NAO Essentials

1. Konzept des revolutionären Bruchs
2. Keine Mitverwaltung der kapitalistischen Krise
3. Klassenorientierung
4. Einheitsfront-Methode
5. (Eine gewisse) organisatorische Verbindlichkeit

vergleich: https://systemcrash.wordpress.com/2011/11/05/was-muss-ein-revolutionares-programm-heute-enthalten/

vorschlag für eine konkretisierung der fünf SIB essentials

für eine mitgliedschaft in der NAO gelten folgende grundprinzipen als bedingung:

1. [revolutionärer bruch]

anerkennung der notwendigkeit, dass eine ‚neue antikapitalistische organisation‘ alle sozialen kämpfe auf die frage des revolutionären sturzes des bürgerlichen staates zuspitzt und die organe der selbstverwaltung von unten in die zukünftige „regierung der unterdrückten“ (arbeiterInnenregierung) verwandelt.

2.[ablehnung von volksfrontregierungen]

die NAO wird sich niemals an regierungen mit bürgerlichen parteien beteiligen oder diese anderweitig unterstützen. in regierungen mit bürgerlichen kräften sind die „arbeiterparteien“ stets die geisel der bourgeoisie. für eine durchsetzung des standpunktes der proletarischen emanzipation müssen sich die arbeiterInnen ideologisch/programmatisch und organisatorisch klassenunabhängig zusammenschliessen.

3. [klassenstandpunkt]

für eine überwindung des kapitalverhältnisses gibt es nur das mittel der revolutionären mobilisierung der mehrheit der arbeiterklasse. nur diese hat die soziale kraft, das kapitalverhältnis zu stürzen und die gesellschaft auf eine neue grundlage zu stellen.
das proletariat kann sich nur befreien, wenn es ALLE unterdrückungsverhältnisse beseitigt, insbesondere die unterdrückung der frauen und opfer rassistisch/chauvinistischer ausgrenzung. die anerkennung der notwendigkeit von seperaten strukturen von angehörigkeiten besonders unterdrückter gruppen steht dabei nicht im widerspruch zu dieser grundsätzlichen proletarischen klassenkampf-strategie.

4. [einheitsfrontmethode]

die einzige möglichkeit, grosse teile der unterklassen von der notwendigkeit des revolutionären bruchs zu überzeugen, ist die anwendung der einheitsfront-taktik (im kleineren massstab: „aktionseinheiten“). dabei geht es um die organisierung konkreter AKTIONEN, die im gesamtinteresse der arbeiterbewegung liegen, ohne die programmatischen differenzen der beteiligten politischen kräfte unter den teppich zu kehren. alle teilnehmer einer einheitsfront/aktionseinheit haben volle propaganda-freiheit.

5. [organisationskonzept]

in der anfangsphase wird die NAO als „netzwerk der subjektiven revolutionäre“ sich organisieren. das heisst, alle beteiligten am NAO prozess behalten ihre formelle unabhängigkeit (unter der voraussetzung der anerkennung der fünf SIB essentials), während sie dazu verpflichtet sind, einen gewissen teil ihrer ressourcen in den gesamtprozess der NAO einzubringen.

langfristig streben wir aber eine organisation der revolutionäre an, die nach den prinzipien des demokratischen zentralismus organisiert ist. das heisst, volle freiheit der kritik nach innen, volle einheit in der handlung nach aussen.

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21 Antworten auf „NAO Essentials“


  1. 1 systemcrash 14. Dezember 2011 um 20:56 Uhr

    als beispiel für eine selbstorganisation von unten könnte die „arbeiterkontrolle“ der keramikfabrik „zanon“ gelten

    http://www.klassegegenklasse.org/vorwort-zur-3-auflage/

    obwohl ich nicht alle positionen der FT/CI teile, scheint mir dieses beispiel zumindest zu zeigen, dass auch eine kleine organisation im begrenzten rahmen über einen gewissen einfluss verfügen kann, wenn sich ihre militanz in übereinstimmung mit den konkreten interessen der lohnabhängigen befindet, oder es zumindest berührungspunkte zwischen beiden gibt.

  2. 2 uwe 14. Dezember 2011 um 22:21 Uhr

    zu Punkt 1

    könnte es sein, das zwischen den sozialen kämpfen und der zuspitzung auf einen revolutionären sturz ein wiederspruch besteht?

    was die möglichkeit einer revolution in deutschland anging. vertraten die bolschewiki die ansicht, das nach einem abflauen der wirtschaftskrise sich die sozialen verhältnisse der arbeiter verbessern könnten und eine revolution ausbleiben wird.

    welche sozialen kämpfe sollen unterstützt werden? tarifstreiks?
    und wie wird dadurch eine revolutionäre situation gefördert?

  3. 3 systemcrash 14. Dezember 2011 um 23:03 Uhr

    über die bedingungen LINKER/linker politik in der BRD
    ein interessanter aufsatz von Arno Klönne

    http://www.scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=20602&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=50e6c7c41b

  4. 4 DGS / TaP 15. Dezember 2011 um 12:05 Uhr

    Lieber Systemcrash,

    ich bin mir alles anderes als sicher, daß es sinnvoll ist, bereits in redaktionelle Feinarbeiten an den Essentials einzutreten. Ich würde eigentlich lieber erst einmal wissen, ob wir hier mit einer kleinen Organisation (RSB), zwei noch kleinereren Gruppen/Netzwerken (SoKo, SIB), ein paar Einzelpersonen sowie GAM und RIO eher in BeobachterInnen- als in Beteiligtenposition (sowie SAV und isl noch ohne schriftliche Stellungnahmen) eine Diskusssion im luftleeren Raum führen.
    Ich will noch mal betonen: Wenn aus dem ursprünglichen SIB-Vorschlag (rev. Organisation von MarxistInnen bis Postautonomie) etwas werden soll, dann müssen wir endlich systematisch mit der (post)autonomen und (post)antiimperialistischen Szene ins Gespräch kommen – und dafür dürfen wir nicht Tage mit (im mehrfachen Sinne) virtuellen Diskussionen im Netz vertun.

    Was ich auf alle Fälle an Deinem Vorschlag richtig finde, ist der erste Absatz von Pkt. 5:

    „in der anfangsphase wird die NAO als ‚netzwerk der subjektiven revolutionäre‘ sich organisieren. das heisst, alle beteiligten am NAO prozess behalten ihre formelle unabhängigkeit (unter der voraussetzung der anerkennung der fünf SIB essentials), während sie dazu verpflichtet sind, einen gewissen teil ihrer ressourcen in den gesamtprozess der NAO einzubringen.“

    Ich möchte in diesem Zusammenhang auch noch mal auf den Vorschlag hinweisen, Plena der subjektiven RevolutionärInnen zu schaffen: http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/18/vorschlag-plena-der-subjektiven-revolutionaerinnen/. Das wäre m.E. der Rahmen, in dem die praktische Tragfähigkeit von Zusammenarbeits- und Annäherungsabsichten getestet werden könnte.

    Ansonsten:

    Zu 1. [revolutionärer bruch]

    a) Ich würde vorschlagen, „revolutionären sturzes des bürgerlichen staates“ durch „Verdrängung des Herrschenden von der Staatsmacht und Zerschlagung des bestehenden Staatsapparates“ (oder: „des bürgerlich-patriarchal-rassitischen Staatsapparates) zu ersetzen.
    Begründung: Der existierende Staat – als ein wichtiges Hindernis der Überwindung von Herrschaft und Ausbeutung – ist m.E. nicht nur ein bürgerlicher. „Bestehender Staatsapparat“ wäre ein Formelkompromiß, der die inhaltliche Differenz umschifft; „bürgerlich-patriarchal-rassitischer Staatsapparat“ die Formulierung, die ich tatsächlich richtig finde.

    b) Es müßte gesagt werden, warum wir das für notwendig halten (das ist ja nicht eine ‚Geschmacksfrage‘). Ich würde angelehnt an Avanti sagen: Nach aller Erfahrung und Logik ist davon auszugehen, dass Kapital, Männer und Weiße ihre gesellschaftliche Stellung, d.h.: sich selbst, nicht kampflos aufgeben werden, nur weil es die Bevölkerungsmehrheit vielleicht einmal so will.

    c) inhatlich: „‚regierung der unterdrückten‘ (arbeiterInnenregierung)“. Wenn überhaupt, würde ich vorschlagen „arbeiterInnenregierung“ – wegen des darin anklingenden Klassenreduktionismus – zu streichen und ansonsten vielleicht zu formulieren „Regierung der vormals Ausgebeuteten und Beherrschten“.
    bündnis-/organisationsaufbau-strategisch: Abgesehen davon wäre ich aber eher dafür, die Frage eines post-revolutionären Übergangsstaates zugunsten der Einbeziehung von revolutionären AnarchistInnen in den Essentials offenzulassen.

    zu 2. [ablehnung von volksfrontregierungen]

    Soweit es die Klassenverhältnisse anbelangt, bin ich einverstanden. Aber auch dieser Punkte müßte m.E. so umformuliert werden, daß er auch den anderen Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnissen Rechnung trägt.

    zu 3. [klassenstandpunkt]

    Dieser Punkt bedarf m.E. der stärksten Überarbeitung unter dem Gesichtspunkt des Klassenreduktionismus. Das gilt insb. für den Satz: „das proletariat kann sich nur befreien, wenn es ALLE unterdrückungsverhältnisse beseitigt, insbesondere die unterdrückung der frauen und opfer rassistisch/chauvinistischer ausgrenzung.“
    Genauso wie sich die Lohnabhängigen nur selbst befreien können, können dies auch die Frauen und Schwarzen nur selbst – was in allen drei Fragen Bündnisse mit ‚VerräterInnen‘ aus der jeweiligen gesellschaftlich herrschenden Gruppe nicht ausschließt.

    zu 4. [einheitsfrontmethode]

    Mit dem Pkt. bin im großen und ganzen einverstanden. – „Einheitsfront“ bedeutet nach dieser Definition also kein größeres Maß an ideologischer Vereinheitlichung als „Aktionseinheit“, oder? Und sie sind auch nicht notwendigerweise auf Lohnabhängige begrenzt, sondern können Angehörige anderer Klassen einbeziehen, oder? Dann bin ich einverstanden.
    Ich würde allerdings, „die einzige möglichkeit, grosse teile der unterklassen von der notwendigkeit des revolutionären bruchs zu überzeugen“, weniger rigoros („einzige möglichkeit“) formulieren, den Klassenreduktionismus vermeiden und das Ganze nicht auf die vorbereitende Funktion in Bezug auf den revolutionären Bruch reduzieren. Aktionseinheiten sind m.E. auch ein – berechtigtes – Mittel, um Verbesserungen für die Beherrschten und Ausgebeuteten auch hier und jetzt durchzusetzen.

    zu 5. [organisationskonzept]

    „langfristig streben wir aber eine organisation der revolutionäre an, die nach den prinzipien des demokratischen zentralismus organisiert ist. das heisst, volle freiheit der kritik nach innen, volle einheit in der handlung nach aussen.“

    „volle einheit in der handlung nach aussen“ – nee, ich werde sicherlich nicht irgendeinen Unsinn machen, nur weil das irgendeine Organisationsversammlung/-organ beschließt. Ich werde mir immer vorbehalten, auch meine etwaige Minderheitenposition innerhalb einer Organisation nach außen zu kommunizieren, also bspw. ein Mehrheits-Flugi zusammen mit einem Minderheitsvotum verteilen.
    Das kann sicherlich im Extremfall dazuführen, daß eine Organisation nicht mehr gemeinsam handlungsfähig ist, weil es zuviele Dissenspunkte gibt – aber dann müssen sich die Strömungen halt trennen. Aber niemandE kann erwarten, daß Leute etwas tun, was sie für falsch halten.

    PS.:
    Und generell würde ich vorschlagen, von „Lohnabhängigen“ (und nicht von „Proletariat“ oder „ArbeiterInnenklasse“) zu sprechen. Das Charateristikum der kapitalistischen Produktionsweise ist das Verhältnis zwischen Lohnarbeit und Kapital; „Proletariat“ und „Arbeiter-“ (auch: „ArbeiterInnen-“)klasse haben dagegen spezifische – kulturell und historisch einengende – Konnotationen, die – im besten Fall – Verwirrung stiften, oder aber sogar (heute) falsch sind.

  5. 5 Mattte 15. Dezember 2011 um 15:13 Uhr

    „volle einheit in der handlung nach aussen“ – nee, ich werde sicherlich nicht irgendeinen Unsinn machen, nur weil das irgendeine Organisationsversammlung/-organ beschließt. Ich werde mir immer vorbehalten, auch meine etwaige Minderheitenposition innerhalb einer Organisation nach außen zu kommunizieren, also bspw. ein Mehrheits-Flugi zusammen mit einem Minderheitsvotum verteilen.

    Dies würde im schlimmsten Falle bedeuten, dass alle ehemaligen Organisationen in der NAO weiterleben und weiter ihr Sekten-Unwesen treiben. Das wäre alles andere als ein Schritt nach vorne.
    Natürlich kann dich niemand dazu zwingen, etwas mitzutragen, was du für absolut falsch hält. Dazwischen gibt es aber viele Grautöne. Dass man z.B. mal eine Kampagne mitträgt deren Zielsetzungen man teilt, aber deren Form kritisch sieht, kann von einem subjektiven Revolutionär durchaus verlangt werden. Die gemeinsame Handlungsfähigkeit sollte im Zweifelsfall Priorität haben.

  6. 6 systemcrash 15. Dezember 2011 um 17:24 Uhr

    hallo DG

    das sollte nur ein VORSCHLAG sein, noch keine redaktionelle feinarbeit (obwohl ich persönlich schon von der richtigkeit überzeugt bin ;) )
    es sollte nur eine art inhaltliche grobbestimmung für die mitgliedschaft in der zukünftigen NAO sein, um mal zu sehen, wie die konkreten ausgangsbedingungen sind. ich fürchte, dass die bedingungen noch schlechter sind als das, was du in deinen fragen formulierst. ich glaube, dass deine vermutung, dass wir hier im luftleeren raum diskutieren, völlig richtig ist. und ich fürchte, daran wird sich auch so schnell nichts ändern. und daran wird sogar eine eventuelle gründung nichts ändern. die NAO wird noch eine ganze weile isoliert sein. trotzdem bin ich der meinung, dass der schritt gewagt werden sollte. langfristig wird sich das bedürfnis nach REVOLUTUIONÄRER EINHEIT durchsetzen. dies vorzubereiten, DAS ist die aufgabe der NAO.

    auf deine einzelnen kritikpunkte möchte ich jetzt nicht eingehen, weil das dann wirklich in einem anderen rahmen diskutiert werden müsste. nur zwei punkte:

    deine fragen zu meiner darstellung der „einheitsfrontmethode“ kann ich klar bejahen…genauso ist es gemeint. :)

    den grössten dissens sehe ich in der frage des demozent. ich stimme da dem post von Mattte zu.

    die erweiterung des staates neben der klassenbestimmung auf patriarchat und rassismus halte ich zwar inhaltlich für falsch, es wäre aber für mich kein hinderungsgrund, einer NAO beizutreten. das gleiche gilt für deinen ausführungen zum punkt 3 [klassenstandpunkt].

  7. 7 systemcrash 15. Dezember 2011 um 17:25 Uhr

    auf die fragen von uwe werde ich in einem eigenen artikel antworten, die die strategie der übergangsforderungen thematisch eingrenzen soll

  8. 8 gaga 15. Dezember 2011 um 17:30 Uhr

    Zuerst: Ich finde es ganz schön strange, jetzt schon (bzw. überhaupt) Mitgliedschaftsanforderungen festlegen zu wollen. Aber trotzdem formuliert systemcrash dabei ja eine Vorstellung davon, was bei diesem Projekt überhaupt rumkommen soll. Da würde ich aufjedenfall sagen, dass es sehr wichtig ist, dass ihr euch darüber Gedanken macht. Ihr solltet euch vorallem auch klar darüber sein, was ein realistisches, in Zukunft anstrebbares Ziel dieser Aktion hier sein könnte.

    Es wäre doch schon ein ziemlicher Erfolg, wenn man am Ende eine funktionierende Kommunikationsstruktur im Internet* und sowas wie regelmäßige Treffen in einigen Großstädten, bei denen dann etwas geplauscht wird, auf die Kette bekommt. Mit ein bisschen Glück bringen diese online und offline Zusammenhänge dann so etwas wie einen theoretischen Diskurs zustande. Dann kann man daran gehen ein paar unserer zumeist unsympathischen Miterdlinge von der Schlechtigkeit der kapitalistischen Produktionsweise und der Notwendigkeit eines Beitritts in NAO™ zu überzeugen. Was höchstwahrscheinlich nicht funktionieren wird, aber ich finde es gut, wenn man das versuchen will.

    Hat man diese Zukunftsvision (die wäre doch schon ziemlich rosig meiner Meinung nach) vor Augen, kann man sich über soetwas wie ein Kernprogramm Gedanken machen, was bei dir ja so ein bisschen durchscheint. Ich mag die Idee, so ein knappes Kernprogramm zu formulieren, damit jeder direkt feststellen kann, worums geht. Du gehst mMn. schon viel zu weit. In deinen Ausführungen sind eine Menge diskussionswürdige Stellen drin (vgl. die Antwort von Detlef). Ich denke, die Essentials sollten gerade auf das zielen, über das wir uns schon einig sind, ohne das da noch großartig diskutiert werden muss.

    Mir kam dabei ungefähr das hier in den Sinn (Sätze in eckigen Klammern sind von systemcrash):

    [1. die NAO wird sich niemals an regierungen mit bürgerlichen parteien beteiligen oder diese anderweitig unterstützen.]

    2. Ziel der NAO ist die Propagierung einer sozialen Struktur, in der politische Belange demokratisch verhandelt werden und in der die materielle Reproduktion der Gesellschaft planwirtschaftlich vorgenommen wird. Dazu muss das Kapitalverhältnis und dementsprechend das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben werden.

    [3. für eine überwindung des kapitalverhältnisses gibt es nur das mittel der revolutionären mobilisierung der mehrheit der arbeiterklasse. nur diese hat die soziale kraft, das kapitalverhältnis zu stürzen und die gesellschaft auf eine neue grundlage zu stellen.] Deshalb wird die Organisation versuchen, Theoriearbeit zu leisten und gewonnene Einsichten in die Gesellschaft zu tragen.

    4. Diskriminierung aufgrund (A … Z) findet die Organisation auch nicht gut.

    *Ich denke da an ein hinreichend gesichertes Diskussionsforum in Verbindung mit einem Kollektivblog, wie dem der amerikanischen Genossen von http://kasamaproject.org/ .

    Vllt. noch eine strenger moderierten Seite, auf der sich die „Organisation als Ganze“ äußern kann. Sowas wie Pressemitteilungen, über die sich irgendwie vorher verständigt wurde und geprüftes Propagandamaterial.

    Dieser Internetauftritt dürfte, vorallem angesichts der mickrigen Anzahl an potentiellen Mitmachern und ihrer geographischen Versprengtheit, weitaus wichtiger sein, als irgendwelche regionalen Treffen. Wissensproduktion und -verteilung sollte der erste Schritt sein und das geht am besten im Netz, da Informationen dort auch für unbestimmt viele Andere zugänglich sind.

  9. 9 uwe 15. Dezember 2011 um 17:42 Uhr

    nochmal zu 1.

    Arbeitskämpfe die erfolgreich sind haben meistens eine Schmälerung des Unternehmergewinns zu folge. Es geht demzufolge um eine „gerechtere“ Verteilung der erwirtschafteten Werte.
    Wenn man davon ausgeht, das unzufriedene Werktätige auch wütende Werktätige sein werden. Dann müßte doch die Zuspitzung zum revolutionären Umsturz darauf hinauslaufen, die sozialen Verhältnisse der Werktätigen zu verschlechtern.
    Wie könnte in diesem Zusammenhang die Unterstützung der sozialen Kämpfe aussehen?

  10. 10 systemcrash 15. Dezember 2011 um 21:35 Uhr

    für eine einschätzung der internationalen bedingungen linker politik siehe

    http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=12430&Itemid=1

    der artikel ist von der bordigistischen GIS, eine gruppe, die sich auf die italienische „kommunistische linke“ beruft. diese vertreten ultralinke positionen, z b in der gewerkschaftsfrage.

    ich kann aber meine sympathien für die inhaltliche ausrichtung dieses artikels nicht ganz verbergen ;)

  11. 11 DGS / TaP 16. Dezember 2011 um 0:43 Uhr

    @ Matte & Systemcrash:

    Ja, ich werde schon nicht zu jedem Flugi, jeder Presseerklärung, jedem Veranstaltungstitel und jeder ReferentInnen-Liste, die mir nicht gefällt, ein Minderheitsvotum abgeben. – Da hätte ich wahrscheinlich viel zu tun.

    Trotzdem (also auch ohne Abgabe eines Minderheitsvotums) werde ich zu so einer Veranstaltung hingehen und genauso zu einer Demo, die ich im großen und ganzen richtig finde, zu der die Organisation aber einen m.E. schlechten Aufruftext hat usw.

    Nur:
    Das Prinzip kann nur sein:
    ++ die einzelnen Mitglieder entscheiden, wann sie – auch öffentlich – dissentieren
    und
    ++ die Mehrheit entscheidet, wann ihr Meinungsunterschiede zu groß sind und Leute ausschließt (und austreten kann logischerweie eh auch jedeR).

    Zu erwarten, daß Leute das Für-sie-selbst-entscheiden an Organisationsmehrheiten delegieren, ist heute noch unwahrscheinlicher als vor 100 Jahren (und selbst der Aufstandsbeschluß der Bolschwiki wurde damals von der ZK-Minderheit vorab öffentlich gemacht und kritisiert).

  12. 12 systemcrash 16. Dezember 2011 um 0:50 Uhr

    „++ die einzelnen Mitglieder entscheiden, wann sie – auch öffentlich – dissentieren
    und
    ++ die Mehrheit entscheidet, wann ihr Meinungsunterschiede zu groß sind und Leute ausschließt (und austreten kann logischerweie eh auch jedeR).

    Zu erwarten, daß Leute das Für-sie-selbst-entscheiden an Organisationsmehrheiten delegieren, ist heute noch unwahrscheinlicher als vor 100 Jahren (und selbst der Aufstandsbeschluß der Bolschwiki wurde damals von der ZK-Minderheit vorab öffentlich gemacht und kritisiert).“

    sorry DG, dann vergiss die NAO … bilde lieber gleich ne plattform in der LINKEN. SO wird das nix !
    (und sich auch noch auf sinowjew/kamenjew beziehen. was für ein fauxpas!)

    schade. ich hatte etwas mehr von dir erwartet.

    aber aus erfahrung wird man klug, und politische erwartungshaltungen habe ich schon vor vielen jahrzehnten abgelegt. dabei fing der blog gerade an, mir spass zu machen …… na ja. thats life

  13. 13 DGS / TaP 16. Dezember 2011 um 1:20 Uhr

    @ Sinowjew/Kamenjew:

    Lenin hat’s den beiden auch nachgesehen. -

    Und:
    Wieso sollte sich irgendjemandE auf mehr einlassen, als ich es machen würde?

    Würdest Du es machen, ohne eine vorab-Garantie zu bekommen, daß Du immer zum Mehrheitsflügel der Organisation gehören wirst (und wer/welche würde Dir die wiederum geben?!)! -

    Es hat doch überhaupt keinen Sinn, von vornherein unrealistische Erwartungen zu formulieren.

  14. 14 Mario Ahner 16. Dezember 2011 um 3:14 Uhr

    Mit Verlaub und bei allem Respekt gegenüber der freien Meinungsäußerung und offenen Diskussion, aber systemcrashs Dauervollgeposte des Blogs geht mir auf den Arsch. Jemand der hier neu erscheint und mitlesen will, hat von vornherein wohl überhaupt keine Lust mehr, weil hier nur noch inner-linke Geschwurbeldebatten geführt werden, weil einigen langweilig ist.

    Kommen wir doch auf die Organisierung von DGS‘ Vorschlag des „Plenum der subjektiven Revolutionäre“ zusammen, einigen wir uns darauf die Altbackensprache des Altmarxismus durch eine zeitgemäße Begriffsformulierung zu ersetzen, und klotzen wir ran. Die endlosen Virtualdebatten bringen uns kaum weiter, geschweige denn erweitern sie das Bewusstsein der Lohnabhängigen-Klasse oder bereiten den heiß umstrittenen „Bruch“ vor.

    Grüße

  15. 15 systemcrash 16. Dezember 2011 um 9:38 Uhr

    „Würdest Du es machen, ohne eine vorab-Garantie zu bekommen, daß Du immer zum Mehrheitsflügel der Organisation gehören wirst (und wer/welche würde Dir die wiederum geben?!)! –“

    genau deshalb bemüht man sich (vorher) um eine möglichst hohe programmatische kohärenz (auch wenn es einigen zeitgenossen „auf den arsch geht“ – aber das geht mir am selbigen vorbei ;) )

    warum soll man solch grosse mühen auf sich nehmen, wenn hinterher sowieso jeder machen kann, was er/sie will?!?

    mit so einer kleinbürgerlich-menschewistischen haltung ist die „revolutionäre organisation“ in weiterer ferne als herr Ahner vom workerismus ;)

    http://systemcrash.wordpress.com/2011/12/16/zwischenbilanz-der-bisherigen-organisationsdebatte/

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