P – Antifa Goes Theory

Die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [ARAB] feierte Anfang 2012 ihr fünfjähriges Bestehen. Pünktlich zu diesem Jubiläum erinnern wir uns an Lenins berühmten Satz: „Ohne revolutionäre Theorie kann es keine revolutionäre Bewegung geben.“ Und weil das nicht nur plausibel klingt, sondern auch stimmt, haben wir beschlossen uns zu grundsätzlichen theoretischen Fragen Gedanken zu machen und die Ergebnisse unserer kollektiven Diskussionen in regelmäßigen Abständen in unserer neuen Zeitschrift „Perspektive – Texte für den revolutionären Aufbauprozess“ zu veröffentlichen.
Die Beiträge wollen wir ausdrücklich als Diskussionsangebote verstanden wissen, und weil wir uns ja eher als Revolutionär_innen denn als Theolog_innen verstehen und außerdem gelernt haben, dass ein Dogma weniger wert ist ein Kuhfladen, stellen wir auch keinen Anspruch auf „absolute Wahrheit“.
Da einer unserer Arbeitsschwerpunkte im letzten halben Jahr die Krisenproteste waren, dreht sich in der ersten Nummer alles um die kapitalistische Krise: Ist sie ein durch böswillige „Zocker_innen“ verursachter Betriebsunfall, den man mit ein paar Regeln für den Finanzmarkt wieder in den Griff bekommen kann? Was ist mit der „Euro-Krise“ – Wird in Europa nun endlich wieder „deutsch gesprochen“? Und was hat das Ganze überhaupt mit der radikalen Linken zu tun?

(Quelle:
http://p.blogsport.de/2012/02/22/erste-ausgabe-der-perspektive-erschienen/)

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1 Antwort auf „P – Antifa Goes Theory“


  1. 1 Mattte 22. März 2012 um 18:59 Uhr

    Leider habe ich das erst jetzt gesehen und vorher überlesen: ARAB äußert sich in diesem Papier auch zur Organisationsfrage! S.24, Zeilenumbruch wie im Original.

    Damit aber eine radikale Linke diese
    Aufgaben erfüllen kann, müssen wir
    zuerst unsere eigenen Strukturen aus und
    umbauen. Um intervenieren zu
    können, müssen wir in einer Position
    der Stärke sein, über Organisationen
    verfügen, die im umfassenden Sinne
    handlungsfähig sind: Auf dem Feld
    der Theorie ebenso wie auf dem der
    Praxis. Teilbereichsorganisationen
    und bewegungsorientierte Eventgruppen
    – so wichtige Arbeit diese zum
    Teil verrichten – reichen nicht aus.
    Uns ist klar: Eine Organisation, die
    auf mittlere oder lange Sicht ernsthaft
    die Machtfrage in diesem Land
    stellen will, wird nicht über Nacht
    entstehen. Umso wichtiger ist es, bereits
    bestehende Strukturen zu vereinheitlichen,
    sie vor dem Zugriff der
    Repressionsorgane zu schützen. Angesichts
    der gegenwärtigen Zersplitterung
    der radikalen Linken stellt sich
    dabei die Aufgabe, Revolutionär_innen
    aus verschiedenen Strukturen und
    Teilbereichen zu sammeln und eine
    gemeinsame Praxis zu entwickeln.
    Gegenseitige Verdächtigungen und
    Einordnungen in Schubladenideologien
    („Stalinist_innen“, „Trotzkist_
    innen“, „Maoist_innen“, usw.) samt
    der damit verbundenen Weigerungen
    mit den in jeweils anderen Schubladen
    Verorteten zusammenzuarbeiten,
    bringen uns nicht weiter. Es geht, wie
    das Carlos Nunez einmal mit Blick
    auf die Tupamaros formuliert hat,
    darum zu erkennen, „dass es wirkliche
    Revolutionäre in allen linken
    Gruppen gibt, und noch mehr Revolutionäre,
    die nicht einmal organisiert
    sind. Gehen wir zu diesen Leuten und
    Gruppen und vereinigen sie.“
    Die Geschichte bietet uns dafür einen
    reichen Schatz an Erfahrungen -
    an positiven wie negativen: Von der
    russischen Revolution über die Kommunistischen
    Parteien der Zwischenkriegszeit
    bis hin zu den Versuchen
    des Aufbaus militanter kommunistischer
    Formationen in den westlichen
    Metropolen, der autonomen und der
    Antifa-Bewegung usw. – Aus ihren
    Fehlern wie Erfolgen können wir lernen.
    Und nur dann wird es uns gelingen,
    Organisationsstrukturen aufzubauen,
    die mehr sind als Spielwiesen
    für Nachwuchspolitiker_innen oder
    Orte alternativer Jugendkultur.
    Ulrike Meinhof hat 1968 einen Aktivisten
    der schwarzen Bürgerrechtsbewegung
    in den USA mit den Worten
    zitiert: »Protest ist, wenn ich sage,
    das und das passt mir nicht. Widerstand
    ist, wenn ich dafür sorge, dass
    das, was mir nicht passt, nicht länger
    geschieht.« Um zu protestieren, brauchen
    wir nichts zu ändern, wir können
    weitermachen wie bisher. Wollen wir
    allerdings Widerstand leisten, wollen
    wir alle Verhältnisse umwerfen, „ in
    denen der Mensch ein erniedrigtes,
    ein geknechtetes, ein verlassenes, ein
    verächtliches Wesen ist“ (Marx), dann
    müssen wir Organisationen aufbauen,
    die dazu auch in der Lage sind.

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