widerspruch zwischen „Diversity-Management“ einerseits und „Klassenkampf“ andererseits zu implizieren. Prütz/Schilwa sprechen dann zwar auch vom Geschlechterkampf, der durch die Rede über Identitäten „ersetzt“ werde. Schließlich zitieren sie aber doch wieder zustimmend Ellen Meiksins Wood mit den Worten: Der Postmodernismus entwaffne und zersetze „den Widerstand gegen den Kapitalismus“ (meine Hervorhebung), womit dann erneut der Klassenkampf bzw. Kapitalismus als Hauptgesichtspunkt behauptet ist.

Mal abgesehen von der Frage, ob das, was Prütz/Schilwa zurecht kritisieren, – ohne nähere Differenzierung – treffend als „Postmodernismus“ zu bezeichnen ist: Jene laxe Haltung, die sich m.E. in der Tat besser als diversity management bezeichnen läßt, steht nicht nur revolutionärer antikapitalistischer, sondern auch revolutionärer feministischer und antirassistischer Politik entgegen. (mehr…)

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Na endlich? Ein Streit …

… schreibt Freitag-Redakteur Tom Strohschneider heute in seinem Blog Lafontaines Linke über einen publizistischen Schlagabtausch zwischen Michael Prütz und Michael Schilwa von der Sozialistischen Initiative Berlin-Schöneberg und Dr. Thomas Seibert, Vorstandssprecher des Instituts Solidarische Moderne (ISM).

Die Debatte war auf Anregung Strohschneiders zustande gekommen, nachdem Seibert das Schöneberger Papier, das auch den Anstoß für die Diskussion in diesem Blog gegeben hat, mit den Worten kommentiert hatte: „Da sitzen die, die immer da sitzen. Lasst sie sitzen.“

„Seibert ist erkennbar aus auf eine ‚mosaiklinke‘ Arbeitsteilung“, charakterisieren Prütz und Schilwa die Position des „Bewegungsphilosophen“ (Linksparteivizechefin Katja Kipping) in ihrem Beitrag: „Radikale Kapitalismus-Kritik hat durchaus ihre Berechtigung (in der schwersten Legitimationskrise des Kapitalismus seit Jahrzehnten sowieso), ist aber eher was für’s Feuilleton oder die gefühlt 23. Marxismus/Sozialismus/Kommunismus-Konferenz. Richtige ‚Realpolitik‘ machen wir lieber mit Andrea Ypsilanti, Katja Kipping und Sven Giegold.“

Wogegen Seibert setzt: „Eine revolutionäre Organisierung zielt nicht auf Repräsentation, sondern schlägt in den Kämpfen praktisch wie theoretisch eine bestimmte Vorgehensweise vor und richtet sich dabei an die, die dieses besondere Vorgehen zu ihrer eigenen Sache machen wollen.“ Was Prütz und Schilwa wahrscheinlich sogar unterschreiben würden.

Gemeint ist bei Seibert aber am Ende doch etwas anderes: „Gelingen kann so verstandene ‚revolutionäre Einheit‘ nur, wenn die Vielheiten der Erfahrungen und Subjektivitäten, also die Vielheiten der Kämpfe und ihre (bleibend!) unterschiedlichen Logiken so aufeinander bezogen werden, dass keiner der beteiligten Terme (Klasse, gender, race, aber auch Herrschaft, Ausbeutung und Subjektivierung, also Disziplin, Norm, Kontrolle, ‚Mehrheit‘ und ‚Minderheit‘, also Widerspruch der Klassen, Fluchten der ‚Minderheiten‘, Ästhetiken der Existenz, Reform, Revolution, Reformation) die anderen auf Dauer dominiert.“

Nun denn. Wer wie Seibert meint, Herrschaft, Ausbeutung, Klasse – also die Frage, ob ich für mein Geld arbeiten muss oder ob mein Geld für mich ‚arbeitet‘ – seien keine realen gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern „Terme“– also Begriffe, Denkinhalte –, die andere „Terme“ dominieren (was Seibert aber nicht gut findet), der sollte Prütz, Schilwa und „die, die immer da sitzen“, in der Tat sitzen lassen und vor allem selbst am besten da sitzen bleiben, wo er sitzt. Für den Rest dokumentieren wir an dieser Stelle den Beitrag von Prütz und Schilwa. Seiberts Beitrag und die komplette Debatte, inklusive der Moderation von Tom Strohschneider, findet sich hier.

Diversity-Management statt Klassenkampf?

Eine Wortmeldung aus der Traditionalisten-Ecke / Von Michael Prütz und Michael Schilwa (Sozialistische Initiative Berlin-Schöneberg)

Wenn schon der (wahrlich vorsichtige und bescheidene) Versuch, eine Debatte über die Bündelung / (Selbst)organisierung der radikalen Linken in Deutschland anzustoßen und dabei ausgetretenen Pfade zu verlassen (z.B. einen ernsthaften Dialog zwischen „Post-Autonomie“ und „Offenem Marxismus“ wieder zu beleben) beim „Bewegungsphilosophen“ Thomas Seibert zu ganz und gar nicht „diskursiven“, sondern recht rustikalen Reaktionen führt („Da sitzen die, die immer da sitzen. Lasst sie sitzen.“), dann gibt das Anlass zu der Hoffnung, dass wir mit unsere Initiative doch irgendwas richtig gemacht haben. (mehr…)

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„Antikapitalistisch ist nicht revolutionär genug!“

… antwortet Detlef Georgia Schulze im Blog Theorie als Praxis

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Neue antikapitalistische Organisation? Na endlich!

Worüber müssen wir uns verständigen und worüber nicht

„Sie ärgern sich zwar über Eure Lektion, aber sie können trotzdem nicht aufhören, ‚Klasse’, ‚Proletariat’ und ‚Revolution’ mit demselben Akzent zu sagen wie Ihr, nämlich mit dem Akzent der III. Internationale.“
Offener Brief von MANIFESTO an LOTTA CONTINUA 1972 (1)

Teile der (post)autonomen Bewegung / der radikalen Linken diskutieren z. Z. sehr ernsthaft die „Organisationsfrage“ (die AVANTIS sprechen sogar von einem „Neuen kommunistischen Projekt“), was wir auf’s Schärfste begrüßen.

Sicher nicht zufällig fällt die Diskussion zusammen mit einer Krise der ‚Interventionistischen Linken’ (IL) als Struktur, Debattenforum, „Dachverband“ der außerparlamentarischen Linken in Deutschland.

Die (Selbst)kritik an den offenkundigen Defiziten der IL – mangelnde bzw. überhaupt nicht vorhandene Verbindlichkeit, linksradikale „Selbstreferenzialität“, keine erkennbare strategische Ausrichtung („Eventhopping“), mangelnde Klassenorientierung geht u. E. in die richtige Richtung.

Wobei wir keineswegs verdrängen, dass „unsere Richtung“, also die „traditionelle“ klassenorientierte radikale Linke, sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten ebenfalls nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.

Soll die Überwindung sowohl der unverbindlichen „Konferenzeritis“ als auch des sektiererischen Zirkelwesens wirklich gelingen, müssen „Marxismus“ und „Autonomie“, Links-Sozialisten / Links-Kommunisten und Bewegungslinke eine solidarische und kontroverse, ergebnisoffene und zielgerichtete Debatte anfangen. (mehr…)

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