Vorwärts in die Sackgasse? – Dan DiMaggio (Ex-“Socialist Alternative“, US-Sektion des CWI) schlägt eine Alternative vor

Keine Arbeitsteilung

Eine ähnliche Logik kann auf die gesamte sozialistische Bewegung angewandt werden. Die Isolation von Aktiven, die oft ähnliche Ansichten teilen, führt zu einem Verschwendung von Ressourcen und einer Doppelarbeit, die die Bewegung als Ganzes schwächt. Anstelle einer wirklichen Arbeitsteilung, haben wir Menschen in verschiedenen Gruppen, die genau die gleichen Dinge tun, vom Versuch, Leselisten zusammenzustellen, über das Schreiben und Editieren ähnlicher Zeitungen zur Organisation von Redeveranstaltungen und so weiter. Bedenkt man die sehr kleine Anzahl von heutigen Sozialisten, bedeutet dies, dass unsere wertvollen, knappen Ressourcen falsch verwendet werden, wenn es um die notwendige Aufgabe geht, sozialistische Ideen zu verbreiten.
Dies soll nicht bedeuten, dass jede Gruppe genug Felder der Übereinstimmung hätte, in denen sie zusammenarbeiten könnte. Aber könnten nicht diejenigen unter uns, die solche Felder haben – diejenigen, die interessiert daran sind, eine breite sozialistische Bewegung aufzubauen – sich darauf verständigen, ihre Ressourcen zusammenzulegen? Könnten wir nicht genug Felder der Übereinstimmung finden, um unsere Ressourcen zusammen zu nutzen und gutes Material für Arbeitskreise zu entwickeln, Leselisten zusammenzustellen, exzellente Sprecher heranzuziehen und Redeveranstaltungen zu organisieren, und um hochqualitative Flugblätter, Zeitungen und Magazine herauszubringen? Könnten sich nicht einige Genossen der Aufgabe widmen, eine Strategie zu entwickeln, um in die Massenmedien vorzudringen? Doch wenn so viele Sozialisten gefangen sind in tagtäglichen Aufgaben, bedeutet dies, dass nur wenig Raum für eine Arbeitsteilung zur Verfügung steht.
Stattdessen taumeln sozialistische Aktive stets am Rande eines Burnouts, weil sie so gut wie jede Aufgabe unter der Sonne bewältigen müssen. Ohne die Möglichkeit, eine strategische Debatte darüber zu führen, worauf Ressourcen auszurichten sind, scheint die einzige Lösung für sie zu sein, immer härter zu arbeiten und mehr zu machen. Strategisches Denken wird ersetzt durch andauernde Rufe nach „Mut, Mut, Mut!“. Burnout wird immer eine Gefahr bleiben – aber eine, die größer ist, wenn Aktive sich unnütz und isoliert fühlen, besonders wenn diese Gefühle über Jahre andauern. Wenn man sich mit dem Gefühl zurückgelassen fühlt, dass das Schicksal der Welt vom Erfolg der 150 größtenteils unerfahrenen Aktiven in der eigenen Gruppe abhängt, und dass es auf den eigenen Schultern liegt, neue Aktive anzulernen, Menschen zu bilden, zu schreiben – Dieser Druck kann überwältigend sein.
Dies führt auch zu einer unverhältnismäßigen Fokussierung auf die internen Funktionsweisen der eigenen winzigen Gruppe – denn, wenn die Ideen der Gruppe das entscheidende Moment für eine Veränderung der Welt sind, dann muss die Gruppe so gut wie möglich aufgebaut werden. Hal Draper beschreibt diese Tendenz folgendermaßen: „Das interne Leben der Sekt wird nicht zu einem notwendigen Übel, das sich mit den Aktivitäten nach außen verkeilt, sondern zu einer Ersatzerfüllung.“ „Erfüllung“ mag das falsche Wort sein – jenes interne Leben besteht oft aus einer schmerzhaften Routine aus endlosen Treffen, Telefonkonferenzen, nationalen Konferenzen, Treffen um Treffen zu planen und, mein persönlicher Favorit, Treffen um Treffen zu planen, bei denen Treffen geplant werden sollen. Einerseits ist dies ein notwendiger Teil des aktiven Lebens, aber es wird heute in vielen sozialistischen Gruppen zu absurden Extremen geführt, verschluckt wertvolle Ressourcen und wird oftmals zu einem Ersatz für Massenarbeit (oder für Lesen oder Schreiben oder Denken). Das bedeutet, dass man unsinnig viel Zeit mit internen Debatten verbringt, mit Kollekten (sowohl um die eigenen Aktivitäten zu finanzieren, als auch als Messwert für das Pflichtgefühl der Mitglieder), Fremdkontrolle politischer Bildung und so weiter. All diese Aktivitäten haben einen wichtigen Platz in einer sozialistischen Bewegung, aber ich stelle die Zeit infrage, die heute auf sie verwendet wird.

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23 Antworten auf „Vorwärts in die Sackgasse? – Dan DiMaggio (Ex-“Socialist Alternative“, US-Sektion des CWI) schlägt eine Alternative vor“


  1. 1 worksucks 24. März 2012 um 21:32 Uhr

    Sehr gut gefällt mir an dem Text, dass er endlich ein paar vernünftige und auch tatsächlich realisierbare Nahziele einer NAO formuliert, die die Bewegung als solche vorranbringen würden.

    Das wäre insbesondere die Erstellung einer großangelegten Internetinfrastruktur, an der sich Individuen abseits ihrer (Gruppen-)Vereinzelung beteiligen könnten.

    Ansätze für so was sehen wir eigentlich überall: Da gibt es z.B. Blogsport (und insb. diesen Blog), News Portale wie bspw. die verschiedenen indymedia-seiten, Projekte mit hochwertigen und zugleich eingängigen Inhalten, wie bspw. die Homepage von den „jungen Linken“. Dann bspw. das argudiss Archiv mit seinen hunderten von Vorträgen. Andere Leute scannen Bücher und stellen sie auf verschiedenen Plattformen frei zur Verfügung (Ich versteh eh nicht, wieso vermeintliche Kommunisten ihre Werke immer noch als gedrucktes Buch raus bringen, damit lässt sich doch eh kein Geld verdienen. Ich würde zB. gerne die neue Abhandlung der krisis zur Krise lesen – auch wenn es rühmlich ist, dass sie die für ziemlich günstige 18 Euro unter die Leute bringen wollen – Ich hab einfach keine 18€ übrig).

    Es gibt ja auch Versuche von Genossen, auf social media Plattformen wie Youtube Fuß zu fassen. neoprene hat letztens auf seinem Blog eine Diskussion zwischen ihm und einem ami auf facebook dokumentiert – Solche Interventionen in den Ballungsräumen des Internets müssen von uns gemeinsam gezielt und organisiert betrieben werden. Schaut euch doch einfach mal an was die Rechten machen, die sind uns da 10 Schritte voraus (ich erinnere an die geleakten Mails usw., die die Struktur und Aktivitäten von politically incorrect offengelegt haben. Wer darüber nichts weiß: googlen!)

    Was im deutschsprachigen Raum natürlich nicht (mehr) existiert, ist ein großes Forum, in dem Genossen sich über alle möglichen theoretischen und praktischen Fragen austauschen können. Das dürfen und müssen auch für die Politik irrelevante Dinge sein, bspw. Musik bis hin zu lustigen youtube-videos. Wer mal in einer community (wie solche Foren interessanterweise genannt werden) aktiv war, weiß, dass durch die alltägliche Interaktion über das Internet ein soziales Band geschmiedet werden kann, welches überaus stark ist. Ein solches könnte man angesichts der Zersplitterung und gegenseitigen Anfeindungen gut brauchen.

    Das alles müsste natürlich unter einem einheitlichen Banner versammelt werden – Zur Stärkung der „corporate identity“, wenn ihr so wollt (Auf dem erwähnten kasama-projekt gibt es momentan eine Artikel-Reihe darüber, wie wichtig Symbole und Identität für soziale Bewegungen sind). Und das muss natürlich mit viel Zeit von Leuten mit entsprechenden Kenntnissen aufgezogen werden, um sicher, übersichtlich, optisch ansprechend und den praktischen Erfordernissen gewachsen zu sein.

    So etwas nicht aufzubauen würde ich für einen großen Fehler halten, der eventuell der Tatsache geschuldet wäre, dass ein Großteil der werten älteren Genossen mit dem Medium Internet nicht in dem Maße vertraut ist, wie die Leute in den 20er und 30ern ;-) .

    Der Kampf um die Köpfe kann unsererseits nur über das Internet gewonnen werden (vor allem angesichts unserer stark begrenzten Ressourcen) – Da holen die Leute sich heutzutage ihre Infos und da müssen wir dementsprechend präsent sein. In der Fußgängerzone oder vor dem Werkstor Flyer zu verteilen hat nicht funktioniert und wird es in Zukunft auch nicht. Wir brauchen eine vernünftige Plattform im Netz. Und die muss dann mit geeigneten Mitteln propagiert werden, um möglichst viele Hits interessierter Leser abzugreifen.

    Auch das zweite Nahziel des Textes, großangelegte Vortragsreisen unserer klügsten Köpfe und gatherings (die auch wiederum zum zwischenmenschlichem Austausch dienen müssen) zu organisieren, finde ich sehr wichtig. Auch dafür gibt es schon überall Ansätze: bspw. Die Umsganze Kongresse, m31, die Vorträge des Gegenstandpunkt-Verlages, die zig Sommercamps linker Jugendorganisationen [… die Liste wäre ja beinahe endlos]. Mit dem fusion gibt es ja sogar ein riesiges Musikfestival, an dem viele Genossen teilnehmen und arbeiten. Aber im Gegensatz zum Vorgehen im Internet scheint mir ein solches real-weltliches Geschehen weitaus ressourcenfressender und vor allem angesichts der momentan noch vorherrschenden Zersplitterung problematischer zu sein. Wie soll man die Leute dazu kriegen, da eine gemeinsame Linie zu verfolgen? Euren Ansatz mit den Essentials finde ich eigentlich ganz gut, aber na ja.

  2. 2 Thomas 25. März 2012 um 12:08 Uhr

    Liebe GenossInnen -

    umd die Diskussion über den Text zu führen, wäre es schon von den „Einstellern“ zu hören, was genau an dem Text als wichtig für die deutsche Debatte gelten kann.

    Der us-amerikanische Erfahrungshintergrund ist ja beträchtlich ein anderer – in dem Text heisst es ja, „wir“ hätten uns daran gewöhnt – und könnten das auch mit Rekurs auf Kaderformationen rechtfertigen –, in der Minderheit zu sein, vielleicht verschwindend geringe Minoritäten. Abgesehen davon, dass ich das auch für GenossInnen in den USA so nicht glaube, schwebt uns doch heute immer noch (zumindest denen, die Geschichte lesen) die Hegemonie von Sozialisten und Kommunisten in der Arbeiterbewegung vor Augen. Wir führen unsere Diskussion ja eben nicht vor dem Hintergrund von „man müssten endlich einmal“, sondern „man müsste wieder“.

    Schwach finde ich, dass der Text so ziemlich ohne eine Analyse der Handlungsgrundlagen in den Vereinigten Staaten auskommt. Ich kann das an dieser Stelle nur in zwei Stichworten wiedergeben. Die politische Dominanz von „business-unionism“ (also „nichtmal“ sozialdemokratisch) und den Demokraten auf der „Linken“. D.h. ein reformpolitisch kämpferisches oder reformistisches Milieu, das eine klassenkämpferische und ideologische Umwelt abgäbe, innerhalb derer „revolutionär-marxistische“ Kräfte agieren könnten (ich behaupte mal: jedes west- und südeuropäische Land bietet günstigere Bedingungen) fehlt. Eine Labourparty hat sich niemals herausbilden können. Wer das nachlesen will, kann das in Mike Davis „Prisoners of the American Dream“ tun. Die Marginalisierung (das Sektenhafte) ist also insofern nicht nur hausgemacht (was der Genosse ja auch nicht sagt, aber man muss es nochmal unterstreichen).

    Nun lädt das freilich nicht dazu ein, die Hände in den Schoß zu legen. DiMaggion zitiert an einer Stelle die GenossInnen von Solidarity. Vielleicht lohnt es sich, sich ihre Positionen einmal genauer anzugucken. Ich meine nämlich auch, dass Solidarity – zumindest von den trotzkistischen Gruppen, ich meine, es gibt auch ähnliche Bewegung im ex- oder post-maoistischen Bereich – mit der klaren Orientierung auf Regroupment schon Alleinstellungsmerkmal hat. Aber das ist nur Teil der Antwort. Darüber hinaus leistet Solidartiy ganz handfeste Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, trägt u.a. Labornotes mit, baut Oppositionskreise in den Gewerkschaften mit auf etc. Das heisst: Deren strategische Antwort besteht darin, gleichzeitig an Regroupment zu arbeiten (aber auch nicht auf Teufel komm raus) und das aufzubauen, was wir traditionell als Vorhut der Klasse bezeichnen würden (in der Form gewerkschaftlich kämpferischer ArbeiterInnen). Die meines Erachtens interessantesten Projekte sind dabei:
    http://labornotes.org/
    http://labornotes.org/conference

    Und als Oppositionskreis in einer der wichtigsten US-Gewerkschaften:
    Teamsters for a Democratic Union
    http://www.tdu.org/

    Ich kann das nicht alles belegen, bin mir aus Gesprächen – auch mit Mitgliedern von ISO und Socialist Alternative – aber sicher, dass die unterschiedliche Organisierung eben auch mit unterschiedlichen Vorstellungen verbunden sind, wie man Betriebs- und Gewerkschaftspolitik machen sollte, wie man in welchen bewegungen arbeiten sollte. Das sind möglicherweise Differenzen, die nicht aus dem Festhalten an der eigenen kleinen Organisation etc. stammen.

    Richtig finde ich den generellen Ton: Sowas ist möglicherweise durch kritischen Dialog zu überwinden. Das braucht aber sicherlich Zeit. Und auch in den USA die Aufarbeitung von konkreten Erfahrungen – beispielsweise mit dem Scheitern des Aufbauversuchs einer amerikansiche Laborparty, woran sich meines Wissens sowohl SA, ISO als auch Solidarity beteiligt haben.

    (Thomas, isl)

  3. 3 systemcrash 25. März 2012 um 12:09 Uhr

    es ist natürlich taktisch klug, einen ex CWI kader für die „innerlinke neugruppierung“ sprechen zu lassen. das wird der SAV aber ziemlich am hintern vorbeigehen. und das liegt nicht nur am organisatorischen egoismus dieser gruppierung (das sicher auch), sondern im wesentlichen an dem politischen konzept, was diese strömung verfolgt.
    bevor es das CWI gab, nannten sie sich MILITANT. und die militants waren jahrzehntelang in der europäischen sozialdemokratie vergraben. diese form des tiefentrismus wird vom CWI heute so nicht mehr praktiziert, aber sie haben immer noch ein konzept „druck“ von links auf die „arbeitermassenparteien“ auszuüben, während die gruppen des CWI quasi (nur) das salz in der suppe für diese „linksverschiebung“ sind. die anderen linken gruppen sind eigentlich nur störfaktoren bei dieser anvisierten „linksverschiebung der Massenparteien“. darum werden sie auch folgerichtig als „mikrosekten“ bezeichnet und konsequent ignoriert.
    diese haltung wird erst ins wanken geraten, wenn

    1) der NAO prozess so stark wird, dass die SAV ihn einfach nicht mehr ignorieren KANN

    2) die (taktische) orientierung auf die LINKE für die SAV immer unhaltbarer wird

    für die zweite entwicklung sehe ich gute chancen.
    die entwicklung des ersten faktors ist NOCH offen, die weichen sind aber schon gestellt für eine „neo GIM“ (DGS), die nur noch übriggebliebene leute, die noch die goldenen 70er mitgekriegt haben, nochmal (wahrscheinlich zum letzten mal) hinterm ofen hervorlocken kann, deren revolutionäres feuer aber schon längst erloschen ist (oder nie wirklich gebrannt hat)

  4. 4 Michael Schilwa 26. März 2012 um 10:45 Uhr

    Also ich bin ziemlich enttäuscht von dem Text (hatte einfach mehr erwartet).

    Durchaus beeindruckend ist das persönlich-ehrliche Schreiben auch über die eigenen Frustrationen.
    Gelungen ist natürlich die treffend witzige Beschreibung von Charakter und Funktionsweise des Zirkel-/Sektenwesens („Kleinunternehmer im Kampf um Marktanteile“).
    In einigen Punkten finden sich auch geplagte deutsche Linke wieder:
    „Sozialistische Aktive (taumeln) stets am Rande eines Burnouts“, „schmerzhafte Routine endloser Treffen“, „zu jedem erdenklichen Thema Antworten parat haben zu müssen“, „russischer Revolutionismus“, also „die bolschewistische Revolution als Referenzrahmen in so gut wie jeder Debatte“.

    Auch gibt es strategische Aussagen, die fast wortgleich auch immer wieder im NAO-Prozess fallen:
    „Die Linke ist an einem Punkt, an dem sie dringend ein paar Siege benötigt“,
    „Um-/Neugruppierung“ ist mehr als das „Aufsammeln“ der existierenden Organisationen.

    Aber für all das hätte es nicht unbedingt 42 Seiten gebraucht, anders gesagt:
    Auf 42 Seiten findet sich kein einziges Wort zu den programmatischen Grundlagen eines Neuformierungsprozesses – außer Allgemeinplätzen wie „die heutige Krise ist die unvermeidbare Folge des kapitalistischen Systems“, welches nicht einfach „weg-reformiert“ werden könne.
    Zwar schreibt auch di Maggio, „politische Klarheit ist der Schlüssel“ und plädiert gegen ein „falsches Streben nach Einheit um jeden Preis“, aber daraus folgt nichts.
    Auf der (vorletzten !) Seite 41 fragt er sich und seine Leser: „Auf welcher politischen Basis wird all dies stehen ?“ und konzediert, „es mag merkwürdig erscheinen, dass ich diesen Punkt erst jetzt anspreche.“
    Tja, in der Tat, dass ist merkwürdig.

    Solche Diskussionen kommen auf zwei Arten in gefährliches Fahrwasser:
    Wenn mit 100 % des eigenen Programms in sie hineingegangen wird, aber eben auch wenn rein gar nichts dazu gesagt wird, wofür denn eigentlich Einheit hergestellt werden soll.
    Di Maggios These auf eine Kurzformel gebracht lautet:
    Einheit ist besser als Zersplitterung – das ist unbestritten richtig und trotzdem zu wenig.
    Wer (nur) so argumentiert, handelt sich (zu Recht) die Kritik ein, solche Manöver seien „prinzipienlose Abkürzereien“.
    Ich will nicht missverstanden werden, es wäre auch o.k. gewesen, wenn Di Maggio sich programmatisch selbst nicht festgelegt hätte, aber wenigstens die Felder benannt hätte, auf denen Verständigung nötig bzw. nicht nötig ist.
    Ich finde den SIB-Vorschlag deutlich produktiver:
    Alle Beteiligten benennen ihre „Schmerzgrenzen“, nach deren „Abgleich“ wissen wir, wo wir stehen bzw. worüber wir streiten müssen.
    Ich persönlich z.B. will mich gar nicht mit Linken vereinen, die einen „dritten Weg“ zur „Wirtschaftsdemokratie“ im Auge haben oder imperialistische Kriege als „emanzipatorisch“ feiern und will doch von ganzem Herzen einen „ergebnisoffenen und zielgerichteten“ Diskussions- und Lernprozess aller „subjektiv revolutionären“ Strömungen (am besten ohne „Rückfahrscheine“).

    Vielleicht ist mein Blick aber auch zu „deutsch“ oder „eurozentriert“ und berücksichtigt nicht die noch beklagenswertere Lage der amerikanischen Linken.
    Aber auch bzgl. der amerikanischen klassenpolitischen Lage – darauf hat Thomas zu Recht hingewiesen – bietet der Text fast gar nichts.

  5. 5 systemcrash 26. März 2012 um 11:25 Uhr

    noch ein wort zum amerikanischen hintergrund des textes (der kommentar von Michael Schilwa hat mich drauf gebracht).

    wenn das konzept des CWI darin besteht, „druck“ auf „proletarische Massenparteien“ auzuüben, tja, auf welche partei sollte diese beschreibung denn in der US gesellschaft zutreffen? es gibt in der US geschichte und gesellschaft keine reformistische Massenpartei wie in deutschland bzw europa. insofern ist es auch folgerichtig (wenn auch falsch), wenn kleine gruppen versuchen, eine „labour party“ aufzubauen. was diese gruppen aber nicht verstanden haben, ist, dass die abwesenheit einer reformistischen Massenpartei auch eine chance ist zu einer schnelleren radikalisierung der amerikanischen arbeiterklasse. so wie die russische arbeiterklasse 1917 keine illusionen in den parlamentarismus haben KONNTE (weil es dafür keine erfahrung gab), so kann die amerikanische keine in den reformismus haben (oder zumindest keine grossen) … ein lob der dialektik ;)

  6. 6 Neoprene 26. März 2012 um 11:47 Uhr

    Wenn systemcrash optimistisch meint,

    „so wie die russische arbeiterklasse 1917 keine illusionen in den parlamentarismus haben KONNTE (weil es dafür keine erfahrung gab), so kann die amerikanische keine in den reformismus haben (oder zumindest keine grossen)…“

    halte ich das für ein schreckliches Gerücht: Die Geschichte des letzten Jahrhunderts ist voll von leider mehr oder weniger erfolgreichen Bemühungen linker Parteien (vor allem historisch der KPUSA, ab den 60ern z.B. der SWP), den Arbeitern den Reformismus in Form der Demokratischen Partei zu verkaufen. Auch in den großen Gewerkschaften ist das seit Jahrzehnten durchgängig.

  7. 7 systemcrash 26. März 2012 um 23:47 Uhr

    nur dass die „demokraten“ keine „bürgerliche arbeiterpartei“ sind …aber wahrscheinlich wissen das weder die amerikanischen „linken“ noch die amerikanischen arbeiterInnen ;)

  8. 8 Tino P. 27. März 2012 um 14:00 Uhr

    Die zentrale Botschaft des Aufsatzes von Dimaggio drückt sich im Satz aus „die wirkliche Krise ist, dass es keine wirkliche Linke gibt“, und ganz wesentlich schuld daran sind nicht irgendwelche objektiven, von uns nicht beeinflussbaren Bedingungen, sondern ein subjektiver, theoretisch sofort veränderbarer Faktor, nämlich das grassierende Sektierertum. Und dann schreibt er sinngemäss im Kapitel über die Alternative aufbauen:Es gibt Tausende von Menschen, die einer sozialistischen Bewegung oder Organisation beitreten würden, wenn es ein vernünftiges, eben nicht sektiererisches „Angbot“ gäbe. Tausende, die noch keine eingeschworenen revolutionäre Sozialisten sind, es aber werden wollen und können. Zudem gäbe es dann noch andere Tausende, die vielleicht die Linke nicht demoralisiert und ausgebrannt in regelmässigen Zyklen verlassen würden.

    Dimaggios Text ist eigentlich ein etwas zu ausuferndes Plädoyer des NAO-Projekts der Sammlung der undogmatischen radikalen Linken, wobei er richtigerweise erwähnt, dass ein Teil der heutigen Minisekten durchaus an einem solchen Projekt teilhaben sollte, ein anderer Teil jedoch abgeschrieben werden muss. Und auch, dass man mit diesem Projekt nicht warten muss bis die grossen Massenkämpfe ausbrechen.

    Wir, die sich auf diesem Blog um das NAO-Projekt bisher gesammelt haben, haben unterschiedliche Einschätzungen über den GRAD DER SCHÄDLICHKEIT DES SEKTIERERTUMS für den Aufbau einer „wirklichen Linken“. Ich z. B. vertrete die Position, dass das linke Sektierertum (damit meine ich vor allem die quasi religiös-fanatischen Funktionsweisen und die grobschlächtige Diskussionskultur und nicht einzelne ultralinke Positionen) mit der gleichen Vehemenz bekämpft werden sollte wie die reformistische Gefahr, also etwa 50 zu 50%. Der geschätzte Genosse und orthodoxe Leninist (Orthodoxie ist nicht gleich Dogmatismus) DGS hingegen wendet sich mit 90%iger Vehemenz gegen den Reformismus und nur zu 10% gegen das Sektierertum. Konkreter Ausdruck dieser Unterschätzung der zerstörerischen Kraft des Sektiertums ist z.B der Tatbestand, dass eine Mehrheit des SIB seit sechs Monaten sich nicht dazu durchringen konnte, unserem Diskussionsblog eine vernünftige politische Redaktion zu geben und sich in technische Massnahmen flüchtet. Hinter dem Ausweichen in die Technik (Kommentare aufschalten, neues Gesicht des Blog, das seit Januar versprochen wird etc) steht natürlich immer auch eine politische Aussage!

    Etwas tragisch-komisch wirkt auf mich im Text von Dimaggio die Zuhilfenahme von Lenin als Stütze gegen das Sektierertum. LENIN IST DER VATER DES LINKEN SEKTIERTUMS DES 20.JAHRHUNDERTS. Im allgemeinen kann man noch heute davon ausgehen, dass je leninistischer sich eine (trotzkistische)Gruppe gibt, desto sektiererischer ist sie. Individuelle Ausnahmen gibt es. Eine MATERIALISTISCHE Einschätzung von Lenin und dem Leninismus beruht selbstverständlich nicht auf seinen Werken, sondern in aller erster Linie auf seiner Praxis – insbesondere auf seiner Praxis als er an der Macht war! Es gibt in der Weltgeschichte des Sozialismus keinen politischen Theoretiker bei dem Theorie und Praxis so krass und total auseinanderklaften wie bei Lenin:Er schreibt vom Absterben des Staates und schafft sämtliche Grundlagen des grössten Monsterstaat der Weltgeschichte, er schreibt von den Sowjets als höchste Form der proletarischen Klassenherrschaft und vernichtet sie gedankenlos schon nach der ersten grösseren Auseinandersetzung mit den linken Sozialrevolutionären wenige Monate nach der Revolution, er schreibt von der Diktatur des Proletariats und setzt dies in der Praxis offen gleich mit der Diktatur der Partei, er schreibt von der Pariser Kommune und der Wahl aller Funktionäre und setzt während sechs Jahren die Ernennung 90% aller Funktionäre von oben durch in Staat, Partei, Betrieben und Gewerkschaften, er schreibt von der Gefahr der Bürokratisierung und verbündet sich fortwährend mit den schlimmsten Vertretern der Bürokratie usw.usf

    Eine wirkliche seriöse Aufarbeitung des linken Sektierertums setzt eine historische Aufarbeitung des Leninismus voraus, die endlich mit den Mythen und den Geschichtsfälschungen rund um Lenin aufräumt. Es geht um die Zerschlagung des Leninmausoleums in den Köpfen der 68er Linken und ihrer NachfolgerInnen.

  9. 9 Neoprene 27. März 2012 um 15:29 Uhr

    Nochmal zurück zu der These, gegen die ich mich verwandt habe:

    „so wie die russische arbeiterklasse 1917 keine illusionen in den parlamentarismus haben KONNTE (weil es dafür keine erfahrung gab), so kann die amerikanische keine in den reformismus haben (oder zumindest keine grossen)“

    Doch kann sie und hat sie und das schon recht lange. Da sind feinziselierte (trotzkistische) Argumente, ob die Demokratische Partei nun eine „rein bürgerliche“ oder eine „bürgerliche Arbeiterpartei“ ist, ohne Belang, das hat, wenn überhaupt ja auf taktische Auswirkungen abgestellt.

  10. 10 systemcrash 27. März 2012 um 22:52 Uhr

    ja richtig, die auswirkungen sind „nur“ taktischer natur.

    es hat aber auch damit etwas zu tun, ob die arbeiterInnen auch erfahrungen mit EIGENEN (klassenmässig definierten) parteien (und anderen strukturen) haben, oder ob sie vollkommen jegliches basales klassenbewusstsein verloren haben (oder aber eben nie hatten). das eine kann einen konservativen klassenstolz (der sozialdemokratische gewerkschafter, dessen opa schon sozi war) hervorrufen (quasi eine eigene „orgkultur“ bilden), das andere ist völlig unberechenbar und kann sowohl nach extrem rechts wie nach extrem links gehen. da sehe ich durchaus eine vergleichbarkeit mit der omnipräsenten oktoberrevolution und ihren bedingungen

  11. 11 systemcrash 27. März 2012 um 23:39 Uhr

    „Eine wirkliche seriöse Aufarbeitung des linken Sektierertums setzt eine historische Aufarbeitung des Leninismus voraus, die endlich mit den Mythen und den Geschichtsfälschungen rund um Lenin aufräumt. Es geht um die Zerschlagung des Leninmausoleums in den Köpfen der 68er Linken und ihrer NachfolgerInnen.“

    eine seriöse aufarbeitung der geschichte ist sicher vonnöten.
    wenn man das aber zur BEDINGUNG des NAO prozesses macht, werden wir noch die erfindung des WARP antriebes erleben, und immer noch keine NAO gegründet haben ;-/

  12. 12 Thomas 28. März 2012 um 7:54 Uhr

    @Tino P:
    Die Frage ist doch, wann was als Sektierertum begründet wird. Mein Eindruck über die US-Linke ist, dass es durchaus mit Blick darauf, was man meint, wenn man sagt, man möchte ein revolutionäre Organisation aufbauen (wie funktioniert die? wie demokratisch ist die? wie zentralistisch und wie autonom sind ortsgruppen/local branches?) und was diese tun sollte.

    Die Antworten darauf fallen zum Teil recht unterschiedlich aus und zum Teil nicht. Es wäre eben falsch – und ist als Unterstellung im DiMaggio-Text ebenso falsch wie als Grundannahme in einem NAO-Prozess (vielleicht hat die wer? weiss nicht…) – die Vielfalt der linken Organisationen nicht als Pluralismus (den ich schätze und nicht ÜBERWINDEN will), sondern als Problem zu sehen. Ich teile grundsätzliche Annahmen von ganzen Spektren radikaler Linker nicht und die Zustimmung zu den 5 Essentials der SIB alleine würde nicht helfen. Das betrifft Fragen, die im SIB-Papier durchaus angekrazt wurden, die ich nur andeuten will: Was kann eine NAO z.B. tun – was sollte sie tun – um Selbsttätigkeit der ArbeiterInnen und Arbeiter zu fördern, Klassenbewusstsein zu fördern? Ist dabei Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit ebenso gut wie Stadtteilarbeit? Wir sind uns einig, dass die DGB-Gewerkschaften ein Krampf sind – aber arbeiten wir in ihr und wie? Wir wissen ja – ihr in Berlin, wie wir woanders – dass die Antworten allein auf diese Fragen es sehr schwierig machen können, gemeinsam in einer Organisation zu sein – praktisch gedacht. Es sei denn Organisation wird als loser Zusammenhang gedacht, in dem viele Vieles machen können.

    Nochmal: Ich finde den Ansatz der SIB im Grunde richtig, ich glaube nur, man muss kleinere Brötchen backen – was nun nicht „politisch eng“ oder im Sinne von „auf Traditionsspektren begrenzt“ gemeint ist. Das Problem ist doch eher die Massenloyalität, an der wir zu knabbern haben, am geringen Maße an Selbstorganisation und Klassenbewusstsein. An beidem gleichzeitig zu arbeiten – Rekonstruktion einer selbsttätigen Klassenlinken und Umgruppierung auf der radikalen Linken – finde ich richtig.

    @objektive Gründe: Dass es in den USA so schwierig ist, eine radikal linke Organisation mit kleinem Masseneinfluss aufzubauen hat natürlich unterschiedliche Gründe. Die Repressionsgeschichte in den Vereinigten Staaten ist natürlich immens – von staatlicher Seite, aber nicht nur. Auch innerhalb der Gewerkschaften wurde politisch hart gesäubert, sozialdemokratische Gewerkschaftsführer muss man mit der Lupe suchen. Dass die Demokraten und Republikaner die politische Bühne dominieren (gerahmt durch ein ziemlich konformistisches Mediensystem), anderes so gut wie nicht vorkommt, das spielt eben sehr wohl eine Rolle. Objektive Gründe sind ja nicht immer absolute Hindernisse, aber doch Herausforderungen. Und über einen 3000er Berg zu steigen mag schwieriger sein, als im Sauerland zu wandern. Da haben wir bestimmt keine Meinungsverschiedenheit, denke ich…

    @Leninismus und Lenin: Mmmhh… Also unter Leninismus verstehen ja die meisten Leninisten je was durchaus sehr sehr Unterschiedliches. Wie bei jedem Klassiker ist seine Aneignung ja eher ein Bergen von Altem, eine Wiederaneignung, die aber mehr über uns sagt als über den Alten. Ich für meinen Teil halte Dein Urteil für überallgemein. Eine gründliche Lektüre von Schriften wie „Was tun?“ (nicht wegen des Orgamodells, das zu kopieren wäre, sondern wegen der Passagen, die das Verhältnis von sozialen Auseinandersetzungen – nur-Gewerkschafterei – und Politischem behandeln), über den linken Radikalismus (insbesondere zum Thema Kompromisse, politische Taktik orientiert am Massenbewusstsein etc.) oder auch Staat und Revolution. Ob Leute, die sich davon heute etwas aneignen zwangsläufig sektiererisch werden, das wage ich zu bezweifeln. Vielleicht ist es ja eher so, dass das selbst umgehängte Mäntelchen Leninist, Trotzkist etc. dazu führt – meinet wegen kannst Du da aber auch Malatesta, Durruti oder Otto Bauer einsetzen. Das hat die SIB aber schon ganz schön von der Gruppe Avanti zitiert: Den Trennungsstrich zwische Freund und Feind sollte man sicher nicht vor den eigenen Füßen ziehen – und ganz sicher nicht aufgrund unterschiedlicher Traditionsbezüge. Wo das hinführt merkt man ja hier gelegentlich, wenn anstatt zu argumentieren mit Begriffen wie Zentrist, Linkstrotzkist oder was weiss der Teufel was rumgeworfen wird.

  13. 13 Thomas 28. März 2012 um 7:59 Uhr

    tschuldigung, im ersten Absatz muss es heißen:
    „Die Frage ist doch, wann was als Sektierertum begründet wird. Mein Eindruck über die US-Linke ist, dass es durchaus mit Blick darauf, was man meint, wenn man sagt, man möchte ein revolutionäre Organisation aufbauen (wie funktioniert die? wie demokratisch ist die? wie zentralistisch und wie autonom sind ortsgruppen/local branches?) und was diese tun sollte erhebliche Differenzen gibt – so große, dass es möglicherweise besser ist alleine auszuprobieren, als sich gegenseititg zu blockieren. Das glaube ich selbstverständlich auch für die Bundesrepublik und ich halte das nicht für sektiererisch. Sektiererisch ist es, wenn ich dafür einmal gefundene Wahrheiten als Leitfaden nehme und denen, die mir politisch noch am nähesten sind am liebsten noch die Kriegserklärung schicke… Diese blöden SAVler, diese opportunistischen Marx21ler, diese kleinbürgerlichen Post-Autonomen, diese prinzipienlosen isler, diese überspannten SIBler…

  14. 14 Bochumer Info 28. März 2012 um 8:32 Uhr

    Hallo Tino P.
    ich meine, wir sollten aufhören über DGS oder über Systemcrash zu klagen. Ich meine, wir sollten nicht länger darauf warten, dass dieser Blog diskussionsfähig und strömungsübergreifend gestaltet wird.
    Wir sollten (neben und zusätzlich zu diesem Blog und auch neben und zusätzlich zum Marx-Forum oder Trend-Online) versuchen, die strömungsübergreifende Debatte zu entfalten und zu fördern.
    Der erste Schritt, der mir dazu einfällt, wäre eine gemeinsame Internet-Plattform mit dazugehörigem Diskussionsforum – nicht um den NAO-Prozess zu bekämpfen, sondern um ihm neue/andere Impulse zu geben.
    Vielleicht fällt dir und anderen noch anderes ein, aber wir sollten einen neuen Anfang machen.

    Gruß Wal Buchenberg

  15. 15 Micha Prütz 28. März 2012 um 9:52 Uhr

    Liebe Genossinen und Genossen,

    Der Internetauftritt wird komplett neugestaltet.In sehr kurzer Zeit ist es soweit.ich teile ja nun wirklich nicht immer die Positionen von dgs,aber der die Sib ist ja deswegen so produktiv,weil z.b.dgs und ich immer wieder die notwendigen
    Kompromisse finden.Das ist gut und aus meiner Sicht vorbildlich für eine künftige Organisation

  16. 16 Entdinglichung 15. April 2012 um 17:56 Uhr

    vielleicht in diesem Zusammenhang interessant, gefunden auf http://louisproyect.wordpress.com/2012/04/14/a-simple-proposal-for-a-new-anticapitalist-left/ :

    A simple proposal for a new anticapitalist left

    I along with a number of other members of Workers Power in Britain, Austria and the Czech Republic have resigned from the organisation. The global capitalist crisis has posed tremendous questions for the radical left about how to go forward. We have increasingly drawn the conclusion that the historical legacy of the post-war left, in particular the Leninist-Trotskyist left, needs to be subjected to far-reaching critique and re-evaluation in light of the contemporary challenges.

    The organised left is dogged by sectarianism and opportunism. There there are quite literally hundreds of competing orthodoxies, with each sect promoting and defending its own, typically very narrow, conception of revolutionary theory and practice without subjecting their ideas to the critical re-evaluation which we believe is necessary if Marxism is to reach out to far wider layers.

    We came to the conclusion that a method of organising exclusively focused on building specifically Leninist-Trotskyist groups prevents the socialist left from creating the kind of broad anticapitalist organisations, which can present a credible alternative to the mainstream parties.

  17. 17 systemcrash 15. April 2012 um 20:54 Uhr
  18. 18 Mattte 15. April 2012 um 21:02 Uhr

    Die Positionen sind ziemlich nah dran an dem „na endlich Papier“ von der SIB. Kann es wirklich Zufall sein, dass es in mehreren Ländern und den verschiedenen Spektren der radikalen Linken die selben Prozesse und Überlegungen ablaufen?!

  19. 19 systemcrash 18. April 2012 um 9:26 Uhr
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