Bronsteyn zum NAO-Prozeß

„Marx nimmt also nicht grundsätzlich gegen ein Programm wie das genannte Eisenacher Stellung, sondern gegen ‚ein Dutzend Programme‘, bzw den Streit darum. Bedeutsam finde ich, dass Marx ‚eine längere gemeinsame Tätigkeit‘ zur Voraussetzung eines Programms macht, das über ein vorhandenes hinausgeht.

Wie verhält es sich in diesem Zusammenhang mit der Initiative der SIB ‚Neue Antikapitalistische Organisation – na endlich‘?“

Mehr:
http://bronsteyn.wordpress.com/2012/03/06/jeder-schritt-wirklicher-bewegung-ist-wichtiger-als-ein-dutzend-programme/.

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9 Antworten auf „Bronsteyn zum NAO-Prozeß“


  1. 1 systemcrash 07. März 2012 um 0:01 Uhr

    lieber DG

    der genosse heisst „bronsteyn“, nicht bornsteyn

    aber du hast recht, dass er sich wie trotzki nennt, ist schon etwas unverschämt ;)

  2. 2 B.I.Bronsteyn 07. März 2012 um 21:04 Uhr

    Trotzki hiess mit seinem richtigen Namen Bronstein, was jiddisch ist für für das deutsche Wort Braunstein steht. Bronsteyn ist speziell in den USA ein sehr verbreiteter Name.
    Ob die Namensgebung „Systemcrash“ für deine Person zutreffend ist, lässt sich schwer sagen, der Systemcrash des kapitalistischen Systems wird ja wohl kaum gemeint sein.
    Das wäre sicherlich etwas unverschämt, im besten Fall aber eine grandiose Selbstüberschätzung. :-)

  3. 3 systemcrash 07. März 2012 um 23:38 Uhr

    um ehrlich zu sein, weiss ich gar nicht, wie ich auf diesen namen gekommen bin. ich musste mich für ein forum anmelden und wählte diesen namen. aber du hast recht, den systemcrash des kapitalismus meinte ich tatsächlich nicht.

    übrigens, falls es deiner geschätzten aufmerksamkeit entgangen sein sollte, hinter dem „unverschämt“ steht ganz bewusst ein ;) , und bezog sich auf den verschreiber von DG.

    aber das thema linke und mangelnder humor hatten wir ja schon woanders. von mir aus kannst du dich auch marx oder lenin nennen… ist mir echt latte ;)

  4. 4 B.I.Bronsteyn 08. März 2012 um 17:27 Uhr

    Seltsam, dass es keine anderen Komementare gibt (nix für ungut, systemcrash).
    Ich frage mich:

    - ist das KOA-Konzept so fremd, so neuartig, ja geradezu „asiatisch“, dass es den Lesern erst einmal die Sprache verschlägt und die Finger zum Tippen erstarren lässt

    oder

    - ist das KOA-Konzept so vertraut, so selbverständlich, so naheliegend und zwingen aus den Grundideen des wissenschaftlichen Sozialismus folgend, das sich jeder Kommentar dazu erüberigt

    ???

    Was davon ist wahr? Ich weiß es ehrlich nicht, deshalb frage ich ganz einfach mal.

    Immerhin befürworte ich hier auch ausdrücklich die oft zitierte BREITE, allerdings auf der Ebene, wo ich sie für angebracht halte, nämlich der Ebene der Organisation der Arbeiter.

  5. 5 Neoprene 08. März 2012 um 20:40 Uhr

    „Immerhin befürworte ich hier auch ausdrücklich die oft zitierte BREITE, allerdings auf der Ebene, wo ich sie für angebracht halte, nämlich der Ebene der Organisation der Arbeiter.“

    Wie soll denn das verstanden werden: Für die „Arbeiter“ ist eine reformistische (ähem „breite“) Organisation schon recht? Aber für die Creme de la Creme, die handverlesene Schar von ergrauten Ex-GIMlern und ähnlichen Koryphäen darf es wie bisher auch den Infight der kleinen Minitruppen geben?

  6. 6 B.I.Bronsteyn 09. März 2012 um 1:02 Uhr

    @neoprene
    Ich spreche von der Ebene, die ich die gewerkschaftliche nenne und mich dabei keineswegs auf etwa die DGB-Gewerkschaften beschränke.
    Ich denke, es ist klar, dass Gewerkschaften und gewerkschaftsähnliche Strukturen wirklich breit sein sollten und keinen Arbeiter, keine Arbeiterin ausschließt.
    Die Aufgabe der Organisation der Revolutionäre besteht in dem, was im Kommunistischen Manifest darüber steht:“Die Kommunisten sind keine besondere Partei gegenüber den andern Arbeiterparteien.
    Sie haben keine von den Interessen des ganzen Proletariats getrennten Interessen.
    Sie stellen keine besonderen Prinzipien auf, wonach sie die proletarische Bewegung modeln wollen.
    Die Kommunisten unterscheiden sich von den übrigen proletarischen Parteien nur dadurch, daß sie einerseits in den verschiedenen nationalen Kämpfen der Proletarier die gemeinsamen, von der Nationalität unabhängigen Interessen des gesamten Proletariats hervorheben und zur Geltung bringen, andrerseits dadurch, daß sie in den verschiedenen Entwicklungsstufen, welche der Kampf zwischen Proletariat und Bourgeoisie durchläuft, stets das Interesse der Gesamtbewegung vertreten.
    Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste, immer weiter treibende Teil der Arbeiterparteien aller Länder; sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus.“
    Ich habe deswegen eine so klare Vorstellung davon, weil ich diese Arbeitsweise bei der japanischen JRCL kennengelernt habe und mit eigenen Augen gesehen habe.
    Die Partei JRCL (NC) ist bei vielen gewerkschaftlichen und gesellschaftlichen Bewegung im Hintergrund und unterstützt mit ihrem Apparat die Strukturen der autonomen Arbeiterbewegung (z.B. die kämpferische Eisenbahnergewerkschaft Doro-Chiba). Das Verhältnis der Partei zu den Gewerkschaftsinitiativen und Bewegungen, mit denen sie verbunden sind, ist ein, wie sie es sagen „Bruder-Schwester-Verhältnis“, kein „Eltern-Kind-Verhältnis“.
    In der Praxis, konnte ich feststellen, ist es auch so.
    Ganz anders als ich es in der deutschen Linken mit ihren vielen Avantagrden und „Massenorganisationen“ erlebt habe.
    Die von mir gemachten Erfahrungen und Beobachtungen in Japan (seit 2009) haben mich davon überzeugt, dass diese Orientierung (KOA) Hand und Fuss hat, und mit einer RGO-Politik nichts zu tun hat. Sie ermöglicht gleichermassen, Sektierertum und Anpassung an den Reformismus zu vermeiden.
    Natürlich steht Japan noch nicht vor einer Revolution, aber ich war überrascht, in der JRCL(NC)die älteste und eine der größten trotzkistischen Organisationen vorzufinden, deren Praxis (ich sprach viel gerade mit Basisarbeitern) mich überzeugte in dem Sinn, dass es eine Linie i9st, an der weitergearbeitet werden muss.
    Die Organisation der Revolutionäre wird weder von der JRCL noch von mir als „die Elite“ oder die „Creme de la creme“ betrachtet, im Gegenteil sehen wir die Organisation der Revolutionäre in einer dienenden Rolle beim Aufbau der Organisationen der Arbeiter. In Japan sieht das so aus, dass selbst kleinste Gewerkschaftsverbände (von denen es in Japan viele gibt) auf den Apparat der Partei zurückgreifen können, wenn sie ihn brauchen.
    Arbeiter treten erst dann in Massen in eine revolutionäre Partei ein, wenn diese durch ihre praktische Führung von Kämpfen der Klasse Vertrauen gewonnen hat. „Führungsanspruch erheben“ bringt gar nichts.
    Bevor ich lange Worte mache, hier ein Text von mir dazu:
    http://bronsteyn.wordpress.com/2012/01/04/gesprach-mit-aktivisten-der-japanischen-revolutionar-kommunistischen-liga-in-tokio-am-3-11-2009/

  7. 7 Neoprene 09. März 2012 um 12:33 Uhr

    „Ich denke, es ist klar, dass Gewerkschaften und gewerkschaftsähnliche Strukturen wirklich breit sein sollten und keinen Arbeiter, keine Arbeiterin ausschließt.“

    Ich denke, daß jedem halbwegs interessierten Linken bekannt sein sollte, daß eine Gewerkschaft schon von ihrem Prinzip, der kollektiven Erkämpfung von z.B. Lohnerhöhungen, alle Arbeiter de facto ausschließt, die genau das nicht wollen, sondern sich individuell meinen erfolgreicher durchsetzen zu können. Da das leider die Mehrheit aller Werktätigen war und ist, waren und vor allem sind jetzt Gewerkschaften auch zumeist minoritäre Organisationen der Arbeiterklasse.

    Aus dem gleichen Grund halte ich auch die vielzitierte Stelle aus dem Manifest für problematisch bis falsch: „Das“ Proletariat als Klasse für sich gibt es ja schon mal gar nicht. Das wollen Kommunisten ja erst noch schmieden. Und nüchtern faktisch betrachtet, hat die Mehrheit der Lohnabhängigen hierzulande eben ganz offensichtlich ganz andere Interessen als die Kommunisten es gerne hätten, daß die das haben sollten.

  8. 8 richard 09. März 2012 um 17:00 Uhr

    @Neoprene

    Ich denke, daß jedem halbwegs interessierten Linken bekannt sein sollte, daß eine Gewerkschaft schon von ihrem Prinzip, der kollektiven Erkämpfung von z.B. Lohnerhöhungen, alle Arbeiter de facto ausschließt, die genau das nicht wollen, sondern sich individuell meinen erfolgreicher durchsetzen zu können. Da das leider die Mehrheit aller Werktätigen war und ist, waren und vor allem sind jetzt Gewerkschaften auch zumeist minoritäre Organisationen der Arbeiterklasse.

    Also diesem Absatz kann ich gar nicht zustimmen. Denn der Absatz unterstellt, der Arbeiter könnte heute quasi selbstständig seinen Werdegang bestimmen. Das mag in Ausnahmefälle schon stimmen, aber das gro der Arbeiter muss zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Arbeit aufnehmen und ist dann erstmal an den Arbeitsbedingungen und lokalen Verhältnissen gebunden.

    Wir sind noch lange nicht so weit, dass der einzelne Arbeiter wirklich seine Stärke nutzen kann, selbst wenn einige versuchen ihre Stärke für sich persönlich ertsmal zu nutzen.

    Und um eine Gemeinschaft innerhalb der Arbeiterschaft irgendwie zu erlangen, müssen eben die Arbeiter der verschiedenen Branchen Solidarität untereinander zeigen. Nicht nur wenn es um den Arbeits- und Lohnkampf geht, sondern vor allem wenn es um Branchen geht, die aufgrund des imperialen Kapitalismus nicht diese Prfitraten generieren.

    Gestern bekamen Arbeiter im VW Werk für 2011 7000-8000 Euro ZUSÄTZLICH! Wie soll ein Arbeiter oder eine Arbeiterin irgendwelche Solidarität aufbringen, wenn sie z.B. in einem Sektor wie dem Einzelhandel tätig ist, womöglich noch bei Schlecker. So geht das nicht! Die Arbeiter müssen erstmal untereinander anfangen Solidarität zu üben, dann erst kann die Gewerkschaft diese Bewegung aufnehmen. Nicht der Kopf bestimmt, ob sich der Körper wohl fühlt, sondern auch der Kopf fühlt sich wohl, wenn es dem ganzen Körper gut geht.

    MsG
    Richard

  9. 9 B.I.Bronsteyn 09. März 2012 um 21:16 Uhr

    @neoprene
    „Ich denke, daß jedem halbwegs interessierten Linken bekannt sein sollte, daß eine Gewerkschaft schon von ihrem Prinzip, der kollektiven Erkämpfung von z.B. Lohnerhöhungen, alle Arbeiter de facto ausschließt, die genau das nicht wollen, sondern sich individuell meinen erfolgreicher durchsetzen zu können.“
    Ja, das ist bekannt. Na und?
    „Da das leider die Mehrheit aller Werktätigen war und ist, waren und vor allem sind jetzt Gewerkschaften auch zumeist minoritäre Organisationen der Arbeiterklasse.“
    Das stimmt nicht als Begründung. Die meisten der Unorganisierten sind deswegen nicht in einer Gewerkschaft z.B. des DGB, weil sie diese nicht als geeignete Interessensvertretung für sich selbst ansehen. Aber dass diese deswegen glauben würden, sie könnten allein gegen Gott und alle ist – sorry – Unsinn.
    „Aus dem gleichen Grund halte ich auch die vielzitierte Stelle aus dem Manifest für problematisch bis falsch.“
    Aus welchem Grund? Weil es unorganisierte Arbeiter gibt?
    Was ist das für eine Begründung und wofür?
    „„Das“ Proletariat als Klasse für sich gibt es ja schon mal gar nicht. “
    Du hast die unangenehme Eigenart, einem Diskussionsteilnehmer einen Standpunkt zu unterschieben und dann bombastisch zu „widerlegen“. Wo habe ich mit den durchaus anspruchsvollen Kategorien „Proletariat an sich“, „Proletariat für sich“ und Proletariat an und für sich“ in meinen Zeilen argumentiert? Nirgends. Ich bezweifle auch, dass du den Sinn dieser Kategorien verstanden hast. Zum Zeitpunkt des Erscheinens des Kommunistischen Manifests gab es ein Proletariat für sich (das für seine eigenen Interessen kämpfte) auch noch nicht.
    Aber was willst du schwafeln und mit aus dem Zusammenhang gerissenen Begriffsfetzen hantieren? Worum geht es dir?
    „Das wollen Kommunisten ja erst noch schmieden“
    Ja, und deswegen haben sie unter anderem das Kommunistische Manifst geschrieben. Ja und?
    Wo ist jetzt ein Beleg oder wenigstens eine Erläuterung, warum die zitierte Stelle des Manisfests „problematisch bis falsch“ ist.
    Ich habe kein Poblem, das ernsthaft zu diskutieren, aber ich gebe zu, dass mich rhetorische Tricks, Scheinargumente und diffuse Andeutungen statt Belege völlig unabhängig vom Thema schnell ärgerlich machen, wenn ich nicht begreife, was die andere Seite eigentlich will.
    Willst du behaupten, das Proletariat existiert gar nicht mehr und hat sich in der wundervollen nivellierten Mittelstandsgesellschaft des Neoliberalismus als Ende der Geschichte aufgelöst?
    Das ist jetzt polemisch gefragt, ich weiß.
    Oder willst du sagen, dass das Proletariat aus Menschen besteht, die mehrheitlich jetzt oder für immer der Ansicht sind, jeder für sich und Gott gegen alle sei die beste Art, die eigenen Interessen wahrzunehmen. Und wenn es so wäre, willst du sagen, dass das unveränderbar (auch nicht durch praktische Erfahrungen) ist?
    Und dann auch noch das:
    „Und nüchtern faktisch betrachtet, hat die Mehrheit der Lohnabhängigen hierzulande eben ganz offensichtlich ganz andere Interessen als die Kommunisten es gerne hätten, daß die das haben sollten.“
    Aus dem Satz, der eigentlich eine Banalität ist, folgt, dass du diesbezüglich offensichtlich eine resignative Sicht hast, falls du ein Kommunist sein solltest, was ich nicht glaube.
    Sonst klingt der Satz wie eine Gebetsformel der neoliberalen Propagandisten, die hoffen und beten, dass „diese Kommunisten“ niemals in der Lage sein werden, die Proletarier entlang ihrer Interessen zusammenzuführen, damit sie für ihre Interessen kämpfen.
    Gewiss, ich muss dir darin recht geben, dass es sehr sehr viele „Kommunisten“ gibt, die gerne hätten, dass die Proletarier keine eigenen Interessen hätten, sondern sich mit ihren Interessen identifizieren sollen. Das ist unbestreitbar.
    Die Frage ist schon interessant: welche Interessen haben die Angehörigen der Klasse des Proletariats. Da gibt es sicher viele gemeinsame, aber auch divergierende, nicht zuletzt auch rein individuelle Leidenschaften und Neigungen.
    Die kommunistische Zukunftsgesellschaft wird sich nach Marx und Engels dadurch auszeichnen, „daß das Wesen des menschlichen Geistes darin besteht, selber tätig zu sein (…), und daß daher keine Notwendigkeit besteht, Menschen zur Tätigkeit zu zwingen, wie im gegenwärtig bestehenden Gesellschaftszustand, sondern nur die, ihren natürlichen Tätigkeitsdrang in die richtige Bahn zu lenken“
    Sie gingen von der “Vernunftwidrigkeit der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung, die beide voneinander trennt, aus der Arbeit eine Plackerei und das Vergnügen für die Mehrheit der Arbeiter unerreichbar macht“;
    Sie traten für eine praktische Bewegung zur Schaffung einer Gesellschaftsordnung ein, in der „die Arbeit zu dem gemacht werden kann, was sie eigentlich sein soll, nämlich zu einem Vergnügen, wobei jeder seinen eigenen Neigungen folgen darf. (…)“

    Solche Sätze sind dir sicher vollkommen unbekannt, wie ich das leider von vielen gewohnt bin, die sich als „Kommunisten“ ausgeben.

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