Thies Gleiss zu Bartsch

Thies Gleiss nimmt zur kandidatur von Bartsch stellung.

er geht dabei auch auf programmatische und organisatorische mindeststandards ein, die auch für unsere debatte hier von bedeutung sind:

„Die LINKE steht vor der entscheidenden Frage, ob sie sich vom Störfaktor im bürgerlich-parlamentarischen Politikgeschäftsbetrieb vollends zu einem Mitspieler und Mitgestalterin verwandeln will.

Will sie das nicht – dann fehlt es nicht an Sekundärtugenden, sondern am politischen programmatischen Ziel, eine Partei der Bewegung, des radikalen BRUCHES [!!!! herv. von mir] mit dem Bestehenden, des großen Entwurfs des Sozialismus als Alternative zu werden. Dann fehlt es am Willen, sich von der Allmacht der Parlamentsfraktionen (zum Beispiel durch rigide Trennung von Amt und Mandat, durch Amtsbefristungen) zu befreien.

Dann fehlt es am Aufbau von jungen, kollektiven Parteiführungen, denen die Mitgliedschaft und ihre Interessen das erste Anliegen sind, und die nicht mit Urabstimmungen und feudalem Personenkult aufzubauen sind, sondern mit einem hartnäckigen programmatischen Ausbildungsprozess(*) und einer Bewegungspraxis in den wirklichen Kämpfen in dieser Zeit.
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(*) mir gefällt sehr der begriff der SIB: „SELBSTQUALIFIKATION“ [anm. von mir]

hier der link zum artikel:

http://www.scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=20526&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=bfbbd573c2

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1 Antwort auf „Thies Gleiss zu Bartsch“


  1. 1 kucaf 13. Dezember 2011 um 14:18 Uhr

    Die Linke möge unter Umständen einmal vor obiger Frage gestanden haben, in ihrer praktischen Politik hingegen sind die Würfel längst gefallen. Sie ist ein integraler Bestandteil im System des bürgerlichen Parlamentarismus, bürgerliche Demokratie ist ihr Leidbild und sie versteht es sowohl ihre Rolle in der parlamentarischen Verantwortung auf der Regierungsbank, wie in der Opposition zu spielen. Dabei folgt sie den üblichen Vorgehensweisen in den meisten Parteien, die Basie wird gelobt, sie darf beschließen, oft die vollendeten Tatsachen, welche die Führung, unter Umständen sogar gegen vergangene Beschlüsse, geschaffen hat. Übrigens spielen innerhalb des bürgerlichen Parlamentarismus programmatisch Ziele nur eine untergeordnete Rolle und werden in der praktischen Politik oft schneller über den Haufen geworfen, als sie beschlossen wurden.
    Übrigens muss es immer einen Störfaktor „im bürgerlich-parlamentarischen Politikgeschäftsbetrieb“ geben, ohne diesen würde der „Betrieb“ nicht funktionieren. In der Regel wird der Störfaktor als Opposition bezeichnet! „Mitspieler und Mitgestalterin“ zu sein bedeutet „im bürgerlich-parlamentarischen Politikgeschäftsbetrieb“ letztlich nichts anderes, als in Regierungsverantwortung bestehende Machtverhältnisse zu sichern, sie also nicht einmal mehr zum Schein in der Opposition in Frage zu stellen! Auch die beitragsbegründenden Vorgänge sind nur bezeichnet für das Spiel, welches allgemein als Demokratie im Rahmen bürgerlichen Parlamentarismus begriffen wird! Zumindest muss ja wenigstens der Schein allgemeiner Einflussnahme gewahrt werden.

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