Für eine neue Internationale Arbeiterassoziation? Oder für einen Bund der RevolutionärInnen?

[der folgende Text als .pdf-Datei]

Im Spätsommer fanden sich einige NutzerInnen des Marx-Forums zusammen, um ein – dann „Bochumer Programm“ genannten – Beitrag zur auch hier geführten Programm- und Organisierungsdebatte zu schreiben. Darüber hatte ich hier am 19. September – auch mit einigen knappen kommentierenden Anmerkungen versehen – berichtet. Rund einen Monat später äußerte ich anhand von weiteren Äußerungen aus dem Bochumer AutorInnenkreis (1 und 2) die Vermutung, daß hinter dem Programm-Entwurf eine gradualistische Konzeption der Gesellschaftsveränderung (= Vorstellung, eine qualitative Veränderung der Gesellschaftsstruktur sei – ohne revolutionären Bruch – durch eine Anhäufung einer Reihe von mehr oder minder radikalen Reformen möglich) stehe, und habe diese als illusorisch kritisiert. Außerdem äußerte ich mich in zwei weiteren Kommentaren (1 und 2) beiläufigen kritisch zu dem Bochumer Programm-Entwurf. – Darauf antwortet nun einer der Entwurfs-Autoren, Wal Buchenberg, im Marx-Forum.

Dort schreibt er:

1.

„Das Bochumer Programm zielt […] nicht nur auf einen Zusammenschluss der trotzkistischen Strömung in der Linken, sondern auf einen Zusammenschluss aller Kommunisten, Sozialisten und Anarchisten zunächst in Deutschland, dann in Europa. Vorbild für das Bochumer Programm ist deshalb nicht das ‚Kommunistische Manifest’ oder irgend ein späteres Parteiprogramm, sondern die Gründungsdokumente der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA) von 1864.
Im Rückblick auf die IAA schrieb F. Engels 1887: ‚Als Marx die Internationale gründete, hat er die Allgemeinen Statuten so abgefasst, dass ihr alle proletarischen Sozialisten jener Zeit beitreten konnten … selbst der weiter fortgeschrittene Teil der englischen Gewerkschaftler; und nur dank dieser Breite ist die Internationale das geworden, was sie war, das Mittel zur allmählichen Auflösung und Aufsaugung all jener kleineren Sekten… Hätten wir von 1864 – 1873 darauf bestanden, nur mit denen zusammenzuarbeiten, die offen unsere kommunistische Plattform anerkannten wo wären wir heute? Ich denke, unsere ganze Praxis hat bewiesen, dass es wohl möglich ist, mit der allgemeinen Bewegung der Arbeiterklasse in jeder einzelnen Etappe zusammenzuarbeiten, ohne unsere eigene aparte Stellung oder gar Organisation aufzugeben oder zu verbergen …’ F. Engels an Kelley-Wischnewetzky (1887), MEW 36, 598.

Mit dem Engels-Zitat ist schon gesagt, warum ich mit der Bochumer Konzeption nicht einverstanden bin. Engels schrieb: „Ich denke, unsere ganze Praxis hat bewiesen, dass es wohl möglich ist, mit der allgemeinen Bewegung der Arbeiterklasse in jeder einzelnen Etappe zusammenzuarbeiten, ohne unsere eigene aparte Stellung oder gar Organisation aufzugeben oder zu verbergen …“ (meine Hv.)
Wenn „Sozialisten“ das Bochumer Wort für GradualistInnen ist, während AnarchistInnen und KommunistInnen RevolutionärInnen sind, dann werde ich jedenfalls keine gemeinsame Organisation mit „Sozialisten“ gründen, bevor nicht eine einigermaßen flächendeckend handlungsfähige Organisation der RevolutionärInnen existiert.
Ohne an dieser Stelle die Frage diskutieren zu wollen, ob denn für die Zusammenarbeit mit der „allgemeinen Bewegung der Arbeiterklasse“ – um Engels (dem Stand der Debatte nur noch teilweise gerecht werdende) Formulierung aufzugreifen – eine gemeinsame Organisation überhaupt die geeignete Form ist oder dafür nicht eher Bündnisse und Netzwerke in Betracht kommen,
war jedenfalls der grundlegende Fehler der ökosozialistischen Strömung bei den Grünen (und ist heute in abgeschwächter Form der Fehler der isl innerhalb der Linkspartei [vgl. dort]) auf eigene, auch nach außen handlungs- und bündnisfähige Organisationsstrukturen zu verzichten und in dem Bündnis mit GradualistInnen und ReformistInnen aufzugehen.
Der Fehler war also, das nicht zu machen, was Lenin mit Recht für unabdingbar erklärt hat: nämlich „in jeder Situa­tion – auch einer so schlechten wie heute –„revolutionäre Arbeit zu leisten“ (LW 31, 239 [engl.]). Statt dessen war die weitgehende Praxis des linken Flügels der Grünen und ist heute weitgehend die Praxis des linken Flügels der Linkspartei und der sozialen Bewegungen, nicht nur Bündnisse mit GradualistInnen und ReformistInnen einzugehen – was richtig ist, sondern sich selbst auf reformistische Arbeit zu beschränken, also die revolutionären Praxis aufzugeben und die „revolutionäre Arbeit […] durch reformistische [zu] ersetzen“ (vgl. krit. LW 23, 197 [engl.] – jew. meine Hv.), was falsch ist.
Der historische Bedeutung des „Na endlich“-Papiers liegt darin, vorzuschlagen, diese Selbstaufgabe der RevolutionärInnen, die zunächst Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre die K-Gruppen, dann nach 1989 auch die autonome und antiimperialistische Szene und die Stadtguerillagruppen erfaßte, beenden zu wollen:
„Viele GenossInnen haben für unseren Geschmack zu lange in Sozialforen gesessen, Teile auch der radikalen Linken sind saft-, kraft- und mutlos geworden. […]. Wir hätten’s jetzt gern mal etwas handfester, soll heißen ‚Raus aus dem Zirkelwesen’ und ‚Kein Friede mit dem Kapitalismus’. Dazu gehört Offenheit und Dialog / Kompromissbereitschaft, aber eben auch der Mut, die eigenen revolutionären Positionen wieder mit ein wenig mehr Selbstbewusstsein zu vertreten.“

2.

Weiter schreibt Wal:

„Diese Prinzipien der IAA und die Erfahrungen der Pariser Kommune waren unsere Leitlinie bei der Erstellung des Bochumer Programms, und nur daran kann und soll dieses Programm gemessen und kritisiert werden.“ (meine Hv.)

Wenn dieser Satz ernst gemeint und nicht nur ein Formulierungsmißgeschick ist, dann ist an dieser Stelle die Debatte mit den BochumerInnen zu Ende. Wenn sich die BochumerInnen nicht einmal Kritik an ihrer Konzeptionen stellen und folglich auch nicht versuchen wollen, für ihre Konzeption Überzeugungsarbeit zu leisten, sondern vorab die Anerkennung ihrer Konzeption als richtig erwarten, dann ist Diskussion leider müßig.

3.

Des weiteren führt Wal Buchenberg zugunsten des Bochumer Entwurfs an:

„In bisherigen Kommentaren wurde dieses Programm als ‚revolutionäres Übergangsprogramm’ bezeichnet, was ihm den Vorwurf des ‚Gradualismus’ und Schlimmeres eingehandelt hat. Der Begriff ‚Übergangsprogramm’ bezeichnet aber [? – das soll dieses „aber“ ausdrücken? Welcher Gegensatz soll hier bezeichnet werden?, dgs] den Zeithorizont der ökonomischen, sozialen und politischen Krise des Kapitalismus. Nur für diesen Zeithorizont macht das Programm Pläne und Vorschläge. ‚Revolutionär’ ist das Programm, weil es antikapitalistisch ist und alle Illusionen der ‚Reparatur’ und Reform des Kapitalismus beiseite lässt.“

a)

Mit Verlaub, das scheint mir ein Spiel mit Worten zu sein: Ein Programm, das den revolutionären Bruch nicht thematisiert (weil auch GradualistInnen und vielleicht sogar ReformistenInnen mit ins Boot geholten werden sollen [Warum dann eigentlich nicht gleich bei der Linkspartei mitmachen?]) ist kein revolutionäres Programm. Ein Programm, das nicht für einen revolutionären Bruch argumentiert, leistet die notwendige revolutionäre Arbeit nicht, sondern versucht sowohl den Herrschenden als auch den Massen den „Übergang“ unterzuschieben, ohne daß diese es merken sollen. Das ist eine durch und durch illusorische Strategie – im schlimmsten Fall Harakiri: nämlich dann, wenn die Herrschenden diesen ‚genialen Plan’ durchschauen, die Massen aber auf die dadurch herausgeforderten Reaktionen der Herrschenden nicht vorbereitet sind. Das ist das Modell Chile 1973!
Schon 1971 benannte die RAF das mit diesem ‚Modell’ verbundene Problem anhand zweier anderer Beispiele:
„Das Schicksal der Black Panther Partei und das Schicksal der Gauche Proletarienne dürfte auf jener Fehleinschätzung basieren, die den tatsächlichen Widerspruch zwischen Verfassung und Verfassungswirklichkeit und dessen Verschärfung, wenn Widerstand organisiert in Erscheinung tritt, nicht realisiert. Die nicht realisiert, daß sich die Bedingungen der Legalität durch aktiven Widerstand notwendigerweise verändern und daß es deshalb notwendig ist, die Legalität gleichzeitig für den politischen Kampf und für die Organisierung von Illegalität auszunutzen und daß es falsch ist, auf die Illegalisierung als Schicksalsschlag durch das System zu warten, weil Illegalisierung dann gleich Zerschlagung ist und das dann die Rechnung ist, die aufgeht.“ (S. 48).
Ohne hier und heute für klandestine Organisierung und bewaffneten Kampf zu plädieren, muß eine revolutionäre Organisation jedenfalls auf das Risiko ihrer Illegalisierung und die Machtfrage ideologisch vorbereitet sein und die Massen darauf ideologisch vorbereiten.

b)

Wal beansprucht für das Bochumer Programm, es lasse „Illusionen der ‚Reparatur’ und Reform des Kapitalismus beiseite“. Nur scheint mir dies mit einem Mißverständnis hinsichtlich des Wortes „Illusionen“ verbunden zu sein. Der Kapitalismus ist (weiterhin) reformierbar und punktuell ‚reparierbar’.
Der Fehler der ReformistInnen ist nicht, daß sie für Reformen kämpfen, das tun wir RevolutionärInnen ebenfalls! Der Fehler der ReformistInnen ist, daß sie – anders wir – keinen revolutionären Bruch anstreben. Und an diesem Punkt, dem tatsächlichen Fehler der ReformistInnen, sind sich ReformistInnen und GradualistInnen völlig einig.
Und – falls ich eine Vermutung wagen darf: Mir scheint, gerade weil GradualistInnen die Reformfähigkeit des Systems unterschätzen, meinen sie, in Reformforderung ein Mittel des implizit revolutionären Kampfes gefunden zu haben; meinen sie, den revolutionären Bruch hinter Reformforderungen verstecken und trotzdem qualitative Veränderungen erreichen zu können.

4.

Nach seiner Begründung der Konzeption des Bochumer Programms führt Wal Buchenberg zum Text desselben aus (wobei der Programmtext ist jeweils fett gesetzt ist):

a)

Immer noch herrschen Kapitalisten über ihre Unternehmen wie Könige. In Politik und Staat sorgen neben Lobbyarbeit und Bestechung die ‚ökonomischen Notwendigkeiten’ dafür, dass die Interessen der Kapitaleigner an erster Stelle stehen.
Damit sind die Hauptprobleme benannt, die uns allen das Leben schwer oder gar unmöglich machen: Die Herrschaft der Kapitalisten und die Macht des bürgerlichen Staates. Was die verschiedenen linken Strömungen heute eint, ist ihre Gegnerschaft zum Kapitalismus, was sie trennt sind die jeweiligen Gründe und Begründungen für diese Gegnerschaft. Je mehr wir hier ins Detail gehen, desto mehr Uneinigkeit wird entstehen.“

Damit strebt Wal zwar Breite an, und er mag damit vielleicht VertreterInnen einer losen Kapitalismuskritik, die meinen, Kapitalismus sei in erster Linie durch „Lobbyarbeit und Bestechung“ gekennzeichnet (vgl. dort krit. zu derartigen Sichtweisen), erreichen. Revolutionäre Feministinnen wird er damit aber nicht erreichen. Auch wenn letztere sich nicht nur gegen das Patriarchat, sondern auch gegen die kapitalistische Produktionsweise wenden, sehen jene letztere jedenfalls nicht als das alleinige „Hauptproblem“ an.
Und die Herrschaft der und die Ausbeutung durch die ProduktionsmittelbesitzerInnen erfolgt eben nicht wie die der Könige des Feudalismus! Letztere übten persönliche Herrschaft aus; erstere üben versachlichte Herrschaft aus. Persönliche Herrschaft schloß juristische Freiheit und Gleichheit aus und bedeutete ständische Privilegien. Die versachlichte Herrschaft, die die kapitalistische Produktionsweise kennzeichnet, beruht dagegen gerade auf juristischer Freiheit und Gleichheit. An die Stelle von Herrschaft qua Geburt tritt Herrschaft qua juristischer Verträge und faktischer (‚sachlicher’) ökonomischer Zwänge.
Und strittig sind im übrigen nicht nur „Gründe und Begründungen für diese Gegnerschaft“ zum Kapitalismus, sondern auch die Schritte, die erforderlich sind, um ihr effektiv Ausdruck zu verleihen (Thematisierung oder De-Thematisierung der Machtfrage?). Letztere Frage ist aber zentral für die gemeinsame Handlungsfähigkeit einer Organisation. (Es dürfte kaum nützlich sein, daß zu jeder aktuellen politischen Auseinandersetzung die gradualistische Fraktion der Organisation ein Flugblatt verteilt, das die Machtfrage verschweigt, und die revolutionäre eines das die Machtfrage deutlich anspricht. Bei so wenigen Gemeinsamkeiten kann auch gleich auf eine gemeinsame Organisation verzichtet und sich auf Bündnisse beschränkt werden.)

b)

Im 20. Jahrhundert glaubten Sozialdemokraten und Kommunisten den Vertretungs-Staat für die Interessen der Mehrheit dienstbar machen zu können. Alle Hoffnung, die wir in diese sozialdemokratischen und kommunistischen ‚Interessenvertreter’ gesetzt hatten, wurde enttäuscht. Egal ob kapitalistische Manager, sozialdemokratische oder kommunistische Funktionäre ‚im Namen der Gesellschaft’ Entscheidungen trafen, immer wurde die Mehrheit von diesen Machthabern verplant und bevormundet.
[…]. Wir können hier nur deutlich machen, dass wir einen Neuanfang schaffen wollen. Wir können und müssen auch deutlich machen, dass wir keinen neuen Anlauf zu einer sozialdemokratischen oder kommunistischen ‚Interessenvertretung’ anstreben, die über die Köpfe der Werktätigen hinweg Entscheidungen trifft und Macht ausübt.“

Die BochumerInnen verwechseln Vertretung (Repräsentation) mit Vormundschaft. Wer/welche nicht – wie einige Autonome und Differenzfeministinnen der 1980er Jahre – zurück zur dörflichen Subsistenzproduktion (mit ihrer begrenzten Produktivkraft und folglich ihrem niedrigen Lebensstandard), sondern vorwärts zum weltgesellschaftlichen Kommunismus will, kommt um das Problem der Repräsentation, der Räte, nicht herum.
(Im Gegensatz dazu sind politische Organisationen, z.B. eine Kommunistische Partei, ein Bund der RevolutionärInnen, keine Vertretungsorgane, sondern Organisationen von Teilen einer oder mehrerer Klassen und argumentieren für eine bestimmte Linie und handeln u.U. auf eigenes Risiko.)
Zwar ist das Risiko des Umschlagens von Vertretung in Vormundschaft ein reales Problem; dies aber wiederum keine Rechtfertigung dafür, an dem Problem gar nicht erst zu arbeiten; keine Rechtfertigung dafür, es zugunsten lokalistisch-direktdemokratischer Illusionen zu verdrängen.

c)

„Das ist der kurze allgemeine Teil des Bochumer Programms. Nun folgen die Forderungen. Die Forderungen, die in das Programm aufgenommen wurden, sind schon das Ergebnis eines Diskussionsprozesses und damit das Resultat von Kompromissen. Andere oder zusätzliche Forderungen hätten durchaus (noch) Platz. Gemeinsam sind aber allen diesen Forderungen, dass sie zur Selbständigkeit und Selbstbestimmung der 90% beitragen (sollen).
Unsere wichtigsten politischen Forderungen sind deshalb:
- Kommunalisierung und Demokratisierung von Energieversorgung, Lebensmittelversorgung und Transportwesen;
- Kommunalisierung und Demokratisierung des Bildungswesens. Einheitliche Ausbildung in Theorie und Praxis für Alle bis zum 18. Lebensjahr;
Durch Kommunalisierung wird die Verwaltung, Produktion und Verteilung möglichst vieler gesellschaftlicher Aufgaben auf lokaler Ebene organisiert. Durch Demokratisierung übernehmen alle Gesellschaftsmitglieder die unmittelbare Verantwortung und direkte Kontrolle über Gemeinschaftsaufgaben. Kommunalisierung und Demokratisierung gehören zusammen.

Diese Forderungen scheinen neu zu sein. In der Tat widersprechen sie der Praxis der Arbeiterparteien des 20. Jahrhunderts. Die Forderung nach kommunaler Selbstverwaltung geht zurück auf die Erfahrungen der Pariser Kommune. Insofern beinhalten diese Forderungen eine politische Kehrtwende und praktische Kritik sowohl der Sozialdemokratie wie des Traditionskommunismus des 20. Jahrhunderts.“

Dies ist keine Antwort auf meine diesbzgl. Kritik:

    „Und was das Problem an der Kommunalisierung ist, sprichst Du ja in Deinem trend-Artikel mittels Engels-Zitat selber an:
    ‚Nur muss die Sache so eingerichtet werden, dass die Gesellschaft … das Eigentum an den Produktionsmitteln behält und so die Sonderinteressen der Genossenschaft, gegenüber der Gesellschaft im Ganzen, sich nicht festsetzen können.’
    Wenn das Programm auf die LeserInnen nicht den Eindruck der Blauäugigkeit machen soll, dann muß m.E. dieses Problem im Programm selbst angesprochen werden – nicht als Verweis auf einen Artikels eines einzelnen Ko-Autors des Programms.“,

sondern nur eine Wiederholung der von mir kritisierten Bochumer Position.

d)

Außerdem fordern wir:
- Freiheit der Information, der Rede, der Versammlung und der Organisation;
- Abschaffung des Beamtentums;
- Trennung von Staat und Kirche. Abschaffung der Kirchensteuer;
- Abzug aller deutschen Soldaten aus dem Ausland.

Anders als die Forderung nach kommunaler Selbstverwaltung zielen diese Forderungen auf kurzfristige Maßnahmen. Diese Forderungen können und sollen ständig aktualisiert werden.
Ich hatte ja vorgeschlagen, hier noch die Forderung nach Staatsbankrott aufzunehmen, was aber nicht bei allen Initiatoren des Bochumer Programms Zustimmung fand.“

Auch dazu hatte ich schon angemerkt bzw. gefragt:
1.: „mir als RechtstheoretikerIn fällt noch auf, daß die ‚Freiheit der Information, der Rede, der Versammlung und der Organisation’ gefordert wird, ohne daß gesagt wird, wie bzw. ob sich diese von den im Grundgesetz ohnehin bereits erwähnten entsprechenden Freiheiten unterscheiden soll.“
2.: „Warum verdient die ‚Trennung von Staat und Kirche’ eine solche herausgehobene Erwähnung?! Weil der Papst gerade zu Besuch war, als Ihr das Programm geschrieben hattet? Nicht, daß ich gegen die Forderung wäre – aber warum nicht bspw. auch rundfunk-, hochschul- oder netzpolitische Forderungen?!“

ohne bisher eine Antwort erhalten zu haben.
Und außerdem: Ist heute richtig, die Forderung nach Abschaffung des Berufsbeamtentums in den Vordergrund zu rücken? Bedeutet das nicht in der gegenwärtigen Konjunktur eher eine Zuarbeit zum Neoliberalismus als einen Schritt in die richtige Richtung?

e)

Unsere wichtigsten gewerkschaftlichen Forderungen sind daher:
- Volle Selbstverwaltung der Sozialversicherungen durch die Versicherten;
- Informationsfreiheit. Zugang zu allen betrieblichen Daten für Unternehmensangehörige;
- Rede-, Organisations- und Streikfreiheit;
- Normalarbeitszeit 6 Stunden an 5 Wochentagen;
- Gleicher Lohn für gleiche Arbeit;
- Mindestlohn in Höhe von 50% des Durchschnittslohns (derzeit 21,42 Euro);
- Verbot von Nacht- und Schichtarbeit;
Abschaffung der Hartz-Gesetze. Arbeitslosengeld für die Dauer der Arbeitslosigkeit;
- Rente mit 60“

Während die meisten Forderungen als Reformforderungen in Ordnung sind1, ist die Forderung nach „Zugang zu allen betrieblichen Daten für Unternehmensangehörige“ eine typische gradualistische Forderung, von der im vorliegenden Kontext der falsche Eindruck erweckt wird, sie sei ohne Bruch mit der Herrschaft der kapitalistischen Produktionsweise und ohne revolutionärer Beantwortung der Machtfrage realisierbar.
Schließlich steht eine Bochumer Antwort auf meine Kritik am Klassenzentrismus ihrer gewerkschaftlichen Perspektive aus:
1.: „Das Geschlechterverhältnis kommt nur in Form der Forderung, ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit’, vor. Der Staatsrassismus und der Rassismus auch unter weißen Lohnabhängigen werden leider gar nicht thematisiert.“
2.: „Dabei wäre aber eine Entlastung von Frauen von Haus-, Erziehungs- und Pflegearbeit und überhaupt ein Abbau der geschlechtshierarchischen Arbeitsteilung zentral, um zu einer größeren Einheit der Klasse der Lohnabhängigen zu kommen. Warum gibt also in Eurem Programm bspw. keine Quotierungsforderung? Dito hinsichtlich der rassistischen Spaltung der Klasse der Lohnabhängigen.“

  1. Hinsichtlich des Mindestlohnes sei allerdings die Frage aufgeworfen, ob dieser nicht besser an den Preisindex zu koppeln ist. Bei dem Bochumer Modell führt dagegen jede Anpassung der Mindestlöhne an den aktuellen Durchschnittslohn zu einer automatischen Veränderung des Durchschnittslohns, d.h. bei steigenden Durchschnittslöhnen zu einer ‚Wunderwaffe’ des endlosen Steigens der Löhne – und im umgekehrten Fall zu einem endlosen Sinken der Löhne. [zurück]
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21 Antworten auf „Für eine neue Internationale Arbeiterassoziation? Oder für einen Bund der RevolutionärInnen?“


  1. 1 Wal Buchenberg 21. November 2011 um 15:06 Uhr

    Hallo Detlef Georgia,
    deine Stellungnahme beweist, dass du dich ernsthaft mit dem Bochumer Programm befasst und nicht nur nach Hinweisen suchst, um mir und anderen irgendwelche negativen Epitheta anzukleben.
    Trotzdem habe ich den Eindruck, dass wir in verschiedenen Sprachen sprechen und uns in verschiedenen Welten aufhalten.
    Das beginnt schon bei dem Gebrauch des Wortes „revolutionär“. In meinem Verständnis ist nichts revolutionär, an dem sich nicht große Teile der Besitzlosen (beiderlei Geschlechts) beteiligen.
    Du scheinst es für möglich zu halten, dass wenige hundert Leute irgendwas Revolutionäres tun.
    Weiter habe ich den Eindruck, dass du unter „Parteibildung“ an die (gescheiterten) Rezepte eines Lenin denkst, während ich bei „Parteibildung“ an die bewusste Gegnerschaft möglichst der 90 Prozent Besitzlosen gegen die herrschende Klasse der Kapitalisten samt Anhang denke.
    Siehe dazu: http://www.marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_p/partei.html
    In anderen Punkten (z.B. Patriarchat) sehe ich keine unüberbrückbaren Differenzen.
    Da der inhaltliche Klärungsprozess nach ziemlich am Anfang steht, sollte keiner von uns vorschnelle Schlüsse ziehen, sondern abwarten, wer sich noch alles mit welchen Auffassungen zu Wort meldet.
    Dann wird sich zeigen, was Bestand hat und was nicht.

    Gruß Wal Buchenberg

  2. 2 Mattte 21. November 2011 um 16:18 Uhr

    „Weiter habe ich den Eindruck, dass du unter „Parteibildung“ an die (gescheiterten) Rezepte eines Lenin denkst, während ich bei „Parteibildung“ an die bewusste Gegnerschaft möglichst der 90 Prozent Besitzlosen gegen die herrschende Klasse der Kapitalisten samt Anhang denke.“

    Ich dachte, wir wären uns einig, dass wir hier über eine Organisation der subjektiven Revolutionäre reden und nicht über eine Arbeiter-Massenorganisation. Auch wenn Erstere die Forderungen der Arbeiter natürlich unterstützt und eng in den sozialen Kämpfen an ihrer Seite steht, aber den revolutionären Bruch mit der Gesellschaft anstrebt.
    Oder meinst du damit nur die Adressaten vom Bochumer Programm?

  3. 3 Wat. 21. November 2011 um 16:48 Uhr

    @Mattte

    Hier wird doch gesprochen über eine Neue Antikapitalistische Organisation – und Wal hat gesagt, was er unter „Parteibildung“ versteht.

    Ich im übrigen auch.

    Liebe Grüße – Wat.

  4. 4 Wal Buchenberg 21. November 2011 um 19:21 Uhr

    Hallo Matte,
    ich denke, es macht wenig Sinn, über eine Organisierung der subjektiven Revolutionäre nachzudenken, wenn das nicht in der Weise geschieht, dass die „Parteibildung“ aller Besitzlosen im Fokus steht. Zu dem Ziel „Parteibildung aller Besitzlosen beiderlei Geschlechts“ kann die Organisierung der subjektiven Revolutionäre allenfalls ein Mittel sein.

    Solange die „Parteibildung der 90 Prozent Besitzlosen“ gegen die „Partei der Revolutionäre“ ausgespielt wird, kann aus der „Partei der Revolutionäre“ beim besten Willen nichts werden.
    meint Wal Buchenberg

    P.S. Wieso kann ich in meinen Kommentaren hier nicht die Fehler korrigieren, obwohl ich in diesem Blog als User angemeldet bin?

  5. 5 Pham 21. November 2011 um 19:58 Uhr

    Die Festlegung des Mindestlohns ist tatsächlich nicht durchführbar, weil er an eine Größe angepasst werden soll, die sich durch die Anpassung ändert. Es müsste wenigstens bekannt sein, welche Lohnsumme insgesamt verfügbar ist oder wie hoch der Anteil der Arbeiter ist, deren Lohn auf einen Mindestlohn angehoben werden soll.

    Zu den letzten zwei Punkten (Geschlechterverhältnis) habe ich hier etwas geschrieben, was aber wohl untergegangen ist. (Es muss halt doch ein Forum her.) Eine revolutionäre Bewegung muss, um erfolgreich sein zu können, auf fester wissenschaftlicher Grundlage stehen. Ließe man sich von solchen Ideologien leiten, wäre das nicht gegeben. Einzig vertretbar ist, sich wie im Bochumer Programm dazu nicht zu äußern oder – falls es zur Klärung nötig sein sollte – sich davon zu distanzieren.

  6. 6 richard 21. November 2011 um 20:47 Uhr

    Ich kenn einen Brückenbauer. Der hat mir von seinem Projekt erzählt. Eine Brücke in Hamburg, die von zwei Firmen geplant wird. Es ist eine Hängebrücke. Und nun trafen sich die Ingenuere in Hamburg und mussten genaue zahlen abliefern, Grundhöhe und so, also auf welcher Höhe, die luete die Brücke am besten überfahren können.

    Das Gespräch ist 1 Monat alt.

    Aber irgendwie passt es auf diese Duskussion. Oder? Warum treffen sich denn nicht mal diese beiden „Firmen“ und loten die Höhen aus.

    Aber das Gespräch mit dem Freund ist echt wahr.

  7. 7 DGS / TaP 22. November 2011 um 1:15 Uhr

    @ Wal:

    1.

    „Trotzdem habe ich den Eindruck, dass wir in verschiedenen Sprachen sprechen und uns in verschiedenen Welten aufhalten.
    Das beginnt schon bei dem Gebrauch des Wortes ‚revolutionär‘. In meinem Verständnis ist nichts revolutionär, an dem sich nicht große Teile der Besitzlosen (beiderlei Geschlechts) beteiligen.
    Du scheinst es für möglich zu halten, dass wenige hundert Leute irgendwas Revolutionäres tun.“

    … zwar keine Revolution ‚machen‘, aber eine revolutionäre Praxis entwickeln, d.h.: einen Beitrag dazu leisten, daß vielleicht mal eine Revolution stattfindet, schon.

    2.

    „Weiter habe ich den Eindruck, dass du unter „Parteibildung“ an die (gescheiterten) Rezepte eines Lenin denkst, …“

    Antwort siehe bitte dort: http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/21/was-spricht-eigentlich-gegen-lenins-parteitheorie/

    3.

    „In anderen Punkten (z.B. Patriarchat) sehe ich keine unüberbrückbaren Differenzen.“

    Vielleicht. Dazu habt Ihr ja, außer Robert Schlosser kurz zu Hausarbeit und Kochen noch nichts gesagt.

    @ Wat.:

    „Hier wird doch gesprochen über eine Neue Antikapitalistische Organisation – und Wal hat gesagt, was er unter ‚Parteibildung‘ versteht.“

    Aber doch schon in Bezug auf die hiesige Debatte – und nicht als akademische Betrachtung, oder?

    Die nachfolgende Antwort von Wal selbst (21. November 2011 um 19:21 Uhr) bestätigt mich jedenfalls in meinem Eindruck, daß es schon um den Charakter der hier diskutierten Organisation ging.

    @ Pham:

    Wissenschaftlichkeit heißt zuallerst, konkrete Argumente vorzubringen (was wiederum voraussetzt, den Gegenstand der Kritik zu kennen [*]), und abgelehnte Auffassungen nicht einfach nur als ‚unwissenschaftlich‘ oder ‚ideologisch‘ zu verwerfen.

    [*] Siehe bspw.:

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2009/10/17/kurz-und-buendig-zwei-einfuehrungen-in-den-feminismus/,
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/05/17/diskussion-ueber-antidiskriminierungspolitik-revolutionaerem-feminsmus-und-nebenwiderspruchs-marxismus/
    und – für die internen Kontroversen auf diesem Feld –:
    http://arschhoch.blogsport.de/2011/10/07/queere-identitaetspolitik-contra-revolutionaer-dekonstruktivistischem-feminismus/.

  8. 8 Wal Buchenberg 22. November 2011 um 10:28 Uhr

    Nochmals in wenigen Worten:
    Wir „Bochumer“ (nur einer von uns lebt in Bochum) ;-) haben ein Programm für die Endphase des Kapitalismus in Deutschland/Europa vorgelegt, das für die 90 Prozent Besitzlosen (und damit auch für „subjektiven RevolutionärInnen“) Richtungspunkte und Überquerungspunkte angibt, die aus dem Kapitalismus heraus- und zu einer emanzipierten, selbstbestimmten Gesellschaft ohne Lohnarbeit (also auch ohne Kapital und ohne Warenproduktion) hinführen. Der Zeithorizont dieses Programms ist die Endphase des Kapitalismus.
    Ein „revolutionärer Bruch“ wird damit nicht großmundig „gefordert“, sondern gefördert und in die Wege geleitet.
    Unser Programm begründet nicht die Gegnerschaft zum Kapitalismus, sondern setzt sie voraus. Das Programm beschreibt nicht die nachkapitalistische Gesellschaft, sondern überlässt das der Selbstbestimmung der dann lebenden Menschen.

    Unser Leitsatz, um den sich alle unseren Programmpunkte drehen, heißt: „Hier und heute sind Schritte zur Emanzipation nur dort zu erreichen, wo alle gemeinsam und direkt planen und entscheiden.“

    Mag sein, dass wir unsere Vorstellung unzureichend formuliert und ungenügend erklärt haben.
    Mag sein, dass andere radikale Linke ein klareres Bild der revolutionären Aufgaben haben.
    Solchen Eindruck erwecken wenigstens die vielfältigen negativen Reaktionen auf unseren Programmvorschlag.
    Wer bessere Vorschläge hat, der soll sie konkretisieren und ausformulieren. Ohne neue programmatische Grundlage wird es jedenfalls keine erfolgreiche Organisierung von radikalen Linken geben.
    Wem das „Bochumer Programm“ nicht passt, der muss selbst ein anderes erstellen. Vom Himmel fällt es nicht –

    meint Wal Buchenberg

    P.S. Das Bochumer Programm ist hier nachzulesen: http://www.marx-forum.de/sozialismus/Bochum.pdf

  9. 9 systemcrash 22. November 2011 um 11:49 Uhr

    „Hier und heute sind Schritte zur Emanzipation nur dort zu erreichen, wo alle [sic !!!] gemeinsam und direkt planen und entscheiden.“ (herv von mir)

    sorry, wer ist ALLE? ich dachte immer, der kapitalismus zeichnet sich durch den kampf unterschiedlicher KLASSEN aus. aber vlt hat herr buchenberg ja eine wahnsinng interessante neuauflage eines modernen verständnisses moderner gesellschaften entwickelt, die uns nur noch nicht bekannt ist. dann soll er uns diese neuen, bahnbrechenden erkenntnisse mal vorlegen. ich fürchte aber, dass sie es nicht einmal wert sind einen modernen anti-dührung oder einen modernen anti-bernstein zu schreiben. von einem modernen anti kautsky mal ganz zu schweigen.

    herr buchenberg mag sein, was er will … aber ein wal“fisch“ der linken theorie ist er sicher nicht, höchstens der anführer eines heringsschwarms, der dem netz der bourgeoisie direkt entgegenschwimmt ;)

  10. 10 systemcrash 22. November 2011 um 11:58 Uhr

    übrigens, die sache mit den 90%, die sie von der occupy bewegung abgeschrieben haben (99%).

    das ist natürlich in dieser zuspitzung blödsinn. es gibt grosskapitalisten, die tatsächlich vlt 1% ausmachen. aber dann gibt es das ganze spektrum der mittel- und kleinbourgeoisie, die im unteren rand in die arbeiterklasse übergeht, die sehr wohl auch etwas im kapitalismus zu verlieren haben. wenn die revolutionäre arbeiterbewegung es nicht schafft, diese ganzen klein – und mittelschichten um sich als klassenkern zu scharen, dann haben wir es nicht mit einer 90/10 situation zu tun, eher mit einer vlt 40/30/20/10 situation.

    wer nicht mal die soziologischen voraussetzungen eines angeblich revolutionären programms berücksichtigt, sollte lieber — ich wiederhole es-- von solchen sachen die finger lassen

  11. 11 Pham 22. November 2011 um 12:20 Uhr

    DGS/TaP:

    Wissenschaftlichkeit heißt zuallerst, konkrete Argumente vorzubringen (was wiederum voraussetzt, den Gegenstand der Kritik zu kennen [*]), und abgelehnte Auffassungen nicht einfach nur als ‚unwissenschaftlich‘ oder ‚ideologisch‘ zu verwerfen.

    Genau, dshalb habe ich meine Argumente auch dazugeschrieben. Wenn man dagegen schon resistent ist, weil man seine Positionen nicht infragestellen will, ist eh Hopfen und Malz verloren.

  12. 12 Wat. 22. November 2011 um 12:23 Uhr

    @Systemcrash: Vielleicht könntest Du Dich, statt hier immer sofort irgendwas (immer schon gedachtes) rauszuhauen, mal so fünf Minuten damit beschäftigen, was mit Emanzipation gemeint sein könnte. Danke.

  13. 13 systemcrash 22. November 2011 um 12:34 Uhr

    sorry, „GEMEINT SEIN KÖNNTE“ ist mir etwas zu vage… butter bei die fische oder mund halten ! [und das ist jetzt ERNST gemeint]

  14. 14 Wat. 22. November 2011 um 12:36 Uhr

    @systemcrash

    „sorry, „GEMEINT SEIN KÖNNTE“ ist mir etwas zu vage… butter bei die fische oder mund halten ! [und das ist jetzt ERNST gemeint] „

    „gemeint sein könnte“ schien mir für Dich wenigstens schon mal ein Anfang.

    Du kannst Dich gern mehr damit beschäftigen – guckst Du hier:
    http://www.marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_e/emanzipation.html

  15. 15 systemcrash 22. November 2011 um 12:40 Uhr

    also ich lese da nur was von ARBEITERKÄMPFEN … von „alle planen und entscheiden“ steht da nichts

  16. 16 systemcrash 22. November 2011 um 12:42 Uhr

    „Das Proletariat „kann sich aber nicht selbst befreien, ohne seine eigenen Lebensbedingungen aufzuheben. Es kann seine eigenen Lebensbedingungen nicht aufheben, ohne alle unmenschlichen Lebensbedingungen der heutigen Gesellschaft, die sich in seiner Situation zusammenfassen, aufzuheben.“ K. Marx, Hl. Familie, MEW 2, 38.
    „In Erwägung, – dass die Emanzipation der Arbeiterklasse durch die Arbeiterklasse selbst erobert werden muss;
    dass der Kampf für die Emanzipation der Arbeiterklasse kein Kampf für Klassenvorrechte und Monopole ist, sondern für gleiche Rechte und Pflichten und für die Vernichtung aller Klassenherrschaft;
    - dass die ökonomische Unterwerfung des Arbeiters unter den Aneigner der Arbeitsmittel … der Knechtschaft in allen ihren Formen zugrunde liegt – allem gesellschaftlichem Elend, aller geistigen Verkümmerung und politischen Abhängigkeit;
    - dass die ökonomische Emanzipation der Arbeiterklasse daher der große Endzweck ist, dem jede politische Bewegung, als Mittel, unterzuordnen ist;
    - dass die Emanzipation der Arbeiterklasse weder ein lokale, noch eine nationale, sondern eine soziale Aufgabe ist, welche alle Länder umfasst, in denen die moderne Gesellschaft besteht, und deren Lösung vom praktischen und theoretischen Zusam-menwirken der fortgeschrittensten Länder abhängt;
    - dass die gegenwärtig sich erneuernde Bewegung der Arbeiterklasse in den industriellsten Ländern Europas, während sie neue Hoffnungen wachruft, zugleich feierliche Warnung erteilt, gegen einen Rückfall in die alten Irrtümer und zur sofortigen Zusammenfassung der noch zusammenhanglosen Bewegung drängt;“

    http://www.marx-forum.de/marx-lexikon/lexikon_e/emanzipation.html

  17. 17 Mario Ahner 23. November 2011 um 4:10 Uhr

    Ich halte den bisherigen Diskussionsstand für durchaus zielführend. DGS‘ „Kompromiss“-Vorschlag zwischen einer Neuauflage eines elitären „Bundes der Kommunisten“ und einer IAA 2.0, im Sinne eines „Bund der Revolutionäre“, dürfte die Organisationsdebatte um einiges konkretisiert, d.h. ein gewisses Bild geschaffen haben, worum es bei einer Neuorientierung und Zusammenführend der antikapitalistischen Linken „links der Linkspartei“ gehen könnte.

    Den Vorschlag bundesweiter Plena „subjektiver Revolutionäre“, finde ich deshalb äußerst sinnvoll.

    Fraglich dürfte weiterhin sein, wie ein Bruch mit den bestehenden Verhältnissen konkret aussehen könnte, wenn wir darunter nicht einfach eine unreflektierte Nutzung der staatlichen Macht verstehen.

    Vielleicht dürfte die Lösung abermals irgendwo zwischen den Fronten eines Wal Buchenberg und systemcrash liegen, denn diskussionswürdige Argumente kamen bisher von beiden Seiten.

    Es bleibt spannend.

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