Versuch einer Bilanz der bisherigen Debatten

da die SIB ihr statement abgegeben hat zum stand der debatte, möchte ich ebenfalls eine art zwischenbilanz ziehen.

erst mal zur inhaltlichen seite.
die „fünf essentials“ sollen zwar formal die richtschnur der organisationsgründung sein, in der diskussionsphase soll aber offensichtlich ein möglichst breites sprektrum angesprochen werden. wo das endet, ist uns noch nicht mitgeteilt worden.

ebenfalls ist klar, dass die fünf essentials allein nicht reichen. das ganze muss also noch konkretisiert werden und wahrscheinlich müssen auch noch ein paar themen ergänzt werden, ohne die eine organisation mit antikapitalistischem anspruch nicht funktionieren kann.
ich würde da nennen:
- die frauenfrage
- die ökologiefrage
- nationale frage und antiimperialistische bewegungen in der dritten und zweiten welt

die 20 kontroversen von DGS sind bislang auf wenig interesse gestossen, was m e ein indikator für das niedrige theoretische niveau der vorbereitungsphase ist. das lässt für die gründungsphase wenig gutes hoffen.

zur organisatiorischen seite.
bislang gibt es nur von zwei ORGANISATIONEN explizite unterstützung. einmal vom RSB, den ich persönlich als linkszentristisch einschätzen würde. mit dem würde ich ohne probleme verhandlungen aufnehmen wollen.
dann noch von der SOKO. die SOKO kenne ich nur aus statements, die bei scharf links abgedruckt werden. darum kann ich zu denen nicht viel sagen. sie scheinen aber politisch heterogener zu sein als z b der RSB, und sind ja auch mehr ein netzwerk als eine programmatisch basierte organisation (oder parteikern). insofern könnten ihre erfahrungen für das NAO projekt sogar besonders nützlich sein.

obwohl man die avantis inhaltlich immer wieder von SIB seite umgarnt, scheinen die am NAO prozess (im moment) noch kein interesse zu haben.
auch die SAV wirkte nicht gerade euphorisch.

also alles in allem: die SIB (mehr ein diskussionszirkel), die SOKO (ein netzwerk) und der RSB (ein mini parteikern) und ein paar einzelpersonen.
DAS IST NICHT VIEL !

die „bochumer“ habe ich jetzt nicht dazu gezählt, nicht etwa wegen meiner inhaltlichen differenzen, sondern weil sie ja auch nur eine online interessengruppe sind, und keine wirkliche organisation. inhaltlich sind sie aber klar gradualisten, und von daher sehe ich ihre rolle zwar im vorbereitenden diskussionsprozess, aber nicht in der gründungsphase.

für mich persönlich kann ich folgendes sagen: solange die SIB ihre fünf essentials als mindestbedingung für eine orggründung aufrechterhält, bleibe ich dabei. einen „orthodoxen“ flügel in einer gemeinsamen organisation von „subjektiven revolutionären“ und „gradualisten“ (reformisten) werde ich nicht bilden, denn dann kann ich auch gleich zur LINKEN gehen.

die bislang erreichte basis für eine gründungsphase wird wohl nicht reichen. es muss daher zwingend gelingen, noch ein paar gruppen aus dem subjektiv revolutionären spektrum zu gewinnen. welche das sein könnten …. ich gebe zu, ich weiss es nicht ;)

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16 Antworten auf „Versuch einer Bilanz der bisherigen Debatten“


  1. 1 Mattte 30. November 2011 um 20:53 Uhr

    Systemcrash, ich fand bisher schon mehrmals, dass du einige Sachen einfach über das Knie brechen willst. Das heißt, du bist zu schnell mit Ergebnissen und Schlüsse ziehen. Solche Diskussionsprozesse brauchen einfach ihre Zeit!

    Dazukommt noch die Größe und der interne Aufbau von einigen Gruppen. So herrscht beispielsweise bei der DKP und der MLPD der pure Zentralismus, weshalb solche Diskussionen, auch wenn sie sich nur um die Beteiligung einer Diskussion drehen, sehr langwierig werden können. Beide Gruppen zusammen sind über 6000 Mitglieder, was natürlich eine Entscheidungsfindung nicht gerade beschleunigt.
    Ich weiß, dass einige Antifa Gruppen dem Prozess auch positiv entgegenstehen. Allerdings ist die politische Ausrichtung dieser Gruppen von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich, was wiederum eine Debatte nicht unbedingt vereinfacht.

    das ganze muss also noch konkretisiert werden und wahrscheinlich müssen auch noch ein paar themen ergänzt werden, ohne die eine organisation mit antikapitalistischem anspruch nicht funktionieren kann.
    ich würde da nennen:
    - die frauenfrage
    - die ökologiefrage
    - nationale frage und antiimperialistische bewegungen in der dritten und zweiten welt

    Das sind im Grunde ganze vier sehr komplexe Themenblöcke. Alle jetzt schon zu diskutieren und aufzustellen als Hürde für eine Mitgliedschaft sehe ich ebenfalls als viel zu zeitig an. Obwohl wir wohl nicht mehr lange um die Frauenfrage sowie die nationale Frage (der Hauptfeind steht im eigenen Land!) drumherum kommen werden.
    Abgesehen davon, hält dich niemand davon ab zu diesen Themen Vorschläge zu machen!

  2. 2 systemcrash 30. November 2011 um 21:22 Uhr

    @Mattte

    ja, du hast recht, geduld ist nicht gerade meine starke seite.
    und vorschläge werde ich natürlich machen, je nach stand der debatte, selbst wenn mir das als „prinzipienreiterei“ ausgelegt wird ;)

  3. 3 systemcrash 30. November 2011 um 21:24 Uhr

    als „hürde für eine mitgliedschaft“ sehe ich im moment nur die fünf SIB essentials …allerdings auf deren einhaltung bestehe ich !

  4. 4 Mattte 30. November 2011 um 21:59 Uhr

    Absolute Zustimmung! Die fünf genannten Hürden halte ich auch für unabdingbar und nicht für verhandelbar.

    Du hast jetzt aber schon die Frauenfrage angeführt: was hältst du bei dieser für ein wichtige Grundaussage? Würde dir eine Brandmarkung des Patriarchats in der Gesellschaft reichen und damit die Lösung ala Haupt- und Nebenwiderspruchs-These als erst im Kommunismus lösbar?! Oder ist mehr für dich ein Muss?

  5. 5 Heini 30. November 2011 um 22:00 Uhr

    Systemcrash, wie alt bist du eigentlich? 5? Oder doch schon 13?

  6. 6 systemcrash 30. November 2011 um 22:16 Uhr

    @Matte

    ich sehe die frauenfrage nicht als haupt- und nebenwiderspruch. für mich ist die frauenfrage eine STRATEGISCHE FRAGE.

    der französische frühsozialist fourier sagte, dass „„Der Grad der weiblichen Emanzipation das natürliche Maß der allgemeinen Emanzipation“[ist]. wenn dieser satz stimmt, sollten wir nicht dahinter zurückfallen. ein kommunismus ohne frauenbefreiung ist keiner … und letztlich hängt auch die menschwerdung des mannes von dieser weiblichen emanzipation ab. denn was nützt eine „stärke“, die auf der „schwäche“ des anderen beruht?

    @heini

    ich seh aus wie 30, tu auf 20 und bin erst 8 ;)

  7. 7 systemcrash 30. November 2011 um 22:19 Uhr

    lenin sagte mal, revolutionäre über 50 sollte man besser erschiessen. natürlich war das ein witz. aber jeder witz hat ja bekanntlich seinen wahren kern …darum hab ich bei 49 aufgehört, mitzuzählen ;)

    was du vermutest ist mir scheissegal

  8. 8 Heini 30. November 2011 um 23:07 Uhr

    Ganz im Ernst, dein Geschreibsel lässt mich eher vermuten, dass du nicht ganz dicht bist. Gibt es dazu auch ein passendes Zitat von Fourier? Oder einen Witz von Lenin?

  9. 9 systemcrash 30. November 2011 um 23:09 Uhr

    ich habe gerade die unsägliche erklärung von Bartsch zu seiner kandidatur zum vorsitzenden der LINKEN gelesen
    http://www.scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=20177&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=f8848f6333

    es wäre m e wirklich wichtig, dass ding komma für komma auseinanderzupflücken, damit ultimativ klar wird, warum
    wir eine NAO der RADIKALEN LINKEN brauchen und keine zweite LINKE, die dann die dritte SPD wäre ;)

  10. 10 DGS / TaP 01. Dezember 2011 um 1:09 Uhr

    Ich stimme Systemcrash nach Maßgabe der Ergänzungen von Mattte zu. -

    Wir brauchen einfach vielmehr Geduld – nicht nur mehr Geduld als Systemcrashs manchmalige Neigung, die Flinite voreilig ins Korn zu werfen; auch viel mehr Geduld als sie im „Na endlich“-Papier und in meinem – nur geringfügig geduligeren – „10 Punkte“-Papier impliziert war.

    Ich denke mittlerweile: Wir werden auch nächstes Jahr keine Organisation gründen; aber vielleicht schaffen wir es zur Jahresmitte, einige örtliche Plena der subjektiven RevolutionärInnen ins Leben zurufen:

    http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/18/vorschlag-plena-der-subjektiven-revolutionaerinnen/.

  11. 11 systemcrash 01. Dezember 2011 um 1:17 Uhr

    nun ja, dann werde ich mich in zukunft um mehr geduld bemühen … der planet hat ja noch etwas zeit bis zum untergang ;)

  12. 12 systemcrash 01. Dezember 2011 um 22:40 Uhr

    herr buchenberg schreibt im marx forum eine stellungnahme zur SIB stellungnahme. sie liest sich sehr interessant ;)

    http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6143

  13. 13 Mattte 01. Dezember 2011 um 23:32 Uhr

    Auch mal polemisch überschärft: mit jedem Tag mehr, kommt mein altes Gefühl wieder hoch, dass die linke Szene eigentlich ein paar Sozialarbeiter nötiger hätte als alles andere. Die machen dann mit allen eine Aufstellung und fragen „na, wie fühltst zu dich jetzt in der Situation von xyz?“

    Inhaltlich gibt es auch wenig Neues in der Stellungnahme von Buchenberg. Er will wieder darauf hinaus, mit „realpolitischen“, reformistischen Forderungen die Massen zu ergreifen. Dem steht weiterhin entgegen, die Sammlungen der subjektiven revolutionären, die dann zusammen die Massen ergreifen bzw. die Bewegung(en).
    Kommt irgendwann ein Vorschlag (egal von welcher Seite) der versucht beides zu vereinen?!

  14. 14 systemcrash 01. Dezember 2011 um 23:38 Uhr

    dann mach den vorschlag doch ! ;)

  15. 15 Mattte 01. Dezember 2011 um 23:54 Uhr

    Du machst Witze! Wäre ich dazu in der Lage einen brauchbaren Vorschlag zu machen, hätte ich es getan. Ich kann nicht einmal die Grundfrage dazu beantworten: ist eine Verbindung von beidem überhaupt möglich?

  16. 16 systemcrash 01. Dezember 2011 um 23:59 Uhr

    Mattte

    ich kann die frage auch nicht beantworten. ich kann dir aber folgendes sagen. wir brauchen erst selber klarheit darüber, was der „revolutionäre ausweg“ ist (oder sein könnte).

    wenn wir diese basis erarbeitet haben (und weiterentwickeln), DANN haben wir vlt die chance den „Massen“ etwas anzubieten. ob sie es dann annehmen, wissen wir nicht.

    aber die tausendste auflage einer reformistischen oder zentristischen organisation wird uns der bewältigung dieser aufgabe nicht einen millimeter näher bringen

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