Tag-Archiv für 'cfm-streik'

Terminhinweise zum CFM-Streik: Veranstaltung (15.11.) und Demo (19.11.)

1.

SAV-Veranstaltung: Ein Kampf der alle angeht: Der Streik an der CFM

Dienstag, 15. November, 19:00 h
Alten Feuerwache, Seminarraum 4,
Axel-Springer-Straße 40/41, 10969 Berlin-Kreuzberg (Nähe U-Bhf Spittelmarkt U2)

Der Streik an der Charité-Tochter CFM geht in die neunte Woche. Mit Flashmobs, Demonstrationen und Blockaden haben die Kollegen den Druck für ihre Forderung nach einem Tarifvertrag erhöht. Trotz steigender öffentlichen Aufmerksamkeit und breiter Solidarität über Berlin hinaus, schaltet der Senat und die privaten Anteilseigner Dussmann, Vamed und Hellmann bisher auf stur.
Die Streikenden führen einen beispielhaften Kampf. Wenn er erfolgreich ist, wäre dies ein Sieg und eine Ermutigung für alle Beschäftigten in tariflosen und (teil-)privatisierten Betrieben.
Wie kann der Kampf erfolgreich sein? Welche Erfahrungen haben die Streikenden gemacht? Was kann jeder dafür tun, den Kampf bekannt zu machen?
Dieses und vieles mehr wollen wir mit den Streikenden diskutieren. Es berichten KollegInnen von ihrem Kampf./blockquote>

Quelle: http://www.facebook.com/event.php?eid=240965972624816&notif_t=event_invite

2.

Solidaritätsdemonstration für die Streiks bei Alpenland und CFM

Samstag, 19. November, Start um 10:30 Uhr am S-Bhf. Friedrichstraße

CFM-Demo-Aufruf 19. Nov.

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CFM-Streik geht weiter

Hier ein paar pragmatische Termine und Hinweise für die nächsten Tage. Der Streik an der Charité Facility Management GmbH (CFM), der ausgegliederten und teilprivatisierten Servicetochter des Berliner Uniklinikums Charité, geht in die 9. Woche. Immernoch gibt es kein verhandelbares Angebot der Geschäftsführung. Die Gewerkschaften ver.di und gkl/dbb fordern einen Tarifvertrag und eine Lohnerhöhung von 168 Euro für alle.

Montag, 7. Nov: 16 Uhr Offene Streikversammlung mit Gästen aus anderen
Betrieben und Gewerkschaften im ver.di-Haus, Paula-Thiede-Ufer 10

Dienstag/Mittwoch, 8./9. Nov.: Streiklokal, Bettenhochhaus Campus Mitte. Unterstützer sind willkommen

Sonnabend, 12. Nov.: Demonstration „Banken in die Schranken“. Treffpunkt 12.30 Uhr Hauptbahnhof/Washingtonplatz beim ver.di-Wagen

Sonnabend, 19. Nov.: Solidaritätsdemonstration mit den Streiks bei CFM und Alpenland (Ort wird noch bekanntgegeben)

cfmsolikomitee.wordpress.com

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CFM-Beschäftigte brauchen Solidarität

Arbeiter und Angestellte von teilprivatisierter Billiglohntochter des Berliner Uniklinikums Charité richten sich auf langen und harten Streik ein

Seit 12. September wird die halbprivate Dientsleistungstochter des Berliner Uniklinikums Charité, die Charité Facility Management GmbH (CFM), von den Gewerkschaften ver.di un gkl (dbb tarifuniion) bestreikt. Die Beschäftigtenorganisationen fordern eine Lohnerhöhung für alle in Höhe von 168 Euro, vor allem aber den Abschluß eines Tarifvertrages überhaupt. Seit ihrer Gründung am 1. Januar 2006 herrscht an der CFM ein tarfifloser Zustand. 2004/2005 hatte der Berliner SPD-PDS-Senat unter Federführung des damaligen Forschungsenators Thomas Flierl (PDS) die Ausgliederung und Teilprivatisierung der nichtmedizinischen Dienstleistungen der Charité betrieben. Dazu waren ein Gutachten bei der Unternehmensberatung Roland Berger und diverse weitere Beratungsleistungen bei anderen einschlägigen Firmen in Auftrag gegeben worden (vgl. u. a. hier, hier und hier). Ziel des Outsourcings war die Kostensenkung durch das Unterlaufen von Tarifstandards.

Die CFM gehört zu 51 Prozent der Charité (die selbst zu 100 Prozent dem Land Berlin gehört). Die verbleibenden 49 Prozent liegen bei einem Konsortium aus dem Gebäudereinigungsspezialisten Dussmann, dem Unternehmen Hellman Worldwide Logistics und dem Medizintechnikausrüster Vamed, einer Tochter des Medizinkonzerns Fresenius.

Die dritte dort vertretene Gewerkschaft, die IG BAU, hat in den vergangenen Jahren in der CFM-Gebäudereinigersparte eine vorbildliche Organisationstätigkeit entfaltet. Jahrelang hat sie gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften einen Haustarifvertrag gefordert. Ende April schwenkte die Organisation jedoch um (die Gründe sind nicht ganz klar) und rief ihre Mitglieder auf, sich nicht am Streik zu beteiligen.

In der ersten Woche pendelte sich die Streikbeteiligung bei etwa einem Drittel der Beschäftigten ein, was sehr gut ist, gerade wenn man bedenkt, dass es bei der CFM einen hohen Anteil befristet Beschäftigter gibt, für die die Beteiligung an einem Streik sehr riskant ist.

Nachdem es in der ersten Streikwoche unmittelbar vor den Abgeordnetenhauswahlen nicht zu einer Einigung kam, ist die politische Situation für die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften deutlich schwieriger geworden. Ein langer Arbeitskampf scheint bevorzustehen, der nur gewonnen werden kann, wenn der Schaden für die Charité als Mehrheitseigner selbst so hoch wird, dass deren Vorstand einlenkt.

Der CFM-Streik sollte unterstützt werden, wo immer es möglich ist. Letztlich geht es bei diesem Arbeitskampf darum, einer aggressiven beschäftigtenfeindlichen Politik (die in diesem Fall von einer „rot-roten“ Regierung vorangetrieben wurde) entgegenzutreten: Outsourcing, (Teil-)Privatisierung, gezielte Aufspaltung von Belegschaften in noch halbwegs anständig bezahlte Altbeschäftigte und prekäre Neueingestellte, Ausweitung des Niedriglohnsektors als Angriff auf die Arbeits- und Lebensbedingungen aller Lohnabhängigen.

Eine Niederlage wäre ein Rückschlag für alle, die in dieser Stadt gegen die weitere Prekarisierung der Arbeit kämpfen.

Wer die Streikenden unterstützen will, kann sich an das Solidaritätskomitee wenden.

Weitere Informationen zur Geschichte der Auseinandersetzungen an der CFM finden sich in diesem Blog

Laufende Berichte u. a. in der jungen Welt und bei labournet.de

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