Für eine Ent-Virtualisierung, Verbreiterung und folglich Verlangsamung der Debatte!

„Wir wollen eine Organisationskultur, die es z. B. einer 40-jährigen Krankenschwester mit Schichtdienst erlaubt, politisch aktiv zu sein.“
Micha Prütz, 9/2011

Aufgrund des mehrfach und dringlich geäußerten Bochumer Wunsches nach Stellungnahmen zum „Bochumer Programm“-Entwurf und damit im Zusammenhang stehenden (kürzeren und längeren) Stellungnahmen, meiner Bereitwilligkeit dem Wunsch nachzukommen und dem engagierten Einstieg von Systemcrash in die hiesige Debatte hat diese eine erhebliche Geschwindigkeit bekommen.
Dies ist allerdings eine Geschwindigkeit, die dem von Micha Prütz aufgestellten – und m.E. richtigen – Kriterium in keiner Weise mehr genügt. Hier auch nur konzentriert mitzulesen, dürfte mittlerweile mehrere Stunden pro Tag erfordern, darüber nachzudenken und – schreibend – mitzudiskutieren noch mehr.
Wie neulich schon angedeutet:
M.E. bringt es wenig Nutzen für unser Anliegen, die Debatten im hier beteiligten – kleinen – Kreis noch weiter mit der Schnelligkeit voranzutreiben. M.E. sollen alle Beteiligten, die nächsten Wochen nutzen, mit GenossInnen – insb. Genossinnen, die bisher nämlich kaum beteiligt sind – zu sprechen, sie nach ihrer Meinung zu fragen und zum Mitdiskutieren versuchen zu motivieren. Sinnvoll wäre m.E. weitere Diskussionsveranstaltungen im wirklichen Leben – auch und inbs. mit Gruppen/Spektren, die an den bisherigen Veranstaltungen nicht beteiligt waren – zu organisieren. Vielleicht komme ich morgen dazu, diesbzgl. ein paar Themenvorschläge usw. zu machen – jetzt habe ich erst einmal einen real life-Termin.
Eigene Papiere oder auch kürzere Kommentaren insb. aus neu hinzukommenden Spektren sollten hier logischerweise weiterhin willkommen sein und auch beantwortet werden (mein Vorschlag lautet nicht, den blog auf’s Eis zu legen). Aber das wäre etwas anderes, als in der Weise der letzten Tage weiter zu diskutieren.

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6 Antworten auf „Für eine Ent-Virtualisierung, Verbreiterung und folglich Verlangsamung der Debatte!“


  1. 1 systemcrash 24. November 2011 um 1:54 Uhr

    ich finde deinen vorschlag gut, DG. denn erstens nützt es uns nichts, wenn irgendwann nur noch eine handvoll leute mitdiskutiert/mitdiskutieren kann und zweitens brauchen wir – glaub ich – alle zeit zum durchatmen und gelesenes sacken lassen. denn lieber mehr inhaltliche substanz als hochfliegende emotionen …aber natürlich gehören emotionen AUCH zum politischen geschäft ;)

  2. 2 regelmässiger leser 24. November 2011 um 11:51 Uhr

    ein sehr guter Vorschlag! Die letzten Tage habe ich als regelmässiger Leser keine Chance mehr der Debatte, auf Grund ihres Volumens, zu folgen.

    Gibt es eigentlich auch Genossinnen im dem Süden der BRD die die Debatte im „reallife“ führen? Falls ja wäre ich über Kontaktmöglichkeiten oder öffentliche Terminhinweise dankbar.

  3. 3 Michael Schilwa 25. November 2011 um 13:46 Uhr

    Schließe mich an !
    Dieser Vorschlag spricht allen überforderten „Feierabend- und Freizeit-RevolutionärInnen“ aus der Seele.

    Schöne Grüsse Micha Schilwa

  4. 4 DGS / TaP 01. Dezember 2011 um 0:27 Uhr

    @ regelmäßiger Leser:

    „Gibt es eigentlich auch Genossinnen im dem Süden der BRD die die Debatte im ‚reallife‘ führen?“

    Vielleicht können Gruppen, die dafür erreichbar sind (bzw. erreichbar sein wollen) hier ihre homepages verlinken.

    Ansonsten: Der RSB beteiligt sich ja an der Debatte und hat einige Ortsgruppen südlich der Main-Linie:

    http://www.rsb4.de/content/view/1187/152/.

    @ meine Ankündigung:

    „Sinnvoll wäre m.E. weitere Diskussionsveranstaltungen im wirklichen Leben – auch und inbs. mit Gruppen/Spektren, die an den bisherigen Veranstaltungen nicht beteiligt waren – zu organisieren. Vielleicht komme ich morgen dazu, diesbzgl. ein paar Themenvorschläge usw. zu machen – jetzt habe ich erst einmal einen real life-Termin.“

    Nun hat es doch etwas länger gedauert. – So, einen Vorschlag hatte ich ja dort: http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/04/stellungnahme-von-rio-zur-organisierungs-und-programmdebatte/#comment-390 schon gemacht:

    „@ Betriebskämpfe: Ich fände spannend, wenn RIO uns, die SAV, Avanti, die FAU und GenossInnen aus dem Klassenkampfblock-Bündnis zu einer Diskussionsveranstaltung zu diesem Thema einladen würde.“

    Ansonsten:

    Eine weitere Möglichkeit wäre, an die in der jeweiligen Region verhandenen Gruppen aus den drei bundesweiten Szene-Bündnissen (IL, UG, 3A) heranzutreten und sie zu gemeinsamen Veranstaltungen einzuladen, z.B. zu einem sehr generellen Thema wie „Raus der Szene – ran an die Organisierung?“ oder zu konkreten Interventionsfeldern / aktuellen Kampagnen.

    In Berlin gab es ja eine spektrums-spezifische Veranstaltung mit den trotzkstischen Kleinorganisationen isl, SAV und RSB. Das könnte mit Gruppe Arbeitermacht, RSO und RIO noch mal ‚wiederholt‘ werden.

    Veranstaltungen mit feministischen und antirassistischen Gruppen wären wichtig.

    Eine Veranstaltung mit dem anarchistischen und syndikalistischen Spektrum könnte z.B. mit der

    - Anarchistischen Gruppe/Rätekommunisten (AG/R); vgl.:
    http://www.trend.infopartisan.net/trd0511/t020511.html
    und
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/06/06/raus-aus-der-sackgasse-des-festgefahrenen-konflikts-zwischen-antideutschen-und-antiimperialistinnen/.
    - der schon erwähnten FAU, die in den 80er Jahren am „Beilagen“-Kreis beteiligt war; vgl.
    http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/24/von-der-kritik-zum-programm/
    und
    - dem Anarchist Black Cross (ABC); vgl.:
    http://interkomm.so36.net/archiv/2008-08-30/nse.pdf, S. 22 bei FN 63
    und
    http://web.archive.org/web/20070221163938/www.etext.org/Politics/Arm.The.Spirit/Guerrilla/Europe/CCC/ccc.prisoners.interview.june-1998
    versucht werden zu organisieren.

    Aus dem maoistischen bis stalinistischen Spektrum könnten versuchten werden, diese Zusammenhängen für – vermutlich (jedenfalls teilweise: sehr) kontroverse – Diskussionen zu gewinnen,
    - Trotz alledem!; vgl.
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/06/01/zusammen-kaempfen-oder-frauenorganisierung-gegen-maennerherrschaft/
    und
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/05/22/realismus-statt-revolutions-euphorie/
    - Kommunistische Initiative; vgl.
    http://www.kommunistische-initiative.de/dokumente/aufruf.html via http://www.trend.infopartisan.net/trd0511/t640511.html
    - Gruppe „Arbeit-Zukunft“:
    http://www.trend.infopartisan.net/trd1011/t461011.html
    und
    - Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD / Kommunistische Arbeiterzeitung; vgl.
    http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/13/k-8-b-reizwoerter-stalin/.

    Mit aktiven DKP-GenossInnen müßte gesprochen werden, mit den – unter unterschiedlichen, ja vllt. sogar gegensätzlichen Gesichtspunkten – links vom Linkspartei-mainstream stehenden Strömungen der Partei müßte Kontakt aufgenommen werden: AKL (mit den Teil-Strömungen: KPF, Geraer Dialog, Marxistisches Forum), EmaLi (vgl. dort), Proletarische Plattform (vgl. dort) – auch, wenn daraus nur Bündnismöglichkeiten und keine gemeinsame Organisierung folgen sollten.

    Das Problem ist nur: Die SIB dürfte mit von vorhergehenden Sitzungen liegengebliebenen Tagesordnungspunkten bis zur – den christlichen Feiertagen geschuldten – Politikpause so ausgelastet sein, daß auch nur eine Diskussion dieser Ideen unmöglich sein wird.
    Deshalb, und weil die Debatte ja ohnehin auch örtlich verbreitertert werden muß, sollten einfach alle an dem Prozeß Interessierten überlegen, was sie dazu beitragen können, daß weitere GenossInnen in die Diskussion einbezogen werden.

  5. 5 systemcrash 01. Dezember 2011 um 0:40 Uhr

    „In Berlin gab es ja eine spektrums-spezifische Veranstaltung mit den trotzkstischen Kleinorganisationen isl, SAV und RSB. Das könnte mit Gruppe Arbeiternacht, RSO und RIO noch mal ‚wiederholt‘ werden.“

    lieber DG, wenn du die drei gruppen an einen tisch kriegst, lade ich dich zum essen ein, es darf sogar kaviar im kempinsky sein ;)

    nein, im ernst. so klappt das nicht. du kriegst sowas vlt hin im rahmen einer konkreten kampagne, z b unterschiedliche ansichten zum CFM streik. aber nicht als allgemeine „organisationsdebatte“. darauf werden sich „ultraleninistische“ gruppen nicht einlassen. RIO vlt, weil die nicht so dogmatisch-engherzig sind, aber RSO sicher nicht und GAM auch eher weniger

  6. 6 DGS / TaP 01. Dezember 2011 um 0:52 Uhr

    Ja, Ihr TrotzkistInnen… -

    neulich hatte doch schon jemandE Gramscis Pessimismus des Verstandes und Optimismus des Willens zitiert…

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