HEUTE (Do., 17.11.), 19 h – Berlin: Gespräch „Wo geht es hier lang zur Einheit?“

Morgen findet ein erstes einer Reihe von TREND-Gesprächen in kritischer Begleitung zu der auch auch hier geführten Organisierungsdebatte statt. Morgen werden Karl-Heinz Schubert (trend) und ich (SIB), moderiert von Michael Klockmann, über das Thema „Organisation & Programm – Wo geht es hier lang zur Einheit?“ reden.

Die Veranstaltung findet ab 19 Uhr im
Café Commune, Reichenberger Str. 157, 10999 Berlin-Kreuzberg, U1 (Kottbusser Tor)
statt.

„Die Veranstalter_innen wollen nicht die übliche Info-/Disko-Veranstaltung durchführen, wo die Anwesenden erstmal eineinhalb Stunden per Referat zugetextet werden, sondern Karl-Heinz Schubert und Detlef Georgia Schulze wollen auf der Grundlage eines inhaltlich vorgegebenen Rahme[n]s ohne große Umschweife mit allen ins Gespräch kommen. Michael Klockmann wird dafür sorgen, dass das gelingt.“ (http://www.trend.infopartisan.net/trd1111/t161111.html)

Der grobe Gesprächsrahmen ist mit nachfolgender Graphik, die work in progress ist und nicht Element für Element im Detail durchgesprochen werden, sondern Anregungen für die Diskussionsbeiträge aller Beteiligten geben soll, umrissen:

Wir wollen an diesem Abend also über neue Ansätze einer (mindestens…) antikapitalistischen Organisierung diskutieren: also Fragen des Organisationsmodells, möglichen Vorbildern, Fallstricken (Lernen aus vergangenen Fehlern!), Strukturen, Schritten der Entwicklung und der Frage, wie ein Programm zu erarbeiten wäre und welche Inhalte es haben sollte.

Die Idee zu der Veranstaltung war im Nachgang zu diesen Diskussionspapieren entstanden:

Thesen zur Veranstaltung „Klasse & Partei“
Der sofortige Aufbau einer revolutionär-proletarischen Partei steht nicht auf der Tagesordnung
von Karl-Heinz Schubert

Von der Organisations- zur Programmdebatte
Die Lage der Linken in der BRD und die Aufgaben einer revolutionären Organisation
von Detlef Georgia Schulze

Skizzen über Theorie, Praxis und Programm
Antworten(*) an Detlev Georgia Schulze (Teil 1)
von Karl-Heinz Schubert
Prinzipien- oder Aktionsprogramm?
Skizzen über Theorie, Praxis und Programm – Antworten(*) an Detlev Georgia Schulze (Teil 2)
von Karl-Heinz Schubert
Über Untersuchungen zu Klassen und Klassenstruktur
Skizzen über Theorie, Praxis und Programm – Antworten an Detlev Georgia Schulze (Teil 3)
von Karl-Heinz Schubert

In seinen drei „Skizzen“-Texten hatte mir Karl eine Reihe von Fragen gestellt – hier noch mal die Frage + meinen Antworten:

War die Herangehensweise an die Programmfrage des KBW richtig bezogen auf die damaligen Klassenverhältnisse in der BRD? […] (siehe Kasten)
Gegen den KBW-Forderungskatalog habe ich – abgesehen von dem biologistischen Blick auf Frauen als ‚schwache Wesen’ („Verbot von Frauenarbeit an allen Arbeitsplätzen, an denen die Arbeit für den weiblichen Organismus schädlich ist.“) kaum etwas Gewichtiges einzuwenden.

Was heißt denn „Neueres und Besseres“ im Hinblick auf die Programmdebatte, wie sie von diesen K-Gruppen geführt wurde bzw. was war Deiner Meinung nach so negativ?
Meine Kritik setzt auf einer anderen Ebene an: Haltung zu Stalin; Orientierung an der chinesischen 3-Welten- und Sozialimperialismus (= SU)-These; Bündnisunwilligkeit und -unfähigkeit untereinander und mit anderen Linken; anachronistisch verengter Begriff von Arbeiterklasse; Position zum Geschlechterverhältnis; weitgehende Theorie-Abstinenz.

Lenin ging es bekanntlich um die Schaffung einer „Organisation der Revolutionäre“. Worum geht es Genossen Schulze? Wie steht er zur Leninschen Trennung zwischen einer Organisation für RevolutionärInnen und einer für Lohnar-beiterInnen?
Auch mir geht es in der aktuellen Debatte um eine revolutionäre Organisation, d.h. eine Organisation von RevolutionärInnen; weder um die Gründung einer (sozialdemokratisch oder kommunistisch oder oder … orientierten) Gewerkschaft noch um die Gründung einer syndikalistischen Mischform zwischen Partei und Gewerkschaft; noch um die Gründung einer „BürgerInneninitiative für mehr Gerechtigkeit“.

Soll es sich bei dem Programm, um eine Prinzipienerklärung oder um einen „Organisationsplan zu gemeinschaftlicher Aktion“ bzw. um eine Mischform aus beidem handeln?
M.E. brauchen wir eine Mischform: Das Minimum an Prinzipien, das notwendig ist, um den revolutionären Anspruch der Organisation zu rechtfertigen und aktuell handlungsfähig zu sein, und außerdem eine Analyse und Forderungen zu aktuellen gesellschaftlichen Konflikten und Kämpfen. D.h. auch: Ohne theoretische Selbstqualifikation ist eine revolutionäre Organisation nicht zu haben.

Unter dem Gesichtspunkt Prinzipien- oder Aktionsprogramm gilt für beide, dass sie eine Mischform darstellen. Während der RSB seine Forderungen für den Tageskampf in den Text des Programms integriert, stellt die SAV ihre – sie nennt sie Übergangsforderungen – ans Ende des Grundsatzprogramms.
Forderungen sollten m.E. nicht als Liste angehängt, sondern aus (Teilbereichs-)Analysen entwickelt werden.
Gegen das Konzept der Übergangsforderungen hege ich den Gradualismus verdacht (vgl. http://arschhoch.blogsport.de/2011/10/21/fuer-organisierung-mit-revolutionaerer-perspektive/).

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