Das „Bochumer Programm“ – ein Vorschlag oder mehr?

VORMERKEN

TREND-Gespräch Nr. 3 über Programm und Organisation

Sonntag, den 22. Januar 2012, um 17 Uhr
Café Commune, Reichenberger Str. 157 in 10999 Berlin

Im September 2011 veröffentlichte eine bisher nur virtuell diskutierende Gruppe des Onlineprojekts „www.marx-forum.de“ das so genannte Bochumer Programm und wurde damit zu einer Strömung in den Diskussionsprozessen rund um den Vorschlag der Sozialistischen Initiative Berlin zur Gründung einer neuen antikapitalistischen Organisation.

Auf Einladung der TREND-Redaktion werden zwei AutorInnen des „Bochumer Programms“ mit uns darüber sprechen, wie sie den Zusammenhang von Programm und Organisation verstehen und welchen Stellenwert sie dabei ihrem Programm beimessen.

Moderieren wird das Gespräch Michael Klockmann.

    Texte zur Veranstaltung erscheinen im Januar 2012
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5 Antworten auf „Das „Bochumer Programm“ – ein Vorschlag oder mehr?“


  1. 1 Wal Buchenberg 24. Dezember 2011 um 12:24 Uhr

    Hallo,
    noch einmal zur Klarstellung: Was ist das Bochumer Programm und was nicht?

    Guckst du: http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6320

    Gruß Wal Buchenberg

  2. 2 Zielpublikum 25. Dezember 2011 um 9:35 Uhr

    Fünf Prinzipien einer Organisation neueren Typs

    … ad hoc aus dem Ärmel geschüttelt, daher sehr draft …

    1. „Bochumer Programm“ oder was immer für Forderungen: An wen werden die Forderungen gestellt? An die Regierung? An das Kapital? So nach dem Motto: Bitte, bitte, beherrscht uns doch besser? --> Schluss mit den Forderungen! In dem Moment, in dem wir fordern, ist die Sache schon gelaufen. Wir selbst müssen umsetzen. — „Es rettet uns kein höheres Wesen …“

    2. Hier irgendwo bei den ganzen Texten steht, soweit ich es in Erinnerung habe, das Wort „Zielpublikum“. Sobald es eine Organisation gibt, die sich auf ein „Zielpublikum“ bezieht, fängt die ganze Scheiße, die bisher mit kommunistischen Organisationen gelaufen ist, von vorne an. Genau in dieser Aufgliederung liegt das Scheitern dieser Organisationen begründet. --> Selbstorganisation und sonst nix! Wenn ihr nicht dazu zu gehören meint, dann gründet keine Organisation FÜR UNS. Gründet eine FÜR EUCH oder helft UNS bei der SELBSTorganisation, ohne uns dazwischenzuquatschen! — „Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber …“

    3. Diese Gesellschaft, die Wirtschaft dieser Gesellschaft — und erst recht als Teil der Weltwirtschaft usw. … — ist ein hyperkomplexes System. Jede Lageeinschätzung, jede taktische/strategische Entscheidung hat daher günstigstenfalls die Treffsicherheit einer Wettervorhersage. --> Eine Organisation, die den Verhältnissen angemessen agieren soll, benötigt eine KOLLEKTIVE Rationalität, nicht eine, die nachträglich Individual-Rationalitäten vermittelt. Kollektive Rationalität stellt sich ohne Wahlgedöns usw. im gemeinsamen Handeln freier und gleicher Individuen her, im Gespräch, bei Straßenaktionen usw.: die Individuen verteilen sich räumlich und funktional so, dass sie ihre Individualität maximal entfalten und dadurch maximale Wirkung entfalten. — „… Alles zu werden, strömt zuhauf!“

    4. Mitgliedschaftsbedingung nach J. Dittfurth: die „Grundsehnsucht“ nach Verhältnissen, in denen der Mensch kein erniedrigtes, kein geknechtetes, kein verlassenes, kein verächtliches Wesen mehr sei. Im WIRKLICHEN LEBEN erkennen wir uns als Mitstreiter*innen doch nicht dadurch, dass wir einander Prinzipienkataloge vorlesen und unsere Meinungen dazu abfragen. Im WIRKLICHEN LEBEN kann GERADE DIES irreführend sein.

    5. Verbindlichkeit und Zentralität/Dezentralität den Verhältnissen entsprechend, u.a. auch unter Berücksichtigung, dass wir in einer „Diktatur auf Abruf“ (auch Dittfurth) leben.

  3. 3 uwe 25. Dezember 2011 um 21:32 Uhr

    zu 1.

    soweit ich das Bochumer Programm verstanden habe, sind die Forderungen mit Kampfaktionen verbunden. Wenn zB. eine Gewerkschaft mehr Mitbestimmung im Betrieb fordert und diese Forderung von der Leitung abgelehnt wird, dann zieht das einen Streik nach sich. Die Forderungen können immer weiter erhöht werden und der Arbeitskampf immer weiter zugespitzt werden.

    Ein revolutionäres wir gibt es nicht und wenn dann nur als revolutionäre Minderheit. Das Bochumer Programm könnte ein Weg sein, aus der Minderheit eine Mehrheit zu machen. Dahinter steckt die Annahme, das über die Arbeitskämpfe ein revolutionäres Bewußtsein erzeugt werden kann bzw sich entwickelt.

  4. 4 Wal Buchenberg 26. Dezember 2011 um 9:52 Uhr

    Hallo Uwe,
    ja, so kann man das erklären.
    Man kann es aber über deine Erklärung hinaus so sehen:
    Die „Forderungen“ im Bochumer Programm sind Zielvorstellungen, die sich alle Besitzlosen zu eigen machen können (weil sie aus den aktuellen Kämpfen entwickelt sind) und die sich (nach unserer Vorstellung/Hoffnung) auch alle Besitzlosen zu eigen machen sollen.

    Aus diesen Zielvorstellungen ergeben sich die Kämpfe der Mehrheit und das Bewusstsein der Mehrheit, womit der Kapitalismus beseitigt wird.

    Gruß Wal

  1. 1 Neue bei trend « Neue antikapitalistische Organisation? Na endlich! Pingback am 04. Januar 2012 um 1:42 Uhr
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