Treffen für workshop-Vorbereitung (So., 8.1.12.): Staat & Revolution heute

Am 12. Dezember hatte khs in diesem blog eine face-to-face-Aussprache zum Thema „revolutionärer Bruch“ vorgeschlagen. Daraus ist mittlerweile die Idee entstanden, einen gemeinsamen Workshop zu diesem Thema und damit zusammenhängende Fragen durchzuführen. Zur gemeinsamen Entwicklung eines Workshop-Konzeptes wird am

Sonntag, den 08. Januar 2012 ab 14:00 h

ein – für alle an der Organisierungsdebatte Beteiligten offenes – Vorbereitungstreffen stattfinden. Ort wird auf Anmeldung per mail (nao[at]gmx.net) mitgeteilt.

Unter anderem über die Berücksichtigung folgender Aspekte des Themas könnte gesprochen werden:
Revolutionärer Bruch, Revolutionärer Prozess, repressive Staatsapparate, ideologische Staatsapparate, Klassenstruktur & BRD-Staat, revolutionäre Realpolitik, selbständig organisierte Kampfformen & Gegenmacht usw. (Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Gewichtung).

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3 Antworten auf „Treffen für workshop-Vorbereitung (So., 8.1.12.): Staat & Revolution heute“


  1. 1 Mario Ahner 03. Januar 2012 um 18:14 Uhr

    Gerade die Staatsfrage wird m.E. einiges an Diskussionszeit beanspruchen, wird doch bei den Leninisten/Trotzkisten weiterhin der „Doppelschritt“ von Sozialismus (verstanden als die „Diktatur des Proletariats“) und der darauf folgenden Epoche des Kommunismus vertreten, wobei die Arbeiterklasse in der ersten Phase unabdingbar die Staatsmacht erobern, die alten Institutionen zerschlagen, und durch neue ersetzen soll. Die Form wird verändert, das Wesen des Staates als Staat überhaupt bleibt bestehen.

    Hierzu merkt Paul Pop an: „In seiner Polemik gegen den späteren Linkskommunisten Pannekoek belehrt ihn Lenin: „Die Marxisten halten es für notwendig, dass das Proletariat nach der Eroberung der politischen Macht die alte Staatsmaschinerie völlig zerstört und sie durch eine neue, eine nach dem Typ der Kommune gebildete Organisation der bewaffneten Arbeiter ersetzt (…). Die Anarchisten verwerfen sogar die Ausnutzung der Staatsgewalt durch das revolutionäre Proletariat“ (ebenda: S. 130).

    „Die Revolution darf nicht darin bestehen, dass die neue Klasse mit Hilfe der alten Staatsmaschinerie kommandiert und regiert, sondern muss darin bestehen, dass sie diese Maschine zerschlägt und mit Hilfe einer neuen Maschine kommandiert und regiert … (ebenda: S.132).

    Die Unterschiede zwischen den Auffassungen von Lenin in „Staat und Revolution“ und denen von Marx in „Bürgerkrieg in Frankreich“ sind gravierend: Während Lenin vertrat, dass die ArbeiterInnenklasse mit Hilfe des Staates als Unterdrückungsinstrument in der Periode des Sozialismus die Voraussetzung für das Abstreben des Staates vorbereiten sollte, war für Marx die proletarische Revolution gegen den modernen Staat als solches gerichtet und ihr Hauptinhalt die Zerstörung der Staatsmacht und ihre Ersetzung durch die Selbstverwaltung der ProduzentInnen. Lenin ging es hingegen um den Austausch der alten Maschine durch eine neue. Eine Übergangperiode des Sozialismus kommt bei Marx zumindest in der Kommune-Schrift nicht vor.“

    Aus heutiger Sicht, so meine ich an Pop anlehnend, ist dieser „Doppelschritt“ inklusive Übernahme der Staatsmacht, durch die Geschichte selbst widerlegt. Der Marxismus muss sich von diesem theoretischen Selbstmissverständnis befreien, will er weiterhin eine zeitgemäße Perspektive zur Aufhebung des Kapitalverhältnis und aller Arten von Ausbeutung, Herrschaft und Verelendung bieten. Die alten theoretischen Grabenkämpfe helfen uns hierbei wenig weiter.

  2. 2 Stefan 08. Januar 2012 um 19:16 Uhr

    Kann ich an Eurer Diskussion teilnehmen?
    Per Zufall bin ich auf Euren Blog gestoßen. Seit Jahren beschäftige ich mich mit Marxscher Staatstheorie und habe mich auch mit Lenins „Staat & Revolution“ auseinandergesetzt.

    Ich leben in Wien und würde mich freuen, wenn ich mich irgendwie beteiligen kann.

    Mit lieben Gruß

    Stefan

  1. 1 Neue bei trend « Neue antikapitalistische Organisation? Na endlich! Pingback am 04. Januar 2012 um 1:43 Uhr
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