K 7.b): Org.charakter – AktivistInnen- oder Karteileichen-Organisation?

Hier wird die unter dem Titel „Kontroversen“ – aufgrund einer Anregung von Wal Buchenberg begonnene – Kategorie von Beiträgen fortgesetzt. Zu Themen, zu denen sich bisher unterschiedliche Positionen abzeichneten, werden diese Positionen kurz dargestellt. In den Kommentaren kann diese Diskussion dann vertieft werden. Es steht aber auch weiterhin allen frei, umfassende analytische, programmatische und/oder strategische Diskussionspapiere – als eigenständige blog-Beiträge – zu unserer Debatte beizusteuern.

K 7.b): Org.charakter: AktivistInnen- oder Karteileichen-Organisation?

In dem „Na endlich“-Papier wird vorgeschlagen: „Das neue Projekt sollte keine Mitgliederpartei, kein Verein von ‚Karteileichen’ sein, sondern eine Organisation von Aktivisten.“ Dagegen wendet Karl Mueller im Editorial zu trend-online 4/11 polemisch ein: „Im ZK-Kader-Modell dieser selbsternannten Avantgarde ist für ‚Mitglieder’ selbstredend kein Platz, alle müssen ‚Aktivisten’ sein.“
Dagegen hatte ich meinerseits in meinem 10 Punkte-Papier wiederum eingewandt:

„Was ist denn so schrecklich an einer Organisation ohne inaktive Mitglieder? M.E. nix. Eine Organisation, in der nicht alle Mitglieder AktivistInnen sind, kann m.E. nur auf zweierlei Weise arbeiten:
Variante 1: Das Modell bürgerliche Parlamentspartei oder auch SED & Co.: die Mitglieder folgen der jeweiligen Parteiführung durch dick und dünn und dienen dieser als Kulisse. Ab und an treten dann einige – oder in historischen Umbruchsituationen: auch in Massen – Mitglieder aus, die sich von der Führung ‚betrogen’ fühlen, obwohl sie deren Kurs doch oft Jahrzehnte passiv mitgetragen haben.
Variante 2: Das Modell Grüne der 80er und frühen 90er Jahre: Die Mitglieder bleiben weitgehend passiv, verfolgen die Parteidiskussion allenfalls aus den herrschenden Medien und werden und mobilisieren sich selbst zu entscheiden Abstimmungen als Stimmvieh. Methode: Abstimmungen ohne gründliche Diskussion; auch nicht besonders demokratisch. Politischer Effekt bei den Grünen: Die mehr oder weniger linken AktivistInnen wurden zwischen Parlamentsfraktionen und Basismitgliedern, die ‚praktische’ Erfolge ohne große Anstrengungen wollten, zerrieben. – Ein Vorbild für heutige revolutionäre Organisierung?!“

Richard berichtete, daß GenossInnen, mit denen er sprach, sagten: „Wir wollen eine Kaderorganisation“ Auf meine Rückfrage, „Haben denn die GenossInnen weitere Kriterien [als das im „Na endlich“-Papier ohnehin vorgesehene Kriterium „AktivistInnenorganisation“, dg] genannt, damit es sich deren Erachtens um eine ‚Kader-‘ und nicht um eine ‚Massenorganisation‘ handelt?“, steht eine Antwort noch aus.

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1 Antwort auf „K 7.b): Org.charakter – AktivistInnen- oder Karteileichen-Organisation?“


  1. 1 20 Kontroversen « Neue antikapitalistische Organisation? Na endlich! - Debatte zur Neugruppierung der radikalen Linken Pingback am 08. Mai 2012 um 14:25 Uhr
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