Beiträge von systemcrash

Bewegung, Programm, Partei

ein paar persönliche überlegungen zur situation der „radikalen linken“ in der BRD

auf dem weg zu einer „revolutionären einigung“?

die in die jahre gekommene „neue linke“ in deutschland steht vor einer entscheidenen zäsur. die im nachgang der studentenbewegung entstandenen „miniparteien“ haben sich als unfähig erwiesen, über ihr zirkeldasein hinauszugelangen und eine „politische wirksamkeit“ zu erlangen. dies gilt ausnahmslos für alle strömungen der „radikalen linken“, wobei meines erachtens „der trotzkismus“ (den es im singular gar nicht gibt) noch die grösste lebendigkeit aufweist; dies aber natürlich auch nur im rahmen seiner jeweils spezifischen milieus.

der zustand des weltkapitalismus mit seinen zunehmenden krisenerscheinungen erfordert es, dass die „radikale linke“ ihre bescheidenen kräfte vereinigt, um überhaupt als handlungsfähiger faktor wahrgenommen zu werden. dies kann natürlich nicht wahllos geschehen, sondern erfordert eine programmatische annäherung in den wesentlichen fragen, die für die heutige klassenpolitische situation massgeblich sind. alle weitergehenden fragen — insbesondere historischer natur — müssten für dieses ziel einer handlungsfähigen revolutionären linken zurückgestellt werden. für so ein projekt müssten so manche über ihren sektiererischen schatten springen. aber die vordiskussionen auf dem block der ‘neuen antikapitalistischen organisation’ (NAO) haben m e gezeigt, dass reformistischen und gradualistischen konzepten eine klare absage erteilt wurde. von daher sollten die gralshüter ihrer jeweils selbst interpretierten „orthodoxie“ eigentlich keine angst haben, sich in einem solchen projekt zu engagieren. zumal es in der NAO — wenn sie denn mal gegründet werden sollte — ein recht auf bildung von plattformen, tendenzen bis hin zu fraktionen geben wird. wichtig ist aber eine einigung in den grundfragen, um darüber auch eine gemeinsame praxis entwickeln zu können. wenn das gelingt, wird auch zwangsläufig das vertrauen der verschiedenen politischen kräfte untereinander grösser werden, und das wäre dann wieder einer inhaltlichen annäherung (oder gar einigung) dienlich.

alle gruppen, die sich darüber einig sind, dass

A) der revolutionäre „bruch“ mit der bürgerlichen gesellschaft erforderlich ist

B) dieser „bruch“ nur durch die mobilisierung der unterklassen erreicht werden kann (wobei die lohnabhängigen den klassen“kern“ darstellen)

C) dass aktionseinheiten und einheitsfronten erforderlich sind, um ziele im gesamtinteresse der arbeiterbewegung zu erreichen und um die basis gegen die (bürokratische) spitze zu kehren

D) dass gemeinsames regieren mit bürgerlichen parteien den kampf gegen das kapitalistische system untergräbt

E) dass wir formen verbindlicher organisierung benötigen, um diesem politischen kampf substanz und kontinuität zu verleihen

sollten in die debatte um die gründung der NAO einsteigen. für alle übrigen fragen, und mögen sie noch so untergeordnet sein, wird es zeit und raum zur diskussion geben. niemand braucht um seine politische identität zu fürchten, aber JETZT MÜSSEN wir den weg finden, um eine handlungsfähige revolutionäre organisation zu schaffen.

KAPITALISMUS, PATRIARCHAT, RASSISMUS

die diskussion um das verhältnis dieser drei kategorien untereinander ist noch nicht abgeschlossen. als vorläufigen konsens würde ich folgendes aus den bisherigen debatten herausdestillieren: (mehr…)

Thesen zum NAO Prozess

die nachfolgenden thesen sollen eine zusammenfassung der bisherigen debatten auf dem NAO blog sein:

1. bei der NAO geht es nicht um die gründung der „27. kleingruppe“, sondern um die „neugruppierung der radikalen linken“.
das heisst konkret, es geht darum, einen „programmatischen kern“ abzustecken, der das etikett „revolutionär“ verdient, aber gleichzeitig den verschiedenen strömungen ermöglicht, sich auf dieser grundlage zu „vereinigen“, ohne ihre politische identität aufgeben zu müssen.

2. solange die personelle basis der NAO debatten noch sehr „dünn“ ist, muss der prozess „offen“ gehalten werden, um anderen kräften einen anreiz zu bieten, sich in die debatten einzuklinken. dass mit ausnahme von fünf gruppen bisher keine resonanz von organisationen gekommen ist, zeigt, dass die vorbehalte gegenüber einer „parteigründungsinitiative“ sehr gross sind. es ist daher sehr wichtig, den potentiellen interessenten die angst vor der vereinnahmung zu nehmen und den NAO prozess möglichst transparent zu gestalten.

3. das gegengewicht zur „ergebnisoffenheit“ (SIB) ist die programmatische basierung durch die „essentials“. diese essentials bilden den kernbestand für ein „revolutionäres programm“, was nur das ergebnis von wissenschaftlichen untersuchungen, gemeinsamer politischer praxis und der konvergenz unterschiedlicher „linksradikaler“ strömungen sein kann. weit davon entfernt, in stein gemeisselt zu sein, bilden diese essentials doch das „gerüst“ oder den „rahmen“ dafür, was eine zukünftige NAO sein wird und leisten soll. alle interessierten organisationen seien daher dringend angehalten, zu prüfen, ob sie sich vorstellen können, auf dieser basis zu arbeiten. das beispiel der „bochumer“ hat gezeigt, dass mangelndes verständnis oder nichtübereinstimmung mit diesen essentials über kurz oder lang zu unüberbrückbaren politischen gegensätzen führt.

4. die organisatorische „form“ der NAO ist noch nicht geklärt. es gibt verschiedene vorschläge dazu. da ich kein mitglied der SIB bin und daher ihre internen debatten nicht kenne, stelle ich mal die verschieden ideen aus meiner sicht dar:

a) das „netzwerk der subjektiven revolutionäre“ (systemcrash). dieser vorschlag geht davon aus, dass die politischen unterschiede ZU GROSS für eine orgründung (mit „parteicharakter“) sind. daher soll in der anfangsphase der NAO nur eine vernetzung der verschiedenen beteiligten organisationen stattfinden, die aber ihre formelle unabhängigkeit behalten. ein teil ihrer ressourcen fliesst dann in den „gesamtprozess“ der NAO.

b) die „plena der subjektiven revolutionäre“ *(DGS). es sollen gemeinsame „gespräche“ unterschiedlicher linksradikaler strömungen stattfinden, um eine gemeinsame praxis zu evaluieren. sollte darüber eine vertrauensvolle zusammenarbeit und eine inhaltliche annäherung stattfinden, könnte in einer späteren phase eine organisation mit „höherer verbindlichkeit“ angegangen werden.
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* [nachtrag: die namensgebung ist noch offen. da „plena der subjektiven revolutionäre“ etwas sperrig klingt, könnte man es auch „rote plena“ oder „antikapitalistische dialoge“ nennen. der fantasie sind da wohl kaum grenzen gesetzt.] ;)

c) die „sozialistischen clubs“ (SOKO). der vorschlag der SOKO zielt im grunde auf eine organisationsgründung UNTERHALB der parteiebene, die verschiedene strömungen zwar zulässt, aber die offenheit des prozess würde mit der gründung auch beendet sein. auch wenn die SOKO keinen zeitrahmen für ihren vorschlag angegeben hat, so ist doch klar, dass man sowas mindestens noch in DIESEM JAHR beginnen müsste. denn auf der anderen seite ist auch klar, dass man die „offenheit“ nicht ewig aufrechterhalten kann, ohne dass die gefahr der „abbröckelung“ besteht. mit einer „formellen orggründung“ (egal, wie die innere verfasstheit dann sein mag) hätte man dann aber eher die „27. kleingruppe“ als eine weiterführung der „neugruppierung“.

4.1 ich hatte zwar mit dem vorschlag einer „ersten vorkonferenz“ ebenfalls aufs gaspedal gedrückt, aber ich sehe die vorkonferenzen auch nicht als vorstufen einer „orggründung“, sondern sie sollen die aufgabe haben, die formalen als auch inhaltlichen rahmenbedingungen des NAO prozesses abzustecken und zu konkretisieren. die grundsätzliche „offenheit“ würde dadurch nicht in frage gestellt werden.

4.2. im grunde hätten wir es mit diesen „orgmodellen“ mit einer zweiteilung der aufgabenstellung zu tun.

--- die „plena“ hätten die aufgabe, das „umfeld“ für den NAO prozess zu schaffen und die nötige soziale „breite“ herzustellen
(„das problem ist nicht der politische input, sondern die verbreiterung der basis“ [DGS])

--- die „kern NAO“ würde weiterhin daran arbeiten, die programmatische vereinheitlichung und konkretisierung voranzutreiben und damit die bedingungen für eine organisation zu verbessern, die dem anspruch „grösserer verbindlichkeit“ gerecht werden kann.

5. der letzte schritt, die gründung einer „revolutionären partei“, liegt noch in zu weiter ferne, um darüber jetzt schon konkrete aussagen machen zu können. das ziel sollte aber zumindest im „hinterkopf“ präsent sein!

Für eine Organisation, die politische und kulturelle Unterschiede aushält!

Bericht von der Trend-Veranstaltung zum „Bochumer Programm“

zunächst einmal möchte ich vorausschicken, dass ich sehr froh bin, dass ich paar leute, die man sonst nur per internet „kennt“, auch mal persönlich getroffen habe. tatsächlich hatte ich den eindruck, dass man sich persönlich sogar sympathisch sein kann, trotz politischer differenzen. ich denke, es ist ein wesentlicher bestandteil im NAO prozess, neben den programmatischen debatten, auch eine „menschliche atmosphäre“ zu schaffen, die überhaupt die voraussetzung dafür schafft, dass man sich miteinander ins benehmen setzen kann. der begriff „organisationskultur“ ist zwar sehr anspruchsvoll, aber in keimform sollte es genau darum gehen.

verständnisebenen und unterschiedliche lebenserfahrungen

eine wichtige erkenntnis war für mich, dass inhalte, die ich schon als selbstverständlich vorausgesetzt hatte, SO bei anderen noch gar nicht angekommen sind. so war einem genossen der „bochumer“ gar nicht klar, dass die SIB/NAO initiative auf die gründung einer organisation zielt. oder dass gewisse forderungen wie z b das „recht auf arbeit“ bei der genossin Wat die assoziation auslöst, es könne sehr schnell zu einer „pflicht zur arbeit“ werden.
solche inhaltlichen verständnisprobleme und unterschiedlichen politisch-kulturellen sozialisationen zu erfassen, wird ebenfalls eine wichtige aufgabe der NAO werden. das kann aber erst angegangen werden, wenn der schritt von der virtuellen diskussion zur realen „face to face“ situation gelingt. darum sind die veranstaltungen von Trend und der SIB so wichtig, weil sie erste möglichkeiten sind, auch auf „persönlicher“ ebene sich kennenzulernen.

gemeinsamkeiten im NAO prozess herausarbeiten

neben dieser wichtigen „atmosphärischen“ arbeit muss aber auch klar werden, wo die schnittstellen und gemeinsamkeiten der unterschiedlichen gruppen und einzelpersonen liegen. die bochumer haben zwar ihren „programm“entwurf vorgelegt, aber in welches verhältnis sie sich zur bildung einer möglichen NAO setzen, darüber hört man nichts. und auch die beiden vertreten der bochumer auf der trend veranstaltung (Wat und Peter) haben sich dazu nicht geäussert. Peter hat sogar diese fragestellung verneint bzw als „schwierig“ bezeichnet. mit so einer haltung können wir hier natürlich keinen blumentopf gewinnen.

der charakter des bochumer programms

ich will hier nicht alle kritikpunkte, die bereits am bochumer programm verübt wurden, wiederholen. ich möchte hier nur die wesentlichen probleme kurz zusammenfassen.

es gibt viele richtige reformforderungen, die aber allesamt nicht die systemfrage stellen. die forderung nach „zugang zu allen betrieblichen daten für unternehmensangehörige“ hat sogar fast „übergangsqualität“ („aufhebung des geschäftgeheimnisses“).
bei der forderung nach der 30 stunden woche „fehlt“ der volle lohnausgleich und — ganz wichtig — der volle personalausgleich. denn es geht ja auch darum, arbeitsplätze zu erkämpfen und/oder zu verteidigen.

die forderung nach „demokratisierung und kommunalisierung“ (das „herzstück“ des bochumer programms) umgeht die staatsfrage und es gibt keinen verweis auf das subjekt der veränderung bzw den klassenkampf.

was allerdings aus der diskussion an diesem abend auch deutlich wurde, dass wir auch eine genauere erarbeitung des verhältnisses von zentralisierung und dezentralisierung benötigen. denn einfach nur auf den klassencharakter des staates hinzuweisen und die notwendigkeit „sozialistischer massnahmen“ zu postulieren, ist zu wenig.

zwei wege – eine organisation?

was auf alle fälle auch klar wurde, dass die bochumer und die SIB/NAO zwei UNTERSCHIEDLICHE politische wege gehen wollen.
die bochumer wollen auf der grundlagen eines „minimalkonsenses“ die bedingungen „sozialer emanzipation“ verbessern.
die SIB/NAOler wollen die bewusstesten elemenente („avantgarde“sektoren) auf der grundlage eines revolutionären programms (oder programmrumpfes) organisatorisch vereinigen. wobei unklar ist, welche form diese organisation haben soll. wichtig ist aber die programmtische basierung, während bei den bochumern der „bewegungscharakter“ im vordergrund steht.
es ist unklar, ob beide wege innerhalb der NAO platz haben. meines erachtens müssen sie sich aber nicht zwangsläufig widersprechen. aus meiner sicht handelt sich eigentlich nur um zwei unterschiedliche phasen oder momente EIN-UND DESSELBEN prozesses. organisationsaufbau und intervention(en) in soziale bewegungen sind keine zwei schematisch getrennten prozesse, die quasi durch eine chinesische mauer auseinandergehalten werden. ab einer gewissen organisatorischen grösse werden sie sich eher (hoffentlich) gegenseitig befruchten.

schlussfolgerungen

es wäre jetzt wichtig, die organisierung einer ersten NAO vorkonferenz in angriff zu nehmen, um den status der einzelnen beteiligten am NAO prozess zu bestimmen (gast, beobachter, sympathisant, kern NAO). vielleicht könnten sich dann die bochumer vorstellen, als strömung oder plattform sich am organisationsaufbau zu beteiligen, allerdings müssen eben auch genügend schnittstellen vorhanden sein. und da habe ich zweifel. aber vielleicht können bis dahin auch noch mal die SIB essentials deutlich konkretisiert werden.

jedenfalls bin ich froh, dass die diskutanten jetzt ein „gesicht“ für mich haben, vielleicht hilft das, einige überdrehungen in der polemik zukünftig zu vermeiden und damit den ganzen NAO prozess in ein angemesseneres fahrwasser zu geleiten.

Orgdebatte auf indymedia

VORBEMERKUNG: auf indymedia wurde am 19.01.2012 ein bericht über die entwicklung der NAO deabtten von „kamue“ veröffentlicht. dort hat sich inzwischen auch eine rege diskussion entwickelt.
„lachenderverlierer“ hat den anspruch der NAO protagonisten, der von kamue behautet wird, „antihierachisch“ zu sein, einer kritik unterzogen, insbesondere unter hinweis auf den „leninistisch/trotzkistischen“ background einiger debattenteilnehmer. darauf bezogen gibt es einen kommentar von „skeptisch“, der es meines erachtens verdient, hier gespiegelt zu werden.

[kommentar von „skeptisch“, http://de.indymedia.org/2012/01/323296.shtml ]

Am Ende des Artikels heißt es: „Wodurch sich beide Richtungen [gemeint sind „bochumer“ und die „arschhochler“, anm. v. mir] gegenüber den herkömmlichen linken Polit-Richtungen auszeichnen, ist zweifellos ihr distanziertes Verhältnis zu hierarchischen Strukturen und klassischen Avantgardeansprüchen. Im Grunde genommen geht es nicht nur um ‚Organisation und Programm‘ im engeren Sinne sondern auch um eine neue linke politische Kultur, die ihre Inhalte und Konturen aus den gegenwärtigen Verhältnissen ableitet.“

Der lachendeverlierer wendet dagegen ein: „Es handelt sich hier also keineswegs um undogmatische NeomarxistInnen mit starken antiautoritären Bezügen.“

++ In der Debatte hat sich niemand (!) für „hierarchische Strukturen“ ausgesprochen! Strittig ist der Grad der Verbindlickeit, der für notwendig angesehen wird, und die Frage, wie das Verhältnis zwischen (sicherlich wechselnden) Mehrheiten und Minderheiten in einer Organisation geregelt werden soll:
http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/13/k-7-e-org-charakter-innerorganisatorische-demokratie/
und
http://arschhoch.blogsport.de/2011/12/14/nao-essentials/

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Schöne heile Bochumer Welt ;)

revolution a la bochum

quelle: http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6515

Wie ist der Stand in Sachen „NAO“ ?

seit der veröffentlichung des „na endlich“-papiers http://arschhoch.blogsport.de/2011/03/23/neue-antikapitalistische-organisation-na-endlich-worueber-muessen-wir-uns-verstaendigen-und-worueber-nicht/ sind jetzt 10 monate vergangen. es liegen mehrere beiträge zur programmdiskussion vor und zwei vorschläge über organisationstrukturen. von ORG seite liegen stellungnahmen von interkomm, SOKO, RSB, GAM und RIO vor. SIB und die „bochumer“ müssen wohl mehr als „online-interessengruppe“ gelten, hatten oder haben aber grossen einfluss auf die inhaltliche gestaltung der debatte. die diskussion wird online geführt bei „arschhoch“, „scharf-links“, „trend“ und „systemcrash“. begleitend kommen noch die „linke zeitung“ und der blog „entdinglichung“ hinzu.

das alles ist im grossen und ganzen immer noch „mager“, aber mehr als „nichts“. um diesen stand der dinge zu konsolidieren und den NAO prozess weiter voranzutreiben, müssen jetzt (verbindliche) „organisatorische absprachen“ getroffen werden. die zentrale aufgabe dafür ist eine ERSTE VORKONFERENZ im frühjahr (aber zumindest erstes halbjahr 2012) für alle kräfte, die an der NAO interesse haben. wie man diese vorkonferenz jetzt genau benennt (antikapitalistischer kongress, NAO konferenz, plenum der subjektiven revolutionäre etc.) ist mir persönlich egal.

die vorkonferenz hätte im wesentlichen ZWEI aufgaben. die erste wäre festzustellen, mit welchen kräften wir GENAU in dieser phase an den NAO prozess herangehen. früher nannte man sowas „heerschau“, im falle der NAO wird es sich wohl eher um ein kleines „partisanenfeldlager“ handeln. ;)

die zweite wäre es, für diese vorkonferenz ein paar vorgaben zu machen bezüglich der tagesordung und ein paar grundsätzen in der verfahrensweise (geschäftsordnung). dafür müsste ein „arbeitsausschuss“ oder (bescheidener) eine arbeitsgruppe gebildet werden. die endgültige entscheidung über agenda und geschäftsordnung würde dann durch die konferenz selbst vorgenommen werden.

so etwas bedarf einer gewissen vorbereitung. ein raum muss organisiert werden. ort und zeit müssen festgelegt werden. eine ungefähre teilnehmerzahl müsste eingeschätzt werden. einladungen geschrieben und verschickt werden. vielleicht müsste verpflegung organisiert werden usw. das heisst, an dieser stelle würde die sache mal endlich „konkret“ werden. aber genau DAS wurde ja von vielen diskutanten immer wieder eingefordert.

ob die SIB dazu im moment kräftemässig in der lage ist, weiss ich nicht. ich fürchte aber, nein. und viel unterstützung von den kleinen gruppen gruppen dürfte sie auch nicht erwarten.

die sache bleibt also insgesamt „prekär“. ich meine aber, dieses wagnis muss eingegangen werden, um endlich mit was „konkretem“ aufwarten zu können, um dadurch möglicherweise den NAO prozess auf „andere politische kräfte“ (was ja immer wieder eingefordert wird) auszuweiten zu können.

ein bescheidener anfang ist immer noch besser als gar nicht erst zu beginnen !

quelle: http://systemcrash.wordpress.com/2012/01/16/wie-ist-der-stand-in-sachen-nao/

Texte zur Orgdebatte bei „Trend-online“

Wird 2012 der Beginn der „Vereinigung der subjektiven Revolutionäre“?
http://www.trend.infopartisan.net/trd0112/400112.html

„Revolutionäre Revolution“
http://www.trend.infopartisan.net/trd0112/320112.html

Was ein revolutionäres Programm beinhalten sollte
http://www.trend.infopartisan.net/trd0112/290112.html

Auf Breite angelegt
http://www.trend.infopartisan.net/trd0112/310112.html

„Debatte um NAO und Bochumer Programm“
http://www.trend.infopartisan.net/trd0112/300112.html

Plädoyer für die Verteidigung und Entwicklung des Bochumer Programms
http://www.trend.infopartisan.net/trd0112/280112.html

Schnellschüsse
http://www.trend.infopartisan.net/trd0112/010112.html

Kommunistische Organisierungsdebatte? Na endlich!
http://www.trend.infopartisan.net/trd0112/020112.html

Beitrag zur NAO Debatte: „Frauenfrage“, „Rassistische Unterdrückung“

vorläufige thesen zur „frauenfrage“ und zur „rassistischen unterdrückung“

auf dem NAO blog taucht öfter die fragestellung auf, in welchem verhältnis die klassenfrage (verhältnis von lohnarbeit und kapital) zur unterdrückung der „frauen“ und zur „rassistischen unterdrückung“ stehen. insbesondere der genosse DG weist immer wieder darauf hin, dass diese verhältnisse nicht allein über die politische ökonomie des kapitalismus erklärt werden können. dieser ausage stimme ich (in dieser allgemeinheit) zu. da die frage des verhältnisses von kapitalismus-frauenfrage-rassismus (man spricht in diesem zusammenhang auch von „triple oppression“) äusserst kompliziert ist, belasse ich es in diesem entwurf bei thesen. so weit ich weiss, will DG der ganzen frage noch mal ein „programmatisches dokument“ widmen. da werde ich mich natürlich in die diskussion mit einklinken und ggfls. einige punkte konkretisieren. ich werde mich hier im wesentlichen auf die „frauenfrage“ beschränken, da ich mich da eingehender mit beschäftigt habe. damit soll aber keinesfalls eine politische gewichtung ausgedrückt werden.

jenseits von haupt- und nebenwiderspruch

ich gehe davon aus, dass man die frauenfrage (und überhaupt jede form besonderer unterdrückung) nicht mit den begriffen „haupt- oder nebenwiderspruch“ erfassen kann. diese begriffe sind einfach UNTAUGLICH. (mehr…)

Rotkäppchen und der böse Wulff

gedanken zur krise und zum politischen system der BRD

was anfangs wie ein eher harmloser sturm im wasserglas gewirkt hat, hat mittlerweile die qualität einer staatskrise erhalten. es geht dabei nicht nur um die frage, ob Wulff das amt des bundespräsidenten noch ausüben kann, sondern auch WIE es denn inhaltlich aufgefasst wird. und das würde das gesamte parlamentarische system der BRD insgesamt auf den prüfstand stellen. etwas, was man von seiten der „politischen klasse“ unter allen umständen verhindern will. obendrein ist mit der „causa Wullf“ auch direkt das image von Angela Merkel verknüpft. schliesslich war sie es, die Wulff ins amt gehievt hat und ihm weiterhin den rücken stärkt. die opposition von SPD und Grünen nutzt das ganze natürlich, um ihre staatstragende rolle zur geltung zu bringen. gesucht wird eine „parteienübergreifende“ person. was für eine heuchelei! die unterschiede zwischen den parteien sind ohnehin nicht mehr auszumachen, da sind rufe nach „neutralität“ nichts weiter als ein gigantisches eulen nach athen tragen. anstatt den ruf nach neutralität erklingen zu lassen, wäre es an der zeit, dieses ganze amt des symbolischen königsersatz (vergl. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807601,00.html) abzuschaffen und strukturen einzufordern, die für transparenz in der politischen interessenvertretung sorgen; einschliesslich der offenlegung finanzieller, geschäftlicher und anderer materieller verbindungen und abhängigkeiten.

die überlegung der LINKEn mit einer „bundespräsidentenklage“ gegen Wulff vorzugehen sind wohl nicht mal das papier wert, auf dem sie gemacht sind, denn eine 2/3 mehrheit dürfte es dafür niemals geben.

unterdessen kriselt das internationale kapitalistische system weiterhin dahin, aber politisch geschieht NICHTS, was in irgendeiner weise geignet wäre, eine glaubhafte alternative links von der LINKEn zu schaffen.

dabei wäre genau DAS die einzige möglichkeit, auch nur einen hauch einer chance zu erhalten, dem ganzen spuk irgendwann mal ein ende zu bereiten. man hat in griechenland gesehen, dass selbst 15 generalstreiks nichts an den politischen Machtverhältnissen geändert haben. in Ägypten hatten die Massen den Mut, den diktator Mubarak zu stürzen, aber sie konnten es nicht verhindern, dass ihnen eine Militärjunta vor die nase gesetzt wurde. und jetzt sieht es wohl so aus, als ob islamistische fundamentalisten das politische ruder in die hand nehmen werden; was auch nicht gerade das ziel „linker emanzipationsbestrebungen“ sein kann.

man sieht, es bewegt sich zwar was in der welt, aber nicht so, dass dabei auch das „richtige“ bei raus kommt. also eine systemalternative JENSEITS des kapitalismus. was also fehlt ist das klare programm und eine organisation, die dieses programm in einem relevanten gesellschaftlichen massstab auch vertritt und umsetzt.

um so eine organisation zu schaffen, müssen wir uns über die wesentlichen inhalte eines revolutionären programms verständigen und mindeststandards für ein innerorganisatorisches funktionieren einer breiteren ‘neuen antikapitalistischen organisation’ festlegen. (siehe dazu: http://arschhoch.blogsport.de/)

alle, die in dieser frage ein vitales interesse haben, sollten sich an dieser debatte beteiligen. was haben wir denn zu verlieren? nichts!

dafür aber — VIELLEICHT — alles zu gewinnen!

quelle: http://systemcrash.wordpress.com/2012/01/09/rotkappchen-und-der-bose-wulff/

Ein paar Überlegungen zur revolutionären Strategie

bei der debatte um die konkretisierung der SIB essentials (http://arschhoch.blogsport.de/2011/12/14/nao-essentials/) kamen auch noch weitergehende fragen auf, die eine beantwortung in einem eigenständigen diskussionsbeitrag erfordern.

die kernfrage lautet: wie gelangt der ökonomische kampf zum politischen kampf? (mehr…)




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