Bei „Systemcrash“ gelesen

1. „die gründung einer ‚partei’ ist kein voluntaristischer akt. sie muss getragen werden von einem ansteigen der sozialen kämpfe. so weit ist es hier in diesem unseren lande noch nicht. aber jetzt schon den theoretisch-programmatischen rahmen für dieses anwachsen der sozialen kämpfe abzustecken, ist eine notwendige vorbereitungsarbeit.“

2. „es sollte doch möglich sein, das bewusstsein im breiteren maßstab zu verankern, dass der fehler nicht im geldausgeben liegt, sondern dass der fehler das wertproduzierende system selbst ist !“

http://systemcrash.wordpress.com/2011/06/28/die-linke-der-nahe-osten-und-der-aufbau-einer-neuen-antikapitalistischen-partei/

3. „einheit ohne programmatische klarheit ist ein kartenhaus, was schneller zusammenbricht als man gucken kann. aber was vlt möglich wäre, wäre eine engere kooperation und ein austausch von kadern (auch international), um vlt voneinander zu lernen. die kleinliche angst, eine andere organisation sei vlt attraktiver als die eigene ist eines revolutionärs nicht würdig. letztlich sind alle bestehenden organisationen mit trotzkistischem anspruch nur rumpfgebilde,“

4. „es ist die grosse aufgabe marxistischer kader, den gedanken der notwendigkeit der aufrechterhaltung konsequenten klassenkampfes in einem breiteren maßstab zu verankern. bislang ist das noch nirgendwo gelungen (mit ein paar historischer ausnahmen, die hier aber so gut wie unbekannt sind).“

5. „nutzen wir daher die ‚vielfalt’ der radikalen linken doch in einem produktiven sinne, die anderen nicht in erster linie als gegner (bei aller aufrechterhaltung der kritik natürlich), sondern als ‚lernimpuls’ zu sehen. vlt ergibt sich so die möglichkeit einer verstärkten kooperation. dabei sollen die differenzen nicht unter den teppich gekehrt werden, sondern – im gegenteil – in breitester weise diskutiert werden können.“

http://systemcrash.wordpress.com/2011/05/17/zur-frage-des-aufbaus-einer-marxistischen-organisation/

Weniger bin ich begeistert von:

http://systemcrash.wordpress.com/2011/06/28/die-linke-der-nahe-osten-und-der-aufbau-einer-neuen-antikapitalistischen-partei/:

a) „aber sicher ist, dass in der nächsten zeit die erkenntnis, dass mit der LINKEn KEINE antikapitalistische politik möglich ist, stärker um sich greifen wird. das schamlose mittragen der sparpolitik bürgerlicher regierungen in NRW, berlin und brandenburg sprechen eine zu deutliche sprache.“

Ja, die Linkspartei macht keine antikapitalistische Politik. Aber mir scheint ist es wichtig, zwischen Koalition und Tolerierung zu unterscheiden1; und auch Tolerierung kann auf diese und jene Art gemacht werden: Als harmonische Koalition ohne MinisterInnen – oder als Eroberung eines Raums für Kritik.
Eine kleine linke Partei, die ins Parlament will, kommt um eine Tolerierungspolitik nicht herum – freilich ist zu diskutieren, ob das Parlament heute überhaupt der geeignete Kampfplatz für RevolutionärInnen ist.

b) „die bürgerlichen parteien (einschliesslich des [arbeiterbewegungs]reformismus) haben nichts anderes mehr anzubieten als sparpakete angesichts der krise.“

Das ist zwar im Moment so, aber das muß nicht zwangsläufig so bleiben.

http://systemcrash.wordpress.com/2011/06/06/thesen-zum-aufbau-einer-antikapitalistischen-organisation-in-deutschland/:

c) „nur die arbeiterklasse ist das subjekt der revolutionären veränderung“ (meine Hv.)

Nein, (nur) die ArbeiterInnenklasse kann das Subjekt der revolutionären Umwälzung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse werden. (Nur) Frauen und Schwarze können dies in Bezug auf Patriarchat und Rassismus werden.
Die Schwierigkeiten revolutionärer Politik liegen darin,
aa) den von Lenin in Was tun?2 diskutieren Weg vom spontanen systemimmanenten (gewerkschaftlichen und quasi-gewerkschaftlichen) Widerstand zur revolutionären Praxis hinzubekommen
und
bb) den (gewerkschaftlichen und revolutionären – das Problem besteht in beiden Fällen) Widerstand gegen die verschiedenen Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnis so zu artikulieren (so mit einander zu verbinden), daß sich die verschiedenen Widerständen nicht in erster Linie gegeneinander, sondern in erster Linie gegen die Herrschenden richten – was die Austragung der Widersprüche innerhalb der Beherrschten und Ausgebeuteten nicht ausschließen darf.

d) „die notwendigkeit eines übergangsprogramms, um ökonomische und demokratische forderungen zur Machtfrage zuzuspitzen“

Nein, in nicht-revolutionären Zeiten – wie wir sie im Moment und auf absehbare Zeit in der BRD haben – verwischen sog. „Übergangsforderung“ den Unterschied zwischen Reformen und Revolution und schwächen dadurch revolutionäre Positionen zugunsten gradualistischer Illusionen.3

e) „die ablehnung des kleinbürgerlichen feminismus und ökologismus (einschliesslich des ‚ökosozialismus’)“

Nein: http://arschhoch.blogsport.de/2011/07/15/von-der-sozialistischen-frauenfrage-zum-sozialistischen-feminismus/ und http://theoriealspraxis.blogsport.de/images/ProKo_zu_Komm_Pat.pdf sowie http://arschhoch.blogsport.de/oekosoz/.

Siehe auch noch:
http://theoriealspraxis.blogsport.de/2011/05/22/realismus-statt-revolutions-euphorie/.

  1. http://theoriealspraxis.blogsport.de/2010/05/13/paketvereinbarungen-distanzierte-tolerierung-oder-ignorierung-der-differenzen-zwischen-dem-groesseren-und-kleineren-uebel/ und http://theoriealspraxis.blogsport.de/2010/05/11/noch-einmal-nrw-vollwertige-oder-distanzierte-kooperation/.# [zurück]
  2. http://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1902/wastun/index.htm; vgl. http://www.trend.infopartisan.net/trd7811/t437811.html. [zurück]
  3. http://theoriealspraxis.blogsport.de/2010/05/11/verschiedene-geschmaecker/, in und bei FN 1 bis 3. [zurück]
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