Vorschlag: Plena der subjektiven RevolutionärInnen

Beim gestrigen trend-Gespräch zwischen Karl-Heinz Schubert und mir sagte ersterer: Um die verschiedenen revolutionären Zirkel usw. mit einander ins Gespräch zu bringen, sei sinnvoller, von konkreten Kämpfen und Bewegungen, in denen diese involviert sind, auszugehen, als zu versuchen, vorab eine Einigung über Prinzipien zu erreichen. Bspw. wäre gut, wenn die SAV, die im CFM-Streik in Berlin eine wichtige Rolle spiele, und Avanti, die in der Stadtteil- und Mietenpolitik wichtig sei, ein Gespräch über die Verbindung von Stadtteil- und Betriebskämpfen führen würden – und entsprechend mit den anderen Kleinorganisationen, Grüppchen usw.
Nach kurzer kontroverser Diskussion ließ sich auch klären, daß eine solche Vernetzung der Bewegungs- und Bündnisarbeit der subjektiven RevolutionärInnen noch keine revolutionäre Organisation wäre, aber ein wichtiger Schritt, um hin zu einer neuen revolutionären Organisation zu gelangen. Micha Prütz goß dies in die Worte, daß zwischen einem Bündnis der RevolutionärInnen und einer revolutionären Organisation ein „qualitativer Sprung“ liege.
Ich hoffe, wir waren uns auch einig, daß es in einem solchen Bündnis der subjektiven RevolutionärInnen nicht nur um ‚technische’ Fragen der Tagespolitik gehen dürfte, sondern die zentrale Frage sein müßte, wie sich RevolutionärInnen an Tageskämpfen beteiligen sollten, damit diese tatsächlich – und nicht nur dem Anspruch nach – einen Beitrag zur schließlichen Revolutionierung aller Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnis leisten. Die Orientierung auf einen „revolutionären Bruch“ wäre also nicht nur für Sonntagsreden oder ein Grundsatzprogramm aufzusparen, sondern die Frage wäre, wie die Perspektive des revolutionären Bruchs effektiv in den Tageskämpfen zum Thema gemacht werden kann.
Ich möchte daher vorschlagen, in den verschiedenen Städten zu derartigen Plena der subjektiven RevolutionärInnen einzuladen. Das wird sicherlich nicht (sofort) zu einem gemeinsamen Vorgehen alldieser subjektiven RevolutionärInnen in den Tageskämpfen und in Bündnissen mit GradualistInnen und ReformistInnen führen. Aber es dürfte erleichtern von einander zu lernen und die diskussionsbedürftigen grundlegenden Punkte zu identifizieren, die bisher einem gemeinsamen Vorgehen der subjektiven RevolutionärInnen entgegenstehen.
Und im Zuge eines solchen Diskussions- und Arbeitsprozeß ließe sich – ohne Hintenanstellung der parallel fortzusetzenden ‚Prinzipiendiskussion’ – dann hoffentlich ein solches Maß an Gemeinsamkeit jedenfalls zwischen einem Teil der subjektiven RevolutionärInnen herstellen, das dann – zusammen mit den Ergebnissen der ‚Prinzipiendiskussion’ – eine Organisationsgründung erlaubt.

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35 Antworten auf „Vorschlag: Plena der subjektiven RevolutionärInnen“


  1. 1 khs 18. November 2011 um 19:26 Uhr

    Mein Vorschlag, dass es sinnvoller sei, um die verschiedenen revolutionären Zirkel usw. mit einander ins Gespräch zu bringen, von konkreten Kämpfen und Bewegungen, in denen diese involviert sind, auszugehen, als zu versuchen, vorab eine Einigung über Prinzipien zu erreichen, steht im engen Zusammenhang mit den drei Thesen über Organisation & Programm, die ich als Input zum gestrigen Abend vorgetragen habe.

    Deshalb folgende Erläuterungen zu diesem Vorschlag mit Bezug auf meine Thesen:

    Die Grundfrage jeder Organisierung lautet schlicht: Wer organisiert wen für was? Diese Frage ist vorgängig zu beantworten, bevor überhaupt die erste Zeile einer Gründungserklärung einer „Antikapitalistischen Organisation“ geschrieben wird. Um diese Frage im marxistischen Sinne – d.h. gestützt auf die Marxsche Kritik der Politischen Ökonomie – beantworten zu können, muss Folgendes klar sein: Die Antwort auf diese Frage wird weder durch reine Theoriearbeit am Schreibtisch noch direkt aus der unmittelbaren Erfahrung im Klassenkampf gewonnen.

    Richten wir nun unseren Blick auf den Zustand der „Klassenlinken“ in der BRD (Definition: Alle, die die Möglichkeit der Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise vom revolutionären Wirken des Proletariats abhängig machen), dann müssen wir eine heillose Zersplitterung in Gruppen, Sekten und Grüppchen feststellen und auf der anderen Seite eine ebenso fragmentierte proletarische Klasse. Allerdings nicht in Folge von selbstverschuldeten Irrungen und Wirrungen, sondern infolge eines kapitalistischen Arbeits- Verwertungsprozesses, der den engen Rahmen des Nationalstaates längst hinter sich gelassen hat.

    Unbeschadet dessen haben die Klassenauseinandersetzungen in den Metropolen im letzten Jahrzehnt rasant zugenommen. Einen nennenswerten Einfluss von revolutionären Zirkeln auf diese Entwicklung war dagegen zumindest in der BRD nicht feststellbar.

    Vor diesem Hintergrund sollte jeder Zirkel, jede Gruppe, jede Einzelperson die an dem Diskurs über die Vereinheitlichung der Klassenlinken und Gründung einer revolutionären Organisation teilnehmen will, Auskunft darüber geben, ob es darum gehen soll zunächst die Kräfte zu sammeln, die in den spontanen Bewegungen der Klasse aktiv sind oder ob es sich um einen Sammlungsprozess innerhalb der Klassenlinken handeln soll. Oder um beides – jedoch mit unterschiedlicher Gewichtung. Die Antwort resultiert nicht aus dem Willen, sondern leitet sich aus der Analyse der Klassenauseinandersetzungen und den darin gesammelten Erfahrungen ab, wobei zu beachten ist, dass Klassenkämpfe generell an drei „Fronten“ (ökonomisch, politisch, ideologisch) ausgetragen werden.

    Aufgrund der Entscheidung in dieser Frage werden davon die Programmatische Arbeit und ihre Form der Organisierung bestimmt sein. Daraus ergibt sich eine zweite zentrale Fragestellung: Soll es sich bei dem Programm, um eine Prinzipienerklärung oder um einen Organisationsplan für gemeinsame Aktionen handeln bzw. um eine Mischform aus beidem?

    Angesichts der Erfahrungen mit den westdeutschen Versuchen (z.B. BWK, VSP) innerhalb der revolutionären Linken eine gemeinsame Organisation zu schaffen und angesichts des Zustands des derzeitigen Zirkelwesens in der BRD, halte ich den Weg einer Prinzipiendebatte für nicht „zielführend“. Ich tendiere daher dazu, sich einen verbindlichen Rahmen für gemeinsame Interventionen in verschiedenen gesellschaftlichen Sektoren zu schaffen. Dazu ist eine Debatte nötig, die solche Entwürfe wie z.B. das „Bochumer Programm“ aus der virtuellen Welt in die wirklichen Klassenauseinandersetzungen überführt. Gleichwohl versteht es sich von selbst, dass so ein Programm nicht als Dogma an die Erfahrungen linker AktivistInnen in sozialen Bewegungen herangetragen werden kann, sondern in kollektiven und verbindlichen Strukturen einer Überprüfung und Veränderung unterworfen sein wird.

    Mein Vorschlag, dass die SAV, die im CFM-Streik in Berlin eine wichtige Rolle spielt, mit Avanti, die in der Berliner Stadtteil- und Mietenpolitik tätig ist, Gespräche über die Verbindung von Stadtteil- und Betriebskämpfen führen sollten, war ein konstruiertes Beispiel als Antwort auf die Frage, ob es HEUTE richtig ist, über ein Aktionsprogramm die Einheit der Klassenlinken herzustellen, statt „fünf Prinzipien“ auszurufen, unter denen sich jede Gruppe, jede Strömung und Einzelperson etwas anderes vorstellt.

    Ich halte so einer Konsultation tatsächlich für einen ersten Schritt, selbstverschuldete Sektengrenzen zu durchbrechen.

  2. 2 systemcrash 18. November 2011 um 20:44 Uhr

    das klingt beim ersten lesen vernünftig.

    das problem ist aber, dass so eine starke trennung von „aktion“ und „prinzipien“ gar nicht existiert.
    es liessen sich sicherlich leicht punkte finden, wo alle linken sofort sagen: ja, das ist richtig.
    meinetwegen 35 st woche bei vollem lohnausgleich oder repressionsfreies grundeinkommen ohne vorbedingung (oh, da fällt mir auf, BGE wurde noch nicht diskutiert ;) )

    aber wenn solche forderungen nicht in einen
    „(klassen)Machtpolitischen rahmen“ (--> staatsfrage) vermittelt werden, bleiben sie quasi im luftleeen raum hängen und versanden im schlimmsten fall als „ein -punkt-bewegung“.

    wenn so etwas gewollt wird, brauchen wir keine NAO …dann genügt auch eine simple aktions-bündnis-politik …

    und so stehen wir wieder da, wo wir gestern aufgehört haben ;)

  3. 3 Richard 18. November 2011 um 21:32 Uhr

    Und ich würde jetzt gerne endlich mal wissen, ob Hamburg noch in Deutschland liegt!

  4. 4 DGS / TaP 18. November 2011 um 22:17 Uhr

    Wieso? Gibt’s in Hamburg keine subjektiven RevolutionärInnen?!

  5. 5 systemcrash 18. November 2011 um 22:25 Uhr

    und selbst wenn hamburg nicht in deutschland liegen würde, würde das die wahrscheinlichkeit für die existenz subjektiver revolutionäre nur verbessern ;)

  6. 6 richard 18. November 2011 um 22:55 Uhr

    kleiner Erlebnisbericht: Mercado, 17:00 Uhr. Ich geh was kaufen mit Kinde 5 j. Vor der Rolltreppe baut bauen sich die weißhemden, Polizei, auf. Mit komischer Fahrkabine, nur mit Führerschein. Kind wollte trotzdem, durfte aber nicht. Aber was das Kind durfte ist zu erfahren wofür die Polzei da ist. Um Verbrecher zu jagen. Aber wie viele Verbrecher gibt es? Scheiße, die verarschen uns!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  7. 7 Mattte 18. November 2011 um 23:48 Uhr

    Ich finde, dass der bisher eingeschlagene Weg und der Vorschlag von Karl-Heinz sich keineswegs gegenseitig ausschließen müssen. Was spricht denn dagegen, bei Aktionen zusammenzukommen dabei inhaltlich und praktisch zusammenzurücken und gleichzeitig eine eher formale Diskussion in den Gruppen und bei solchen Veranstaltungen (wie von SIB) Perspektiven und inhaltliche Differenzen/Gemeinsamkeiten zu klären?

    Von der Diskussion mal ganz abseits, inwiefern gibt es Möglichkeiten die SIB beim Projekt NAO ganz konkret zu unterstützen, sei es mit Spenden oder organisatorischer Hilfe? Konnte leider bisher keine Kontaktmöglichkeit finden.

  8. 8 DGS / TaP 18. November 2011 um 23:59 Uhr

    „Ich finde, dass der bisher eingeschlagene Weg und der Vorschlag von Karl-Heinz sich keineswegs gegenseitig ausschließen müssen. Was spricht denn dagegen, bei Aktionen zusammenzukommen dabei inhaltlich und praktisch zusammenzurücken und gleichzeitig eine eher formale Diskussion in den Gruppen und bei solchen Veranstaltungen (wie von SIB) Perspektiven und inhaltliche Differenzen/Gemeinsamkeiten zu klären?“

    Ja, sehe ich auch so. Ich hatte ja geschrieben: „Ich hoffe, wir waren uns auch einig, daß … [usw.]“ und „ohne Hintenanstellung der parallel fortzusetzenden ‚Prinzipiendiskussion’“.

    „Konnte leider bisher keine Kontaktmöglichkeit finden.“

    Kontakt: nao(at)gmx.net

    oder bspw.

    http://arschhoch.blogsport.de/2011/03/23/neue-antikapitalistische-organisation-na-endlich-worueber-muessen-wir-uns-verstaendigen-und-worueber-nicht/ (vor den „Anmerkungen“)

    oder

    http://theoriealspraxis.blogsport.de/impressum/

  9. 9 Andreas K. 19. November 2011 um 2:01 Uhr

    Was sind denn im Sinne des Vorschlags „Subjektive RevolutionärInnen ?
    Personen, die nach eigener Überzeugung die Gesellschaft grundlegend umwälzen wollen und dazu einen Bruch, eine bewußte Zerstörung des Systems von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung, anstreben …. unabhängig davon, ob sie dazu objektiv geeignete Mittel bereits haben ?

    Sollte das Plenum für Gruppen, die sich selbst so sehen, erreichbar sein, auch wenn ihr diese nicht explizit eingeladen habt ?

    Einerseits finde ich offene, aber durch inhaltliche Kriterien definierte Strukturen gut, anderseits wird der VS sicher nen Blick drauf haben wollen.

  10. 10 DGS / TaP 19. November 2011 um 10:19 Uhr

    „Was sind denn im Sinne des Vorschlags „Subjektive RevolutionärInnen ?
    Personen, die nach eigener Überzeugung die Gesellschaft grundlegend umwälzen wollen und dazu einen Bruch, eine bewußte Zerstörung des Systems von kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung, anstreben …. unabhängig davon, ob sie dazu objektiv geeignete Mittel bereits haben ?“

    1.

    Ja, so in etwa. Zwar ist es am Ende nicht egal, ob die Mittel geeignet sind – aber die Beteiligten sollten sich wegen (was weiß ich…) Stalin, Trotzki, Mao, die Gewaltfrage, … nicht von vornherein ihre guten revolutionären Absichten absprechen.

    Die Formulierung spielt auf ein Zitat im „Na endlich“-Papier an:

    „Die GenossInnen der ‚Arbeitsgruppe Marxismus’ (AGM, heute RSO) haben das schon 2004 ganz nett formuliert:
    ‚Mit allen uns bekannten internationalen Strömungen haben wir doch so relevante Differenzen, dass wir uns nicht auf einer seriösen politischen Grundlage anschließen könnten. Wir haben aber auch nicht den ebenso größenwahnsinnigen wie lächerlichen Anspruch mancher Gruppierungen, dass alle anderen Revisionist/inn/en, Zentrist/inn/en oder ähnliches seien. Wir sehen uns vielmehr als Teil des Spektrums subjektiver Revolutionär/inn/en (Hervorhebung durch die Autoren), die nach bestem Wissen und Gewissen versuchen, eine revolutionäre Organisation zum Sturz der kapitalistischen Klassenherrschaft aufzubauen (’10 Jahre AGM‘, August 2004)
    Wir sind fest überzeugt (sonst würden wir uns nicht in das neue Projekt einbringen wollen), dass die Zeit trotz aller Schwierigkeiten reif ist für ein organisatorisches Angebot an dieses ‚Spektrum der subjektiven RevolutionärInnen‘ oder (um’s mal ohne Marxismus-Kauderwelsch mit Heinrich Böll zu sagen) für ‚jenes höhere Wesen, dass wir verehren‘.“

    Gute Absichten allein reichen zwar nicht – aber da es in allen Spektren der verbliebenen revolutionären Linken an der Realisierung der eigenen Absichten happert, sollte mit der Bereitschaft zur sachlichen Diskussion und zum gegenseitigen Lernen in den Prozeß gegangen werden.

    2.

    @ „kapitalistischer Ausbeutung und patriarchaler Unterdrückung“:

    Da es sich bei diesen Plena ja noch nicht um eine neue revolutionäre Organisation, sondern um einen lockeren Austausch- und Kooperationsprozeß handeln soll, würde ich nicht einen umfassenden revolutionären Anspruch zur Zusammenarbeitsvoraussetzung machen wollen.
    Mir würde für’s Erste die Absicht zum revolutionärem Bruch mit zumindest einem der aktuell grundlegenden Herrschafts- und Ausbeutungssystem – Kapitalismus, Patriarchat, Rassismus – genügen. Alles weitere könnte dann diskutiert werden.

    „Sollte das Plenum für Gruppen, die sich selbst so sehen, erreichbar sein, auch wenn ihr diese nicht explizit eingeladen habt ?
    Einerseits finde ich offene, aber durch inhaltliche Kriterien definierte Strukturen gut, anderseits wird der VS sicher nen Blick drauf haben wollen.“

    M.E. geht es in dem hier diskutierten Projekt um politische Organisierung und Diskussion im öffentlichen Raum. Meinungsäußerungs- und Vereinigungsfreiheit lassen sich – jedenfalls unter den Bedingungen (semi)parlamentarisch-pluralistischer Herrschaft – am besten dadurch durchsetzen, daß sie sich genommen werden – nicht durch Verstecken in der (Halb)Klandestintät (vgl.: http://arschhoch.blogsport.de/2011/08/02/diskussion-mit-klandestinen-militanten/ und http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/13/k-7-c-nicht-klandestin-oder-halb-klandestin/). Wer/welche schon Angst davor hat, daß der eigene Name wegen eines wahren oder richtigen Wortes in einer VS-Akte landen könnte, wird den revolutionären Bruch dagegen nie vollziehen.

    Wer/welche Anderes als / Zusätzliches zu politischer Diskussion und Organisierung für notwendig hält, wird dies freilich nicht in einem offenen Plenum machen.

  11. 11 systemcrash 19. November 2011 um 10:32 Uhr

    „Zwar ist es am Ende nicht egal, ob die Mittel geeignet sind – aber die Beteiligten sollten sich wegen (was weiß ich…) Stalin, Trotzki, Mao, die Gewaltfrage, … nicht von vornherein ihre guten revolutionären Absichten absprechen.“

    sorry, lieber DG, mit einem stalin anhänger will ich weder plenen noch eine gemeinsame organisation. die guten revolutionären absichten mögen vorhanden sein (eben subjektiv), aber wie sagt die volksweisheit:

    „der weg zur hölle ist mit guten absichten gepflastert“ ;)

    und das AGM zitat (heute RSO) bezieht sich auf die internationalen strömungen des TROTZKISMUS, darum haben sie eben ihren EIGENEN verein, auch wenn sich tausende auf die VIERTE berufen, aber es sind dann tausende vierte … und nicht EINE ;)

  12. 12 systemcrash 19. November 2011 um 10:34 Uhr
  13. 13 DGS / TaP 19. November 2011 um 10:36 Uhr

    @ StalinistInnen:

    Da im Moment nicht zu befürchten ist, daß sie uns liquidieren ;-) , wäre ich da nicht so kleinlich:
    http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/13/k-8-b-reizwoerter-stalin/.

  14. 14 systemcrash 19. November 2011 um 10:41 Uhr

    übrigens enthält das AGM zitat einen deutlichen widerspruch:
    wenn die anderen NICHT „zentristen oder revisionisten“ sind, …warum kann man sich dann NICHT anschliessen ? hähhh ;)

  15. 15 systemcrash 19. November 2011 um 10:44 Uhr
  16. 16 systemcrash 19. November 2011 um 10:54 Uhr

    in den 70ern ging die KPD/ML auf trotzkisten mit eisenketten vor.

    in der zeit der afghanistan invasion der sowjetarmee wurde ein führender genosse der damaligen TLD mit einem messer in den bauch gestochen, von türkischen stalinisten

  17. 17 systemcrash 19. November 2011 um 10:58 Uhr
  18. 18 DGS / TaP 19. November 2011 um 11:09 Uhr

    Ja, klar: Wer/welche mit Eisenstangen zum Plenum anrückt, wird sein/ihr eigenes Plenum machen müssen.

  19. 19 systemcrash 19. November 2011 um 11:16 Uhr

    das ist klar.

    es geht aber darum, dass es positionen gibt, die sich GEGENSEITIG AUSSCHLIESSEN. da hilft auch kein berufen auf „subjektiv gute revolutionsabsichten“. zwischen stalinismus und trotzkismus gibt es eine demarkationslinie, die mit blut gezeichnet ist. wer das vergisst, wird eine zweite VSP bekommen … aber keinen revolutionären organisationskern

  20. 20 DGS / TaP 19. November 2011 um 12:43 Uhr

    Aber 1. wären diese Plena ja noch nicht die Organisation und 2. kann das ja viel besser an konkreten Punkten (Volksfront vs. Klassenkampf; innerorganisatorische Demokratie / Fraktionsbildungsrecht usw.) diskutiert werden als entlang der pauschalen Frontlinie Trotzkismus vs. Stalinismus.

  21. 21 systemcrash 19. November 2011 um 13:47 Uhr

    wenn sie sich drauf einlassen, mag das sein.

    aber, WERDEN sie sich drauf einlassen ? …. ;)

  22. 22 Wal Buchenberg 20. November 2011 um 10:11 Uhr

    Hallo Detlef Georgia,
    da dieser Blog zur One-Man-Show verkommen ist, verzichte ich derzeit darauf, hier zu posten.

    Meine Erläuterungen zum Bochumer Programm, die explizit auch auf deine Bedenken eingehen, habe ich deshalb an trend-online zur Veröffentlichung geschickt. Der Text steht auch im Marx-Forum
    http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6067
    Du bist herzlich eingeladen, dort mit mir und anderen „Machern“ des Bochumer Programms zu diskutieren.

    Gruß Wal Buchenberg

  23. 23 systemcrash 20. November 2011 um 10:44 Uhr

    wenn sie sich zurückziehen, dann kann doch die „one man show“ nicht überwunden werden. das ist doch unlogisch. (ich hoffe, das bringt mir nicht wieder einen eintrag in ihrer dokumentensammlung ;) )

    ich weiss nicht, wen sie mit „one man“ meinen, vermutlich meinen sie mich. DGS veröffentlicht aber hier mindestens drei mal so viel wie ich … und ich würde ihm niemals vorwerfen, eine „one man show“ zu betreiben.

    herr buchenberg, sie sind politisch unernsthaft!
    (DAS können sie in ihre dokumentensammlung aufnehmen!)

  24. 24 systemcrash 20. November 2011 um 10:54 Uhr

    und sich auf die IAA zu beziehen… nach 150 (in worten: hundertfünfzig) jahren geschichte der arbeiterbewegung ist ja wohl ein schlechter witz. (und marx hat sehr heftige kämpfe gegen die anarchisten geführt!)

    die entscheidene zäsur war ja wohl die trennung des kommunistischen flügels von der II. internationale… und diese erfahrung ignorieren sie (ich vermute: bewusst) in ihrem „bochumer programm“ (was diesen namen sicher nicht verdient).

    herr buchenberg, sie planen eine neuauflage der 2 1/2 internationale (http://de.wikipedia.org/wiki/Londoner_B%C3%BCro). das können sie gerne machen … aber ohne mich ;)

  25. 25 systemcrash 20. November 2011 um 12:08 Uhr

    ach, eins noch: ich glaube, mit dem vergleich zur 2 1/2 internationale tue ich den damaligen genossen unrecht. denn das waren echte zentristen (unter schwierigsten historischen bedingungen) …. sie sind nur ein ordinärer reformist !

  26. 26 Mario Ahner 21. November 2011 um 3:37 Uhr

    Zwar scheint das Bochumer Programm eine Flanke gen Reformismus offen zu haben, aber so wie ich Wal verstehe, dient es einzig als ein Arbeitsprogramm, welches keinesfalls Allgemeingültigkeit beansprucht.

    Die kritische Einstellung zur Staatlichkeit und Interessen-Vertretung teile ich, finden wir doch gerade hier die Achillesferse parteikommunistischer Revolutionsvorstellungen, weshalb ich den Verweis auf die Pariser Kommune – trotz aller begangener Fehler – als ein einendes Zeichen der radikalen Linken und aufgrund des Stands der Produktivkräfte für realistischer und an den gegenwärtigen Kämpfen (Recht auf Stadt-Bewegung, Kampf um Rekommunalisierung, Occupy-Bewegung usw.) orientierter, als Parolen von der „Partei des Weltproletariats“, welche die Arbeiterklasse gen Heil in den „Arbeiterstaat“ führt.

    Ich behaupte, eine antikapitalistisch-revolutionäre Organisation kann und darf weder leninistisch (was oftmals darunter verstanden wird), noch antileninistisch sein, sondern jegliche Theoretiker der kommunistischen/sozialistischen Arbeiterbewegung in seinem jeweiligen geschichtlichen Horizont betrachten und ebenso würdigen wie kritisch beleuchten.

    Die Spaltung der radikalen Linken kann nur durch gemeinsame Aktionen und Erfahrungen in den konkreten Auseinandersetzung überwunden werden, jenseits festgefahrener Ideologie-Fechterei und vermeintlicher Allgemeinweisheiten.

    Was die Kommunalisierung und Demokratisierung der Produktionsmittel anbelangt, müsste dies allerdings konkretisiert werden und um eine klare Klassenorientierung bereichert werden.

  27. 27 systemcrash 21. November 2011 um 11:13 Uhr

    „Ich behaupte, eine antikapitalistisch-revolutionäre Organisation kann und darf weder leninistisch (was oftmals darunter verstanden wird), noch antileninistisch sein, sondern jegliche Theoretiker der kommunistischen/sozialistischen Arbeiterbewegung in seinem jeweiligen geschichtlichen Horizont betrachten und ebenso würdigen wie kritisch beleuchten.“

    das klingt sehr salbungsvoll. aber der „geschichtliche horizont“ ist UNSERE imperialistische epoche. und wer die lehren aus der einzigen proletarischen revolution in der geschichte nicht ziehen will, wird niemals revolutionäre politik machen (können). ich bestehe weder auf die begriffe „trotzkismus“, „leninismus“, „luxemburgismus“, ja nicht mal auf „marxismus“ … ich bestehe aber auf die notwendigkeit einer proletarisch revolutionären partei und der notwendigkeit, an die stelle der bürgerlichen staatsmacht die proletarische staatsmacht zu setzen.

    „Es ist die historische Aufgabe des Proletariats, wenn es zur Macht gelangt, an Stelle der bürgerlichen Demokratie sozialistische Demokratie zu schaffen, nicht jegliche Demokratie abzuschaffen. Sozialistische Demokratie beginnt aber nicht erst im gelobten Lande, wenn der Unterbau der sozialistischen Wirtschaft geschaffen ist, als fertiges Weihnachtsgeschenk für das brave Volk, das inzwischen treu die Handvoll sozialistischer Diktatoren unterstützt hat. Sozialistische Demokratie beginnt zugleich mit dem Abbau der Klassenherrschaft und dem Aufbau des Sozialismus. Sie beginnt mit dem Moment der Machteroberung durch die sozialistische Partei [sic !!!]. Sie ist nichts anderes als die Diktatur des Proletariats.

    Jawohl: Diktatur! Aber diese Diktatur besteht in der Art der Verwendung der Demokratie, nicht in ihrer Abschaffung, in energischen, entschlossenen Eingriffen in die wohlerworbenen Rechte und wirtschaftlichen Verhältnisse der bürgerlichen Gesellschaft, ohne welche sich die sozialistische Umwälzung nicht verwirklichen läßt. Aber diese Diktatur muß das Werk der Klasse, und nicht einer kleinen, führenden Minderheit im Namen der Klasse sein, d.h. sie muß auf Schritt und Tritt aus der aktiven Teilnahme der Massen hervorgehen, unter ihrer unmittelbaren Beeinflussung stehen, der Kontrolle der gesamten Öffentlichkeit unterstehen, aus der wachsenden politischen Schulung [sic !!!] der Volksmassen hervorgehen.“

    --- rosa luxemburg, zur russischen revolution
    http://www.marxists.org/deutsch/archiv/luxemburg/1918/russrev/teil4.htm

  28. 28 systemcrash 21. November 2011 um 11:16 Uhr

    also offensichtlich hält selbst die „spontaneistische“ rosa nicht die ganze klasse für reif, denn sonst würde sie nicht von „wachsender politischer SCHULUNG“ sprechen

  29. 29 Entdinglichung 21. November 2011 um 12:35 Uhr

    btw.: kennt wer das Buch Kollektiv Hispano-Suiza: Arbeiter und Apparate. Bericht französischer Arbeiter über ihre Praxis 1945-70, denke, dass da einige wertvolle Anregungen v.a. bezüglich der Anforderungen, welche Basisaktive bezüglich der Organisationsfrage und den Problemen mit linksradikalen Organisationen und ihrer Spalterei haben, drin sind … werde da, wenn ich Zeit habe, versuchen dazu was zu schreiben

  30. 30 Mario Ahner 21. November 2011 um 16:46 Uhr

    Systemcrash, Du schreibst:

    „ich bestehe aber auf die notwendigkeit einer proletarisch revolutionären partei und der notwendigkeit, an die stelle der bürgerlichen staatsmacht die proletarische staatsmacht zu setzen.“ und eben diese Notwendigkeit will ich in Frage stellen.

    1. Weshalb muss es zwangsläufig eine Partei sein, wenn der Hauptfokus nicht auf parlamentarischer Mitmischung sondern die Organisierung eines Generalstreiks zur Lahmlegung der bestehenden Institutionen und Mechanismen sein soll? Partei als Selbstzweck, weil’s die Klassiker so formulieren?

    Ich meine, eine antikapitalistische Organisation sollte zwar durch Verbindlichkeit der eigenen Entschlüsse zusammmengehalten werden, inklusive Programm, weshalb dies aber zwangsläufig eine Partei sein muss, bleibt mir schleierhaft.

    2. Es bleibt die Frage, ob wir überhaupt bei einer von den Kommunen und Körperschaften abgeleiteten Assoziation – denn nichts anderes kann ein sozialistischer „Halbstaat“ sein, will er eine Eigenlogik seiner Selbstauflösung in Richtung einer „höheren Phase des Kommunismus“ anstoßen. Andernfalls treten wir in die Fall des „realsozialistischen“ Problems der Repräsentation und Bürokratisierung.

    Auch die Oktoberrevolution war hiervon nicht befreit. Inwieweit der „Erfolg“ einer Revolution sich bloß an der Absetzung der herrschenden Klasse messen lässt, dürfte ebenfalls ungeklärter Diskussionsgegenstand sein.

    „Alle Revolutionen vervollkommneten (…) nur die Staatsmaschinerie, statt diesen ertötenden Alp abzuwerfen. Die Fraktionen und Parteien der herrschenden Klassen, die abwechselnd um die Herrschaft kämpften, sahen die Besitzergreifung (Kontrolle) (Bemächtigung) und die Leitung dieser ungeheuren Regierungsmaschinerie als die hauptsächliche Siegesbeute an. Im Mittelpunkt ihrer Tätigkeit stand |540| die Schaffung ungeheurer stehender Armeen, einer Masse von Staatsparasiten und kolossaler Staatsschulden.“ (Karl Marx, Bürgerkrieg in Frankreich, MEW Bd.17, S.539)

    Weiter heißt es:

    „Die Kommune war eine Revolution gegen den Staat selbst, gegen diese übernatürliche Fehlgeburt der Gesellschaft; sie war eine Wiederbelebung durch das Volk und des eigenen gesellschaftlichen Lebens. Sie war nicht eine Revolution, um die Staatsmacht von einer Fraktion der herrschenden Klassen an die andere zu übertragen, sondern eine Revolution, um diese abscheuliche Maschine der Klassenherrschaft selbst zu zerbrechen. … Die Kommune war die entschiedene Negation jener Staatsmacht und darum der Beginn der sozialen Revolution des 19. Jahrhunderts. Was daher immer ihr Geschick in Paris ist, sie wird ihren Weg um die Welt machen.“ (K. Marx, Bürgerkrieg in Frankreich, MEW 17, 541f.)

    Also „eine Revolution, um diese abscheuliche Maschine der Klassenherrschaft selbst zu zerbrechen“, vom Aufbau eines irgendwie gearteten „Arbeiterstaates“ ist hier keine Rede. Und genau das meint wohl Wal, wenn er die IAA, Marx und deren Einordnung der Pariser Kommune heranzieht.

    Der späte Marx unterlag eben nicht der früheren Einschätzung des Kommunistischen Manifests, eine Eroberung der Staatsmacht und deren Umfunktionierung durch die Arbeiterklasse bzw. deren Repräsentanten wäre ein zielführendes Unterfangen. Obgleich ich nicht leugnen möchte, dass sein Standpunkt hierzu von einer gewissen Inkonsistenz geprägt ist, da er dieses Problem wohl sah, dafür zu Lebzeiten aber keine Lösung finden konnte.

    Gerade an dieser Staatsfrage entscheidet sich aber die Ausrichtung der angestrebten antikapitalistischen Organisation und deren eventuelle Programmatik. Der Staat als abstrakter Allgemeinwille kann m.E. nur durch eine Assoziierung der Kommunen und Körperschaften aufgehoben werden. Und genau dies war ja das Anliegen der Kommunarden in ihren Grundriss-Vorstellungen der Neuordnung Frankreichs durch eine „Kommunalverfassung“.

    @Entdinglichung. Würde mich sehr interessieren, nur zu!

  31. 31 DGS / TaP 22. November 2011 um 1:23 Uhr

    @ Wal Buchenberg (20. November 2011 um 10:11 Uhr):

    „Meine Erläuterungen zum Bochumer Programm, die explizit auch auf deine Bedenken eingehen, habe ich deshalb an trend-online zur Veröffentlichung geschickt. Der Text steht auch im Marx-Forum
    http://marx-forum.de/diskussion/forum_entry.php?id=6067
    Du bist herzlich eingeladen, dort mit mir und anderen ‚Machern‘ des Bochumer Programms zu diskutieren.“

    Meine Antwort findet sich dort: http://arschhoch.blogsport.de/2011/11/21/fuer-eine-neue-internationale-arbeiterassoziation-oder-fuer-einen-bund-der-revolutionaerinnen/.

  32. 32 systemcrash 22. November 2011 um 2:53 Uhr

    @Mario Ahner

    das verhältnis von zentralismus und dezentralismus mag sicher ein ungeklärtes thema sein. und auch ich bin mir da nicht wirklich sicher, was ich da denken soll.
    aber in einer zeit, die im wesentlichen durch die globalisierung des kapitalverhältnisses gekennzeichnet ist, über „kommunalverfassungen“ nachzudenken…sorry, kannst du gerne machen, aber ich sehe im moment doch etwas andere schwerpunkte. bevor wir über zukunftsplanungen nachdenken können, brauchen wir überhaupt erst mal klarheit darüber, was revolutionärer bruch bedeuten mag und welche strategie und taktik uns dahin führt.
    und wer sich nicht mal traut, die eigentumsfrage mit klassenkategorien zu vermitteln [“kommunalisierung und demokratisierung“], der mag sein, was er will, aber niemand, mit dem ich zusammen politik machen will.
    dass die auswechslung von eigentumsverhältnissen ALLEIN nicht unbedingt etwas an der existenz von ausbeutung, herrschaft und entfremdung ändert … glaube mir, dieses thema verschafft mir seit über 25 jahren schlaflose nächte. natürlich müssen wir uns der gefahr des substitutionalismus bewusst sein, aber sie ist kein argument gegen eine revolutionär-marxistische politik (organisation und programm)

  33. 33 Mario Ahner 23. November 2011 um 3:40 Uhr

    Es dürfte sich doch von selbst erklären, dass Kommunalisierung kein Zurück zur vorkapitalistischen Subsistenzwirtschaft bedeuten kann. Logischerweise müssen die Kommunen auch international miteinander vernetzt und vermittelt werden. Nicht umsonst traten bereits die Kommunarden von Paris für die „Weltrepublik“ ein. Die gegenseitige Abhängigkeit der Kommunen, Regionen und Länder lässt hier also nur einen internationalen Horizont denken.

    Überdies dürfte die „Kommunalisierung und Demokratisierung“ weitgehend nur die reproduktiven Sektoren umfassen. Das heißt, das Mehrprodukt unterstünde aller Wahrscheinlichkeit weiterhin einem globalen Ergänzungs-Verhältnis.

    Da ich eine zentrale Planung der gesellschaftlichen Teilarbeiten (national wie international)für nicht möglich erachte, und dies für die Umsetzung einer postkapitalistischen Gesellschaft gar nicht notwendig ist, es also vielmehr um eine Koordination (!) der gesellschaftlichen Teilarbeiten geht, könnte das Planungsproblem durch Verträge zwischen den Produzenten (kommunal, regional, international) gelöst werden.

    All das ist bereits heute vorhanden.

    Was ein revolutionärer Bruch voraussetzen würde, dürfte für alle ersichtlich sein. Viel schwieriger ist die Frage, wodurch die staatlichen Institutionen zu ersetzen werden und wie eine Eigenlogik des „Absterben“ des Staates in Gang gesetzt werden kann. Ich bezweifel, dass dies funktioniert, indem der Staat die Produktionsmittel in sein Eigentum überführt und dann deklariert, diese sind nun „Volkseigentum“, und es wäre geschichtliche Eigenlogik, dass selbiger nun bald abstirbt, weil er die Lohnabhängigen-Klasse repräsentiert.

    Der Aufhebungsprozess des Staates wird Seitens der Leninisten/Trotzkisten oftmals nur rangepappt, aber nicht erläutert, wie es praktisch dazu kommen soll.

    Wal hat schon Recht, wenn er meint, das Ziel muss die internationale Assoziation der Produzentinnen und Produzenten sein, und unsere Überlegungen sollten dahingehen, wie wir diese so schnell wie möglich erreichen können.

    Wie ich in einem anderen Beitrag schrieb, ist der Kommunismus ja „die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt“, deren „Voraussetzungen ergeben sich aus den jetzt bestehenden Verhältnissen“, wie Marx formulierte.

    Kommunismus ist also insofern nur real, wie die konkreten Möglichkeiten bereits in den jetzigen Verhältnissen stecken. Ich bezweifel, dass ein unreflektierter Geschichtsdeterminismus einer angeblichen Zwangsläufigkeit von Übergangsgesellschaften (Bürgerliche Gesellschaft – Sozialistische Gesellschaft – Kommunistische Gesellschaft) eine geschichtliche Notwendigkeit ist, und sinnige Erklärungen liefert, wie wir diesmal wirklich (!) einen „Verein freier Menschen“ erreichen können.

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