Bochumer Unterstellungen in Sachen „revolutionärer Bruch“

von anfang hatten die bochumer den verdacht geäussert, dass mit dem begriff „revolutionärer bruch“ eine gleichsetzung mit der oktoberrevolution gemeint sein könnte. mal abgesehen, dass eine solche position völlig hirnrissig wäre, mir ist keine stellungnahme der SIB, noch irgendeiner organisation, die bisher an der debatte teilgenommen hat, noch von mir bekannt, die eine solche „schlussfolgerung“ rechtfertigen würde.

was immer die „bochumer“ dabei reiten mag, eine sachliche begründung dafür wird sich nicht finden lassen.

ich kann nur für mich sprechen und nicht für die SIB, aber ich würde sagen: das konzept des revolutionären bruchs beinhaltet im kern

DIE NOTWENDIGKEIT DER BESEITUNG DER BÜRGERLICHEN STAATSMACHT
DIE ERRICHTUNG EINER ARBEITERREGIERUNG (diktatur des proletariats)
EINLEITUNG ÖKONOMISCHER UND KULTURELLER MASSNAHMEN ZUR VERGESELLSCHAFTUNG UND ANEIGNUNG (faktisch und geistig) DER WICHTIGSTEN GESELLSCHAFTLICHEN PRODUKTIVKRÄFTE

ich weiss nicht, wie man dabei darauf kommen kann, dass die oktoberrevolution als „modell“ fungieren soll.
russland war 1917 ein unterentwickeltes und rückständiges land. nicht einmal die bolschewiki hätten die „oktoberrevolution“ als modell für andere länder betrachtet.

richtig ist aber, dass die oktoberrevolution die bisher EINZIGE genuine proletarische revolution in der geschichte war und dass man einiges von ihr lernen kann. aber die oktoberrevolution zum überhistorischen dogma revolutionärer politik zu machen, darauf würde kein ernsthafter marxist kommen.

so etwas kann nur den antikommunistischen ängsten kleinbürgerlicher „linker“ und „intellektueller“ entwachsen

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3 Antworten auf „Bochumer Unterstellungen in Sachen „revolutionärer Bruch““


  1. 1 Wat. 14. Dezember 2011 um 13:27 Uhr

    Eine sachliche Begründung für eine Gleichsetzung mit der Oktoberrevolution wird sich nicht finden lassen?

    Klar, Lenins „Was tun“ wird hier auch nur aus Langeweile rauf und runter zitiert und sein „Staat und Revolution“ gibts nur als Platzhalter.

    Es gibt hier ja auch gar nicht zb. solche Sätze:

    „die klasse als handlungsfähige gesamtklasse ist eine illusion. es wird immer den arsch, den mittelteil und die avantgarde geben“
    http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/13/handlungsfaehigkeit-herstellen/#comment-656

    Da muss man schon sehr erkenntnisresitent sein, nicht die entsprechende Schlussfolgerung zu ziehen… ^^

  2. 2 DGS / TaP 14. Dezember 2011 um 13:59 Uhr

    „Klar, Lenins ‚Was tun‘ wird hier auch nur aus Langeweile rauf und runter zitiert“

    Der wahre Streitpunkt ist nämlich nicht die Oktoberrevolution, die hier niemandE zum Modell für unsere Bemühungen erklärt hat, sondern der in „Was tun?“ ausführlich begründete ‚Avantgardismus‘:

    Sollen die RevolutionärInnen

    ► aussprechen, daß und begründen, warum sie einen Bruch mit der Macht von Staat und Kapital für notwendig halten (wie es auch schon im „Kommunistischen Manifest“ von Marx und Engels geschah und nicht erst eine ‚Erfindung‘ Lenins ist), und dadurch versuchen, weitertreibend in Bezug auf die sozialen Bewegungen zu wirken (wie dies ebenfalls schon im „Kommunistischen Manifest“ vorschlagen wurden)

    ► oder sollen die RevolutionärInnen jedenfalls mit Ihren Ansichten hinter dem Berg halten oder wohlmöglich gar keine sein?

    Die Argumente sind von beiden Seiten mittelerweile ausführlich dargelegt worden – und ich würde wirklich mal gerne ‚zur Abwechselung‘ ein anderes Thema diskutieren…

  3. 3 systemcrash 14. Dezember 2011 um 17:12 Uhr

    dann würde ich als sechstes programmatisches essential vorschlagen:

    6. anerkennung der notwendigkeit, dass eine ‚neue antikapitalistische organisation‘ alle sozialen kämpfe auf die frage des revolutionären sturzes des bürgerlichen staates zuspitzt und die organe der selbstverwaltung von unten in die zukünftige „regierung der unterdrückten“ (arbeiterInnenregierung) verwandelt.

    http://arschhoch.blogsport.de/2011/12/14/nao-essentials/

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