Neues von der SIB

Einige vermissen eine gewisse Dynamik auf diesem Blog. Dies hat Gründe. Wir arbeiten an einer neuen Konzeption unseres Blogs.es wird eine neue Website mit angehängtem
Blog geben.Wir werden also redaktionell stärker eingreifen und dem Ganzen ein größeres Profil geben.Dies wird in den nächsten Tagen fertig sein.Lasst Euch überraschen!
Neben der Mobilisierung für M31 ,die uns stark gefordert hat,waren wir auf der Mv der isl und der Deligiertenkonferenz des RSB eingeladen.Es wurde sehr intensiv über den Nao-Prozeß diskutiert.Die Ergebnisse sind durchaus erfreulich.Sowohl isl als auch RSB haben bekräftigt,sich am Nao-Prozeß zu beteiligen. Weiterhin erreichte uns eine Stellungnahme einer sehr relevanten Gruppe der radikalen Linken zum Nao-Prozeß. Dies wird dann als erstes Highlight auf unsere neue Website gestellt. Wir arbeiten an einer gemeinsamen Intervention der bisherigen Nao-Gruppen zu den Aktivitäten im Mai in Frankfurt. Angedacht sind ein gemeinsamer Aufruf, eine Selbstdarstellung unseres Prozeßes und praktische Schritte. Marxistische Intiative(MI) und Gruppe Arbeitermacht haben Interesse bekundet,sich am Nao -Prozeß zu beteiligen. Dies sehen wir positiv.
Gleichzeitig läuft die Vorbereitung für die gemeinsame Sommerakademie aller Nao Gruppen Ende August.Ihr seht: es ist viel los und leichte Überforderungstendenzen gibt es
manchmal auch. Unsere Leute sind eben auch im Krisenbündnis, im S-Bahn Volksbegehren im Klassenkampfblock (1.Mai), in der M31 Nachbereitung und im berliner Energietisch aktiv. Wir sind absolut offen für Verstärkung und wünschen uns neue MitsreiterInnnen.

Zu guter letzt noch 2 Veranstaltungsankündigungen :

1. 16 . April gemeinsame Veranstaltung von isl und RSB in Frankfurt (näheres folgt) zum NAO -Prozeß

2. 26. April gemeinsame Veranstaltung von SIB, DKP und ARAB zur Krise und Widerstand in Berlin (19 Uhr Festsaal Kreuzberg)

So jetzt kommt die Osterentspannung für uns und für alle Interessierten.

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21 Antworten auf „Neues von der SIB“


  1. 1 guenter 05. April 2012 um 22:18 Uhr

    NAO oder NNO, neue neostalinistische organisation?

    Eine gemeinsame Veranstaltung von SIB mit DKP und ARAB geht genau in die falsche richtung.
    die berliner dkp gehört zum stalinistischsten teil der dkp rund um deren internet-blatt „theorie&praxis“, wo konsequent jeder marxist. kommentar gelöscht wird.
    wo positionen vertreten werden wie, bis zum tode stalins habe in der udssr sozialismus geherrscht, dann sei der 20. parteitag 1956 ein „putsch“ chrustschows gewesen.
    realitätsfremde idioten, die glauben mit einer rückkehr zum puren stalinismus die „komm. weltbewegung“ wieder auferstehen lassen zu können.
    nicht besser die lokale berliner gruppe ARAB, die neulich in ziegenhain bei einer „erinnert thälmann“ demo einen redner stellte, neben anderen ultrastalinisten.
    aus dieser gruppe heraus wurde mir mal während einer diskussion auf der website von RIO ein „abweichlerlager“ angedroht, weil ich mich massiv gegen eine zusammenarbeit mit der PKK ausgesprochen hatte. dies wurde -auf mein verlangen hin- ausdrücklich nicht zurückgenommen- und wäre selbst als ironie so „witzig“ wie „ich hab´noch nen eispickel im schrank“.
    die zusammenarbeit mit solchen gruppen, die keinesfalls in den NAO-prozess gehören, setzt eine ungute tradition von isl&rsb (die ja von einem dachverband kommen) fort, wo man sich früher -obwohl als trotzkisten verstehend- aus polit. einsamkeit heraus weltweit mit lauter ultrastalinisten vereinigte (die enver-hodscha anhänger). natürlich, warum sollte so ne tendenz vor der DKP haltmachen?
    ob ihrs nochmal packt, euch mehr an nichtstalinisten und wirkliche trotzkisten zu wenden?
    selbst die SAV ist problematisch (syrien als „arbeiterstaat“) wenn ich mir deren konterrev. position zu den riots in england in erinnerung rufe, wo mehr bullerei gegen die aufständischen gefordert wurde!
    die SIB wird sich entscheiden müssen, ob sie eine wirkliche Neue Antikapitalistische Partei kreieren will, oder nur eine geringfügig vergrößerte isl/rsb-gruppe sein bzw. werden will.

  2. 2 systemcrash 05. April 2012 um 22:49 Uhr
  3. 3 Mattte 06. April 2012 um 0:09 Uhr

    Nun bekommt die NAO gleich ein Begräbnis erster Klasse von zwei Seiten. Natürlich gleich ein angedeuteter Stalinismus-Vergleich und dann ein Abgesang ohne die neuen Fakten zu berücksichtigen.

    Zum Stalinismus und der DKP habe ich mich schon mal geäußert und bleibe auch dabei: http://arschhoch.blogsport.de/2012/03/10/parteiaufbau-und-taktik/#comment-2664
    was man da persönlich für negatives erlebt hat kann nun mal in solch einem Prozess keine Rolle spielen, denn sowas hat jeder schon einmal mit jeder Organisation erlebt, es würde eine NAO dann also nicht geben. Zum anderen sollte berücksichtigt werden, dass es sich hier lediglich um eine gemeinsame Veranstaltung handelt. Genau das war doch der Ansatzpunkt der SIB: den anderen mit offenen Ohren (und ohne Vorurteile) zu zuhören. Man würde sich selbst ad absurdum führen, würde man dies nun nicht tun.

    Es stimmt, das Ganze ist bisher nicht so groß wie es wünschenswert wäre. Trotzdem übersieht systemcrash dabei, dass sich mittlerweile sieben Gruppen an der Diskussion beteiligen und damit der Prozess seinen bisherigen Höhepunkt erreicht hat. Auch nicht vergessen sollte man die ganzen Gespräche, die hinter der Bühne ablaufen und nicht gleich an die große Glocke gehangen werden können. Eine Beerdigung ist also eindeutig zu früh!

    Und nochmal ganz persönlich zu dir systemcrash: Du müsstest doch eigentlich überglücklich sein, wo doch deine immer wieder geforderte „umgruppierung der Trotzkisten“ doch stattzufinden scheint. Es sind bisher fast alle trotzkistischen Organisationen mit Ausnahme der SAV, Marx 21, PSG &Spartakist (an deren Teilnahme hat wohl nie jemand geglaubt) dabei. Ohne, dass es dadurch zu einem Trotzkistischen Projekt werden würde, die Türen sind immer noch für alle offen.
    Zudem wurde deutlich an den fünf Essentiell festgehalten. Das Programm der Bochumer wird auch weiterhin (soweit ich das überblicken kann) von der Mehrheit abgelehnt. Sind das nicht die Punkte, für die du hier gekämpft hast? Ganz ehrlich, waren deine Erwartungen vielleicht einfach zu hoch?
    Ich will dir damit nicht zu nahe treten, bin da einfach nur sehr neugierig.

  4. 4 systemcrash 06. April 2012 um 1:18 Uhr

    „Zudem wurde deutlich an den fünf Essentiell festgehalten. Das Programm der Bochumer wird auch weiterhin (soweit ich das überblicken kann) von der Mehrheit abgelehnt. Sind das nicht die Punkte, für die du hier gekämpft hast? Ganz ehrlich, waren deine Erwartungen vielleicht einfach zu hoch?
    Ich will dir damit nicht zu nahe treten, bin da einfach nur sehr neugierig.“

    ich halte es für durchaus möglich, dass meine erwartungen tatsächlich zu hoch waren. obwohl ich mir durchaus des politischen charakters der hauptprotagonisten bewusst war. aber wenn man etwas beginnt, hat man wohl unwillkürlich die tendenz, sich die sache rosiger zu malen als sie real ist. der „human factor“ eben ;)

    was deine politische analyse der SIB (und des NAO prozesses) betrifft, kann ich dir nur bedingt zustimmen. es stimmt, formal wird an den essentials festgehalten un das bochumer programm abgelehnt. wenn die SIB aus DG (und dir) bestehen würde (selbst mit Michael Schilwa könnte ich mir eine basis vorstellen) wäre ja alles kein problem. aber Micha Prütz traue ich nicht mehr weiter als meine nasenspitze lang ist (und meine nase ist eher kurz ;) ). und eure bejubelung der beiträge von tino p. zeugt entweder von politischer dummheit oder massiver rechtsgelüste (vermutlich beides).
    ausserdem sind die essentials ALLEIN keine garantie gegen opportunismus. ich hab heute zufällig einen programmatischen artikel der isl gelesen: reformismus reinsten wassers!
    (eine andere welt ist nötig/ http://www.islinke.de/pdf/isl-extra15.pdf)

    wenn die isl bestandteil des NAO prozesses ist, ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, wie man da ein rumpfprogramm mit „revolutionären anspruch“ hinkriegen will. formal kann man sicher vieles „unterschreiben“, wie dann hinterher die praxis aussieht, ist eine ganz andere frage.

    und was die anzahl der gruppen betrifft: da ich keiner internen struktur der NAO gruppen angehöre, fehlen mir vlt da infos. aber ehrlich gesagt, was nützen stellungnahmen von gruppen, wenn sie dann gar nichts MACHEN? und selbst wenn noch die eine oder andere gruppe dazustösst: das ursprünglich anvisierte ziel der SIB hat sich als luftschloss erwiesen. das was du als „umgruppierung der trotzkisten“ bezeichnet, in der tat habe ich die gefordert – du VERGISST aber eine kleinigkeit. ich sprach von der notwendigkeit der PROGRAMMATISCH BASIERTEN UMGRUPPIERUNG. die fünf SIB essentials sind eine gute grundlage, einen annäherungsprozess ANZUSTOSSEN, sie reichen aber nicht aus für die wirkliche UMSETZUNG EINER REVOLUTIONÄREN STRATEGIE.

    ich nenne ein paar beispiele, die sofort eine „NAO“ zum platzen bringen würden:

    -- haltung zu israel/palästina

    -- was war die sowjetunion (konkret ein beispiel: welche haltung zum einmarsch der sowjetarmee in afghanistan)

    -- welche haltung zu antiimperialistischen kämpfen reaktionärer kräfte (hamas, taliban) ….

    … ich könnte diese liste durchaus länger machen, aber ich höre hier auf. nein, freunde, SO wird das nichts. wir brauchen eine „realistische kehrtwende im NAO prozess“ !

  5. 5 Micha Prütz 06. April 2012 um 10:36 Uhr

    Systemcrash schreibt:“links”populistischer hans dampf in allen gassen“ und meint mich.
    Ich sag mal:Lieber Hans Dampf in allen Gassen als
    Achim „Sprechblas“auf allen Blogs.
    Ich wünsche nun doch schöne ruhige und erholsame Tage

  6. 6 guenter 06. April 2012 um 12:57 Uhr

    @matte
    du vergißt, daß deine einschätzung der dkp von mir mit vielen fakten widerlegt wurde, auf die dir dann auch keine antwort mehr einfiel. so unbelehrbar zu bleiben, ist schon hardcore. und der subjektive faktor, das persönliche verhalten jedes einzelnen, spielt eine unendlich größere rolle als du glaubst und kann so überhaupt nicht als persönliche erfahrung außen vor gelassen werden, weil genau daran nämlich alles wieder kaputtgeht.
    ich hoffe nächste wo. die zeit zu finden, ausführlicher über dieses wichtigste thema überhaupt zu schreiben.
    im übrigen habe ich die nAO nicht für beerdigt erklärt. natürlich muß die unterstützerbasis noch breiter werden- aber nicht so breeeeeeeeeeeit daß sie die stalinisten mit einbezieht. es gibt noch viele unorganisierte einzelne, die deren einbeziehung aber wieder abstoßen würde.

  7. 7 systemcrash 06. April 2012 um 14:00 Uhr

    noch eine kurze anmerkung zu der obigen liste unbeantworteter programmatischer fragen.

    die SIB argumentierte seinerzeit, dass man fragen mit mehr historischem charakter zurückstellen könnte, um erst einmal eine breite antikapitalistische „sammlung“ einzuleiten. mit dieser these bin ich einverstanden. da mich Mattte aber auf die umgruppierung von trotzkistischen organisationen angesprochen hat, müssen auch solche „historischen“ fragen ZWINGEND a priori geklärt werden. (sonst ist jede organisation ein kartenhaus)

    ich bin aber sicher, auch irgendwelche wichtigen fragen des aktuellen politikgeschehens würden ein meinungsspektrum von anhängern der „radikalen linken“ offenbaren, das in EINER organisation mit revolutionärem anspruch nicht INTEGRIERBAR wäre.

  8. 8 Bronsteyn 06. April 2012 um 15:57 Uhr

    @ Guenter
    In der generellen Linie stimme ich dir zu, würde es aber noch gern von einem anderen Aspekt aus sehen.
    Für notwendig halte ich – in Deutschland wie weltweit – die Schaffung einer Organisation der Kommunisten.
    Beim Verständnis dessen, was Kommunismus ist, halte ich mich NICHT an die diversen Entstellungen dieses Begriffes durch die bürgerliche Propaganda, durch die Stalinisten verschiedener Schattierungen und alle nichtmarxistischen und pseudomarxistischen Strömungen, sondern an der Kommunismus-Auffassung von Marx und Engels (wovon sich die Auffassungen Lenins und Trotzkis nicht wirklich unterschieden).
    Kommunismus wäre demnach eine künftige Gesellschaftsepoche, in der auf der Basis vergesellschafteter Produktionsmittel die Arbeit nach dem Prinzip der anziehenden Arbeit verwirklicht ist.
    Dieses Verständnis von Kommunismus ist das, was Kommunisten auszeichnet.
    Alle geschworenen Feinde sowohl der Vergesellschaftung der Produktionsmittel als auch der anziehenden Arbeit sind demnach aus meiner Sicht keine Kommunisten, wozu die meisten von Günter genannten Gruppierungen zählen, die ich bestenfalls als „subjektive, antikapitalistische Revolutionäre“ kennzeichnen würde.
    Die Klarheit über den Charakter der kommunistischen Gesellschaft aber nicht nicht hinreichend und ausreichend für eine Organisation der kommunistischen Revolutionäre.
    Hinzu treten müssen folgende Klarheiten:
    - die Klasse des Proletariats (der Mehrheit der Bevölkerung) als subjektiver Faktor, was bedeutet, dass diese Klasse entlang ihrer sozialen und politischen Interessen auf vielfältige Weise organisiert und mobilisiert werden muss.
    - die Räterepublik als politische Form eines Arbeiterstaates, welcher den Übergang zu einer sozialistischen Gesellschaft einleitet. Die Räterepublik stellt selbst einen revolutionären Staat dar, welcher im Laufe der Entwicklung des Sozialismus abstirbt. Das Absterben der Räterepublik als Staat und die beginnende gesellschaftsweite Einführung der anziehenden Arbeit als Strukturprinzip komplexer Arbeitsorganisation stellt den Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus dar.
    - Zur Herbeiführung einer Räterepublik wird die Organistion der Kommunisten zeitweise oder auch permament Einheitsfronten herbeiführen mit anderen Organisationen „subjektiver, antikapitalistischer Revolutionäre“

    Insofern „meinen“ die 5 Essentials der SIB, wenn auch teilweise unklar und verwaschen formuliert, schon „das Richtige“.

    Welche Rolle könnte NAO in diesem Prozess haben?

    Nun, aus der NAO kann allein schon konzeptionell keine „Organisation der Kommunisten“ in dem von mir beschriebenen Sinn hervorgehen.
    Allerdings:
    Vorausgesetzt, dass Marx und Engels wirkliche Kommunisten waren, so versuchten sie aber nicht etwa mit zahlenmässig marginalen Kräften eine Partei der Kommunisten zu formen, sondern unterstützten sie sowohl 1869 die Gründung der „Eisenacher“ Sozialdemokratischen Arbeiterpartei als auch später – mit lautstarkem programmatischen Zähneknirschen: Gothaer Programm – der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands 1875 (Vorläuferin der SPD).
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_deutschen_Sozialdemokratie

    Selbst im besten Falle kann bei einer NAO nur eine Art Miniauflage der SAPD herauskommen, wenn überhaupt.

    Der suizitäre Kurs einiger Organisationen auf Verschmelzung mit reformistischen Parteiapparaten ist natürlich der Aufgabe der Schaffung einer Organisation der Kommunisten nicht zuträglich.
    Auch ist die Verwischung der prinzipiellen Differenzen mit stalinistischen Konzeptionen (auch in Form „dezentraler Bedarfswirtschaft“) nicht sinnvoll.

    Aber hier gilt es, Klarheit zu bewahren und geduldig zu erklären. Eine Mischmaschorganisation, in der Anhänger starrer Stabliniensysteme sich mit Enthusiasten zwangsläufiger technologisch rückständiger „dezentraler Bedarfswirtschaft“ fröhlich vermischen, ist per se kein Fortschritt.

    Aber der Prozess kann genutzt werden, um Klarheit zu schaffen.

    Das hat übrigens nichts direkt mit „historischen Traditionslinien“ zu tun, denn auch unter „Trotzkisten“ gibt es fanatische Feinde des Konzepts der anziehenden Arbeit im Kommunismus, und umgekehrt muss man nicht unbedingt Trotzkist sein, um die künftige Gesellschaftsepoche des Kommunismus (nach dem Sozialismus) richtig zu verstehen.

    Sowohl an Guenter als auch Systemcrash mein Appell: hier sind Kommunisten gefordert, geduldig zu erklären.
    Die Mehrheit etwa der ISL-Genossen halte ich durchaus für „subjektive Revolutionäre“, und selbst einem Wal Buchenberg traue ich zu, wenn er sich aus den Fängen seiner Leidenschaft für die selbst produzierte Theorie von der Ewigkeit des Arbeitszwangs gelöst hat, zu weitergehenden Einsichten zu kommen.

    Wenn „subjektive, antikapitalistische Revolutionäre“ Fehler machen wie die Verschmelzung mit einem Parteiapparat mit der Verschmelzung mit der „Vorhut der Arbeiterklasse“ zu verwechseln (was tatsächlich ein schlimmer Fehler ist), so muss man diesen Genossen auch die Chance geben, diesen Fehler zu erkennen und von ihm abzurücken.
    Ich habe in meinem Leben auch schon schlimme politische Fehler begangen, die ich später dann erkennen und korrigieren musste.

    Was den NAO – Prozess angeht, so schloss ich von vorn herein aus, dass aus diesem Prozess eine wahrhafte Organisation der Kummunisten hervorgehen könne, aber dieser Prozess bietet durchaus die Möglichkeit, dass Kommunisten einander erkennen und sich dementsprechend in diesem Rahmen zusammenschliessen.
    Aber einen Automatismus wird es da bestimmt nicht geben.

    Vergessen wir nicht: auch die Spartakusgruppe von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht machte zunächst „Entrismus“ in der USPD, welche ihrerseits eine „zentristische“ Partei par excellance war.

  9. 9 systemcrash 06. April 2012 um 18:52 Uhr

    zum begriff „permanente einheitsfront“ von bronsteyn fällt mir die kritik der spartacist league/US an der OCI zur „strategischen einheitsfront“ ein:

    „Die Einheitsfront ist ausschliesslich ein Mittel, eine Taktik. mit ihrer hilfe kann die revolutionäre partei, d h ihr programm und ihre autorität, Massen, die am anfang noch anhänger anderer parteien sind, in zeiten der krise mobilisieren und schliesslich gewinnen. das geschieht durch konkrete, an die reformistischen organisationen gerichtete aufforderungen zur gemeinsamen AKTION [herv v mir]. jede andere interpretation muss sich auf eine latente avantgarderolle stützen, die reformistische und stalinistische parteien angeblich spielen können – eine zentrale these des pabloismus.

    ziel der einheitsfront muss die verankerung des revolutionären programmms in den Massen sein. [das vermittlungsproplem wird von den sparts nicht angesprochen. anm v mir]
    auch die sowjets, die höchste form der einheitsfront, können die Macht nur dann gewinnen, wenn die vorherrschaft des revolutionären programms gesichert ist. jede art fetischisierung einer blossen form von einheitsfront oder sowjets (übrigens auch von gewerkschaften, fabrikkomitees usw. [ich möchte hinzufügen: „aktionskomitees“; anm v mir]) bedeutet kapitulation als revolutionär, denn ihr liegt die auflösung der avantgardepartei in der klasse zugrunde: die rolle der revolutionären partei nehmen jetzt solche organisatorischen formen (und eine ganz anders gerichtete politik!) ein. das ist kein leninismus, sondern im besten falle eine variante des luxemburgismus.

    eine von lenins grössten errungenschaften im kampf gegen die reformisten und für das konzept der revolutionären avantgardepartei war die überwindung des kautskyanischen begriffs der ‚partei der gesamtklasse‘.
    wer irgendeine Massenform auf kosten der avantgardepartei betont, schmuggelt wieder diesen kautskyanischen begriff ein.“

    -- Spartacist, deutsche ausgabe, Nr 1, brief an die OCI
    http://www.bolshevik.org/

  10. 10 Bronsteyn 06. April 2012 um 21:57 Uhr

    @ systemcrash

    Ist es so schwer nachzuvollziehen, dass es nervt, ständig mit der „Strohmann-Technik“ angegangen zu werden?

    Attackiere ein Strohman-Argument:Übertreibe, übersimpflifiziere oder verzerre anderweitig ein Argument oder einen Nebenaspekt eines Arguments des Gegners und attackiere dann diese verzerrte Position. Mann kann auch einfach den Gegner absichtlich mißinterpretieren und ihm eine Position unterstellen, die sich dann leicht attackieren lässt. Vernichte die Strohman-Position in einer Weise die den Eindruck erwecken soll, dass somit alle Argumente des Gegners erledigt sind.

    Das ist ein wörtliches Zitat aus einem Handbuch, ich will jetzt nicht verraten, was für eins.

    So wie Wal Buchenberg mir die Positionen Eugen Dührings zu unterschieden versuchte, so versuchst du es ausgerechnet mit der OCI (den Lambertisten).

    Zufällig kenne ich die Positionen der OCI ziemlich genau, weil ich mich mit Lambertisten schon herumschlagen musste.

    Ich fasse mich kurz:

    1. Ich vertrete kein Konzept der „strategischen Einheitsfront“, schon gar nicht im Sinne der Lambertisten. Diese vertreten nämlich das Konzept der strategischen Einheitsfront mit reformistischen und pseudoreformistischen Parteien. Die Gründung der POI durch die Lambertisten (mit „trotzkistischen“, „kommunistischen“, „sozialistischen“ und sogar „anarchistischen“ Flügeln.

    2. Die Sekte der Spartakisten vertritt das Konzept, taktisch irgendwelche Aktionseinheiten einzugehen und das „Einheitsfront“ zu nennen, zum Zwecke der Mitgliederwerbung.

    3. Die Spartakisten abstrahieren völlig von der Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt und reduzieren den Klassenkampf darauf, dass „die Einheitsfront ausschliesslich ein Mittel, eine Taktik“ ist. „mit ihrer hilfe kann die revolutionäre partei“ und damit meinen sie sich selbst, „d h ihr programm und ihre autorität, Massen, die am anfang noch anhänger anderer parteien sind, in zeiten der krise mobilisieren und schliesslich gewinnen“
    Abgesehen davon, dass die Spartakisten die Anziehungskraft (Attraktivität) eines offenen Fasses Schwefelwasserstoff haben, reduziert sich Klassenkampf für sie auf individuelle Mitgliederwerbung. (Ich gebe zu, ich bin auf die Sparts extrem schlecht zu sprechen, nachdem mich 1977 einer von diesen Kerlen mal zu verprügeln versuchte – versuchte!! -)

    4. Ich habe davon gesprochen:

    Zur Herbeiführung einer Räterepublik wird die Organistion der Kommunisten zeitweise oder auch permament Einheitsfronten herbeiführen mit anderen Organisationen „subjektiver, antikapitalistischer Revolutionäre“

    Das hat mit „strategischer Einheitsfront“ mit reformistischen Apparaten schon mal gar nicht zu tun (die ich in der Tat auch nur taktisch für sinnvoll halte). „Auch permanent“ bezieht sich darauf, dass es revolutionäre Strömungen geben könnte, die grundsätzlich mit einer Räterepublik einverstanden sind, aber die zum Beispiel die attraktive Arbeit im Kommunismus ablehnen. Streng genommen wären die Spartakisten sogar selbst ein Beispiel dafür.

    5. Ich sehe die Spartakisten gemäß meiner Definition nicht als Kommunisten an. Ihre Vorstellungen von der Wirtschaftsorganisation im Sozialismus sind von einem „wohlwollenden“ Stalinismus konzeptionell nicht zu unterscheiden. Sie beten, wie die Stalinisten, die wirtschaftlichen Organisationsmethoden des Kapitalismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts an.

    6. Die von mir skizzierte „Organisation der Kommunisten“ wird nie eine Partei der Gesamtklasse sein, selbst nicht an der Schwelle der kommunistischen Gesellschaft.

    7. Auf die Gesamtklasse bezogen wird es immer Bestreben von Kommunisten sein, eine möglichst breite Einheitsfront der Arbeiterklasse in der Verteidigung ihrer sozialen Interessen soweit als möglich herbeizuführen.

    8. Ich lehne ganz klar jede Vorstellung ab, dass diese „Einheitfront der Klasse“ die Form einer politischen „Partei der Gesamtklasse“ nehmen müsste oder sollte, was der Kern der Kautskyanischen Auffassung ist. Die Arbeiterklasse, so groß wie sie heutzutage ist, wird niemals, solange sie als solche existiert, in einer „Einheitspartei“ organisiert sein.

    9. Zentrale Aufgabe unserer Zeit ist die Wiederbelebung der sozialen Organisationen der Arbeiterklasse (im weitesten Sinne Gewerkschaften, aber auch gewerkschaftsartige Strukturen wie Stadtteilkomitees oder sogar Genossenschaften). Das ist eine völlig andere Ausrichtung als die Fixierung auf apparatisierte Parteien, die – in welchem Sinne auch immr – zu „Vorhuten der Arbeiterklasse“ deklariert weren, was sie letztlich in keinem Sinn wirklich sind.

  11. 11 systemcrash 06. April 2012 um 22:28 Uhr

    „Die Arbeiterklasse, so groß wie sie heutzutage ist, wird niemals, solange sie als solche existiert, in einer „Einheitspartei“ organisiert sein.“

    ich gehe sogar noch einen schritt weiter. ich glaube, dass es MEHRERE organisationen (in einem land, also gegen das konzept: ein staat, eine partei) mit LEGITIMEM revolutionären anspruch geben kann; insbesondere dann, wenn diese gruppen überwiegend propagandagruppen sind.

    ps. das handbuch der strohmann technik kenne ich nicht und ich wollte dir auch keine „lambertistischen“ positionen unterstellen. der begriff „permanente einheitsfront“ hat mich nur an diese „strategische einheitsfront“ erinnert. wenn du die einheitsfront ebenfalls als TAKTIK ansiehst, sind die differenzen vlt geringer als wir denken mögen ;)

  12. 12 NN 09. April 2012 um 10:00 Uhr

    Hallo Bronsteyn,

    Hinzu treten müssen folgende Klarheiten:
    - die Klasse des Proletariats (der Mehrheit der Bevölkerung) als subjektiver Faktor, was bedeutet, dass diese Klasse entlang ihrer sozialen und politischen Interessen auf vielfältige Weise organisiert und mobilisiert werden muss.

    Na die wird sich aber freuen und freut sich schon, dass sie aktiv aus dem Subjekt passiv zum Objekt degradiert wird; organisiert werden muss. Lang leben die realsozialistischen Erfahrungen.

    - die Räterepublik als politische Form eines Arbeiterstaates, welcher den Übergang zu einer sozialistischen Gesellschaft einleitet. Die Räterepublik stellt selbst einen revolutionären Staat dar, welcher im Laufe der Entwicklung des Sozialismus abstirbt. Das Absterben der Räterepublik als Staat und die beginnende gesellschaftsweite Einführung der anziehenden Arbeit als Strukturprinzip komplexer Arbeitsorganisation stellt den Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus dar.

    Wo bitte ist das Subjekt geblieben? Zumindest wissen wir nun, dass der revolutionäre Staat unumgänglich ist, weil er das Strukturprinzip der anziehenden Arbeit einführen muss.

    - Zur Herbeiführung einer Räterepublik wird die Organistion der Kommunisten zeitweise oder auch permament Einheitsfronten herbeiführen mit anderen Organisationen „subjektiver, antikapitalistischer Revolutionäre“

    Der traurige Höhepunkt des kommunistischen Beamtendeutsch ist die Herbeiführung einer Räterepublik durch die Organisation der Kommunisten und deren Einheitsfronten mit anderen Organisationen…..

    Die Serie klingt aber sehr unspassig, eher sehr dogmatisch und stalinistisch-doktrinär; ein Spass- oder Propagandaministerium sind unumgänglich. Eine Einigung mit „Stalinisten“ auf dieser Basis erscheint möglich.

    Ich fürchte, die Lohnabhängigen werden derartiges

  13. 13 B.I.Bronsteyn 09. April 2012 um 21:00 Uhr
  14. 14 B.I.Bronsteyn 09. April 2012 um 21:00 Uhr
  15. 15 Wat. 09. April 2012 um 22:09 Uhr

    @Bronsteyn

    „dass diese Klasse entlang ihrer sozialen und politischen Interessen auf vielfältige Weise organisiert und mobilisiert werden muss.“

    Sie muss nicht organisiert werden – Sie muss sich selbst organisieren (können)!

    Denn „„Die proletarische Bewegung ist die selbständige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Interesse der ungeheuren Mehrzahl.“
    K. Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, 473.

    Das macht mE den Unterschied.

    Nicht der Unterschied ob ihre Interessen einstweilen nur als ‚kleinbürgerliche‘ zu charakterisieren sein könnten, dass es ihre (gemeinsamen) Interessen sind, ist das Entscheidende.

  16. 16 Wat. 09. April 2012 um 22:09 Uhr

    @Bronsteyn

    „dass diese Klasse entlang ihrer sozialen und politischen Interessen auf vielfältige Weise organisiert und mobilisiert werden muss.“

    Sie muss nicht organisiert werden – Sie muss sich selbst organisieren (können)!

    Denn „„Die proletarische Bewegung ist die selbständige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Interesse der ungeheuren Mehrzahl.“
    K. Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, 473.

    Das macht mE den Unterschied.

    Nicht der Unterschied ob ihre Interessen einstweilen nur als ‚kleinbürgerliche‘ zu charakterisieren sein könnten, dass es ihre (gemeinsamen) Interessen sind, ist das Entscheidende.

  17. 17 NN 10. April 2012 um 11:16 Uhr

    Ich fürchte, die Lohnabhängigen werden derartige Sandkastenspiele im besten Fall belächeln. Wenn die realsozialistische Verplanwirtschaft zu etwas gut war, dann dazu, nie mehr die eigenen Interessen an eine Parteiideologie abzutreten; gut dass sich hier, was Parteien betrifft, Ost und West treffen.

  18. 18 Stefan 13. April 2012 um 16:47 Uhr

    na, na, na. Wie lange wollt ihr die geneigten LeserInnen noch auf die Folter spannen :-)

    Wir freun uns auf die angekündigte Website und vor allem auf die Stellungnahme einer „sehr relevanten Gruppe der radikalen Linken“.

  19. 19 Thomas 14. April 2012 um 9:58 Uhr

    genau… da ist man doch gespannt, was „sehr relevant“ ist… das kribbeln ist ja kaum noch auszuhalten!

  20. 20 systemcrash 15. April 2012 um 18:46 Uhr

    ist das schon die neue internet-präsenz oder nur ein versuchsmässiger prototyp ?

    http://www.nao-prozess.de/

  1. 1 Neu auf der SoKo-Seite: Robert Steigerwald gegen Entsorgung des „kommunistischen Parteityp“ « Neue antikapitalistische Organisation? Na endlich! Pingback am 18. April 2012 um 11:10 Uhr
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