Sozialistische Initiative Berlin (SIB) besucht Sommercamp der Interventionistischen Linken (IL)

Die Interventionistische Linke ist ein Netzwerk mehrerer Dutzend linksradikaler Organisationen, die ein relativ großes Mobilisierungspotenzial hat. Dies zeigte sich bei der G8-Mobilisierung in Heiligendamm, bei den antifaschistischen Aktivitäten in Dresden und natürlich auch beim Castor-Schottern im Wendland. In der IL hat ein Diskussionsprozess begonnen, an dessen Ende eine größere gemeinsame Organisation möglichst vieler linksradikaler Gruppen und Organisationen stehen soll.

So stand das diesjährige Sommercamp der IL, vom 25. bis 30.8., ganz im Zeichen der zu klärenden Fragen. Die SIB war eingeladen, an einem Workshop teilzunehmen: „Ein Blick über den Tellerrand – Organisierungsansätze im Streitgespräch.“ Der Workshop war für die sommerlichen 34 Grad mit circa 30 Leuten gut besucht. Wir hatten Gelegenheit, die Ansätze der SIB vorzustellen und uns den kritischen Fragen der IL-GenossInnen zu stellen.
Vorab gesagt, war die Debatte äußerst solidarisch und ruhig, was nicht heißt, dass es nicht zu Kontroversen kam. Wir waren erstaunt, dass die Essentials unseres Papiers „Antikapitalistische Organisation – Na Endlich!“ nicht besonders stark in der Kritik standen. Vielmehr entwickelte sich im Workshop unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine Debatte darüber, wo die IL steht und wie weit der Organisierungsprozess vorangeschritten ist. Die Hauptkontroverse zwischen uns und den IL-GenossInnen war die Frage, ob die IL den Gesamtprozess auch zu anderen Gruppen, die nicht in der IL sind, öffnen sollte, oder nicht. Natürlich ist dies für uns besonders wichtig, weil wir die IL zwar für besonders relevant ansehen, aber das Potenzial nicht für ausreichend halten, eine neue antikapitalistische Organisation zu bilden. Das heißt, wir beharrten auf Öffnung des Prozesses und die Einbeziehung weiterer, nicht in der IL enthaltenen, Gruppen und Strömungen.

Insgesamt war der Nachmittag produktiv, und wir hoffen, dass die Debatte sich lokal fortsetzt, und wir Gelegenheit haben, weitere gemeinsame Diskussionen zu führen. Interessant war für uns der absolut friedliche Umgang miteinander (vielleicht sogar zu friedlich). Nichts ist vom machohaften Lederjacken-Gehabe der Autonomen in der 80er Jahren übrig geblieben. Der Abend fand in einem netten Zusammensein, bei dem ganz unterschiedliche politische Fragen erörtert wurden, seinen Ausklang.
Uns jedenfalls hat der Tag Freude bereitet und Mut gemacht, dass wir nicht ganz auf dem falschen Weg sind.

Michael Prütz

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • email
  • Tumblr
  • Wikio
  • del.icio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • MisterWong.DE
  • PDF




ORGANISIERUNGSDEBATTE: