Beiträge von Bochumer Info

Proletarische Plattform in der Partei „Die Linke“ und das Bochumer Programm

An einem der letzten Wochenenden diskutierten Genossen der Proletarischen Plattform in der PdL über programmatische Fragen. Sie wollten sich auch mit dem Bochumer Programm auseinandersetzen. Initiatoren des Bochumer Programms waren dazu eingeladen und ich nahm als „Bochumerin“ daran teil.
Ausgangspunkt war die Auffassung, dass sich die Leute, die es angeht, leichter auf einen Forderungskatalog einlassen können als auf ein mehr oder minder wissenschaftlich formuliertes Programm. Inzwischen ist die Lage in Deutschland so, dass die Herrschenden kaum noch Spielraum sehen oder kaum noch Spielraum haben für Reformgeschenke. So stellt jedes scheinbar kleine Reförmchen wie: „Weg mit Hartz4“ bald die Machtfrage.
Einig war man sich auch in der Einschätzung, dass es Karl Marx bei seiner positiven Einschätzung der Pariser Commune darum ging, eine rationale Form für den Klassenkampf des Proletariats auf dem Weg zu seiner Emanzipation von Kapitalismus und Lohnarbeit zu finden.

Meine Meinung ist ebenfalls, dass das Bochumer Programm gedacht sei als Leitfaden/Programm, das uns bis an die Grenze zum Übergang aus dem Kapitalismus bringt.
Das Bochumer Programm richtet sich an alle Lohnabhängigen und Unterdrückten und verzichtet deshalb auf linke Schlag- und Reizwörter.
In der folgenden Diskussion wurde versucht, nach und nach die Punkte des Bochumer Programms in ihrer Aussage zu klären. Die Forderungen selbst trafen weitestgehend auf Zustimmung. Unterschiede taten sich auf, wenn es um die inhaltliche Fütterung oder die praktische Umsetzung, die Begründung für die Forderungen, ging. (mehr…)

Stellungnahme zum Soko-Vorschlag

Die Soko Köln schlug vor, sehr schnell eine überregionale „Vororganisation“ zu gründen und hat alle am Diskussionsprozess Beteiligten aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen. Dem kommen wir „Bochumer“ hier nach:
Wir „Bochumer“ stellen fest, dass die Diskussion um eine antikapitalistische Organisation nicht das gebracht hat, was wir erwartet hatten. Erwartet hatten wir einen möglichen Zusammenschluss aller revolutionären Strömungen (Traditionskommunisten, Linkskommunisten, Anarchisten etc.).
Wir Bochumer repräsentierten in dem NAO-Projekt bisher als Einzige eine Strömung außerhalb des trotzkistischen und traditionskommunistischen Spektrums und hatten weder vor, uns an der Neugründung einer „Avantgarde-Partei“ zu beteiligen, noch das Kommunistische Manifest neu zu erfinden.

Statt dessen stellten wir uns die Aufgabe, Ziele zu formulieren, die grundlegende Interessen aller LohnarbeiterInnen gegenüber Kapital und Staat ausdrücken und zweierlei ermöglichen sollen:
die Organisierung der LohnarbeiterInnen zu einer selbständigen politischen Klasse
und die Eröffnung einer Perspektive sozialer Befreiung durch soziale Revolution.

Wir sehen im Augenblick keine gemeinsame Basis für die Gründung einer „Vororganisation“, deren Zusammensetzung zufällig ist, die ohne politische Grundlage ist, und deren Führung nur ihrem „Gewissen“ verpflichtet ist.

Wir Bochumer wollen aber nicht ausschließen, dass ein Zusammenschluss von SIB, Soko und vielleicht einer dritten Organisation auch positive Effekte hat. Wir wollen nicht ausschließen, dass sich die weitere Diskussion dadurch versachlicht.

Bochumer Programm

Grafik: Was will die Linke? in größerem Format




ORGANISIERUNGSDEBATTE: